Microsoft Surface RT Tablet: Verkaufszahlen jenseits der eigenen Erwartungen

30.01.2013 8:30 von Stefan
Microsoft Surface RT Tablet iFixit

Bereits mehrfach hatten wir berichtet, dass das Microsoft Surface RT alles andere als ein Verkaufsrenner ist. Ob es nun daran liegt, dass das Tablet mit Windows RT fast ausschließlich bei Microsoft selbst gekauft werden kann oder dass die Performance der abgespeckten Windows 8 Version für viele User zu schwach ist, lassen wir dahingestellt. Allerdings gibt es nun neue Einschätzungen zu den Verkaufszahlen des Surface RT, die sogar noch deutlich unter den bisher schon eher schwachen Absatzzahlen liegen.

Diesen neuen Einschätzungen zufolge hat der Redmonder Softwareriese von seinen RT Tablets nicht nur deutlich weniger abgesetzt als die Konkurrenz, sondern auch weit weniger als selbst erwartet. Da Microsoft selbst keine Zahlen zu den Verkäufen seiner Geräte mit Windows RT nennt, ist es nicht verwunderlich, dass die Analysten von eher weniger Verkäufen ausgehen. Die neuesten Zahlen stammen von einer Analystin von Goldman Sachs sowie von den Zulieferern aus Taiwan. Letztgenannte gehen laut DigiTimes davon aus, dass weit weniger als eine Million der Surface Tablets bislang verkauft worden sind.

Bis Ende 2012 sollten vier bis 4,5 Millionen Exemplare aller Tablets mit Windows RT – also auch von Asus, Samsung, Dell und Lenovo – an den Handel verschickt werden, tatsächlich waren es aber demnach gerade einmal zwei Millionen. Davon soll weniger als die Hälfte an den Mann gebracht worden sein. Die Zulieferer gehen demnach von gerade einmal 400.000 verkauften Einheiten bei den restlichen Herstellern aus. Somit sollte sich also das Microsoft Surface RT rund 600.000 Mal verkauft haben. Dies sind deutlich weniger als die zuletzt vermuteten eine Million Einheiten. Als Hauptgründe wurden dabei nicht nur die fehlende Kompatibilität von Windows 8 Apps bei Windows RT genannt, sondern auch die zu hohen Preise für das Tablet vom Redmonder Software-Giganten. Allerdings wird erwartet, dass diese fallen werden, sobald sich das Microsoft Surface Pro auf den Weg macht, das bekanntlich in den USA und Kanada ab 9. Februar 2013 erhältlich ist.

Das taiwanesische Branchenmagazin DigiTimes gilt nicht bei jedermann als seriöse Quelle für die Einschätzung von Verkaufszahlen, erhält aber Unterstützung von renommierter Seite. Denn die Analystin Heather Bellini aus dem Hause Goldman Sachs geht sogar von noch wesentlich schwächeren Zahlen aus. Sie nimmt an, dass gerade einmal zwischen 230.000 und 300.000 Exemplare des Surface RT bislang den Weg zum Kunden gefunden haben. Bellini stützt sich dabei nicht auf Informationen von Zulieferern, sondern analysiert direkt Zahlen von Microsoft selbst. Als Grundlage nimmt die Goldman Sachs Analystin den von Microsoft veröffentlichten Gewinn. Anhand dieser Zahlen nimmt sie einen Umsatz von 140 Millionen US-Dollar für die Surface-Verkäufe an. Zudem geht Bellini davon aus, dass jeder Kunde auch eine Tastatur zum Tablet selbst bezogen hat. Dies spricht für einen Verkauf von 230.000 Einheiten. Selbst wenn nicht jeder Kunde zur zusätzlichen Tastatur gegriffen hat, dürften es laut der Analystin maximal 300.000 verkaufte Exemplare des Surface RT sein.

Sollte Microsoft nicht selbst demnächst die Verkaufszahlen veröffentlichen, nähern wir uns mit den Einschätzungen immer mehr dem fünfstelligen Bereich. Was denkt Ihr, ist das Surface RT tatsächlich so ein Ladenhüter?
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[via DigiTimes] [via Telekom-Presse]