Samsung Galaxy Tab A 9.7 Test – Unscharfe Angelegenheit

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In Sachen Tablets ist es um Samsung in den letzten Monaten eher ruhig gewesen. Man hat sich hauptsächlich auf Smartphones konzentriert und die bereits verfügbaren High-End-Tablets Galaxy Tab S 8.4 und Tab S 10.5 beworben. Als dann vor einigen Wochen das Galaxy Tab A 9.7 vorgestellt wurde, waren die Reaktionen eher verhalten. Vor allem die geringe Displayauflösung hat direkt einige Interessenten gestört. Das Tab A 9.7 ist nun seit einigen Wochen verfügbar und wir haben es uns genauer angeschaut. Ob sich ein Kauf vielleicht doch lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Testgerät: Samsung Galaxy Tab A 9.7 LTE ab 319€ bzw. Wifi-Version ab 260€ – Kaufen

Samsung Galaxy Tab A Test Bilder

Hardware

Samsung Galaxy Tab A 12

Optisch ist das Samsung Galaxy Tab A eher unspektakulär gehalten. Die Rückseite unseres Testgerätes besteht aus mattem, schwarzen Kunststoff. Das fühlt sich zwar nicht ganz so billig wie manch andere, ältere Samsung-Tablets an, von der Wertigkeit eines iPad Air 2 ist es aber weit entfernt. Dafür kostet das Tab A aber natürlich auch eine ganze Ecke weniger. Aber auch im Vergleich zu günstigeren Tablets wie bspw. dem Nexus 7 2013 zeigt sich, dass das Galaxy Tab A keine Design-Awards bekommen wird. Die Rückseite unseres schwarzen Testgerätes ist dazu noch ziemlich anfällig für Staub oder Fingerabdrücke.

Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt in Ordnung. Es gibt keine zu großen Spaltmaße, alle Tasten sitzen ausreichend fest und haben einen relativ guten Druckpunkt. Drückt man etwas stärker auf bestimmte Stellen der Rückseite, kann man dem Galaxy Tab A aber leider auch relativ schnell ein leichtes Knarzen entlocken. Das kennt man so aber von den meisten Samsung-Tablets.

Samsung Galaxy Tab A 18

Genug der negativen Worte. Was uns am Galaxy Tab A auf Anhieb ziemlich gut gefallen hat, ist der Formfaktor. Es misst 243mm x 167mm und ist nur 7,5mm dünn. Dazu kommt ein Gewicht von vergleichsweise leichten 450g (Wifi-Version) bzw. 452g (LTE-Version). Man kann das Galaxy Tab A problemlos auch mal ein paar Minuten nur mit einer Hand halten und auch allgemein ist es für ein Tablet dieser Größenklasse einfach extrem portabel. Hier kann das Tablet also definitiv punkten.

Auf der Vorderseite finden wir eine 2 Megapixel Frontkamera. Deren Aufnahmen reichen zwar für schnelle Selfies aus, recht viel mehr solltet ihr damit aber nicht machen. Ansonsten findet sich hier noch Samsungs bekanntes Tastenlayout. In der Mitte ein physischer Homebutton, links und rechts zwei touch-sensitive Tasten. Die Lautsprecher befinden sich auf der Unterseite. Auch wenn man einen der beiden Lautsprecher bei der Nutzung des Tablets im Landscape-Mode gerne mal mit der Hand verdeckt, hat uns die Soundqualität positiv überrascht. Die Lautsprecher sind vergleichsweise klar und relativ laut – das kann sich auf jeden Fall hören lassen. Zwischen den beiden Lautsprechern befinden sich dann noch der 3,5mm-Klinkenanschluss und der Micro-USB-Port.

Samsung Galaxy Tab A 16

Die Oberseite und die linke Gehäuseseite sind jeweils blank gehalten. Deutlich spannender wird es auf der rechten Seite. Hier findet ihr den Power-Button, die Lauter-Leiser-Wippe, sowie den Einschub für eine microSD-Speicherkarte. Der 16GB große interne Speicher kann also problemlos erweitert werden. Beim LTE-Modell befindet sich hier dann auch noch der Einschub für eine SIM-Karte.
Auf der Rückseite platziert Samsung dann noch die 5 Megapixel Hauptkamera, die leider ohne eine Foto-LED daherkommt. Außerdem finden sich hier zwei Andock-Punkte für optionales Zubehör. Der 6000mAh starke Akku ist fest verbaut.

Samsung Galaxy Tab A 3

WLAN- und Mobilfunk-Empfang haben uns im Test überzeugt, hier gibt es nicht wirklich viel zu kritisieren. Das Samsung Galaxy Tab A ist ab sofort in den Farben Schwarz und Weiß zu Preisen ab 260€ (Wifi-Version) bzw. 319€ (LTE-Version) in Deutschland erhältlich.

Display

Samsung Galaxy Tab A 9

Nun kommen wir zu unserem Haupt-Kritikpunkt am Galaxy Tab A 9.7 und das ist das Display. Erstmal die Eckdaten: Samsung verbaut hier ein 9.7“ großes IPS-Display mit einer Auflösung von nostalgischen 1024×768 Pixeln. Hier kann man wirklich Pixel zählen. Und gerade diejenigen von euch, die höhere Pixeldichten gewohnt sind, werden dieses Display unzumutbar finden. Das ist dann auch nicht durch den Preis zu entschuldigen. Solche Auflösungen findet man heutzutage allenfalls noch im Preisbereich von unter 150€.

Samsung Galaxy Tab A 11

Aber auch in Sachen Farbdarstellung kann das Galaxy Tab A nicht wirklich überzeugen. Wird haben hier etwas höhere Kontrastwerte vermisst und auch der Weißwert ist stark verbesserungswürdig. Die Displayhelligkeit geht für diese Preisklasse insgesamt in Ordnung. Lediglich die Blickwinkelstabilität weiß zu überzeugen – immerhin etwas.
Gut gefallen hat uns aber das 4:3 Bildschirmformat, auf das Samsung hier erstmals in einem seiner Tablets setzt. Gerade beim Surfen oder Lesen hat dies enorme Vorteile. Beim Schauen von Videos im 16:9-Format hat man dafür aber natürlich nervige schwarze Balken.

Performance

Samsung Galaxy Tab A 2

Im Inneren des Samsung Galaxy Tab A werkelt der Qualcomm Snapdragon 410, ein Quad-Core mit 1,2GHz je Kern. Dem stehen 1,5GB (Wifi-Version) bzw. 2GB (LTE-Version) an Arbeitsspeicher zur Seite. Die Performance kann sich prinzipiell wirklich sehen lassen. Beim Navigieren durch die Benutzeroberfläche oder beim Starten und Schließen von Apps gibt es eigentlich kaum Ruckler oder Verzögerungen. Da macht sich die geringe Auflösung dann natürlich wieder positiv bemerkbar.

Selbst aufwändigere Spiele wie Dead Trigger 2 meistert das Galaxy Tab A ohne größere Probleme. Auch hier ist das Display nicht gerade ein Augenschmaus, aber dafür stimmt zumindest die Performance. Wie sich das Samsung Galaxy Tab A in den wichtigsten Benchmarks geschlagen hat, zeigt die folgende Tabelle:

Medion Lifetab S8311 Samsung Galaxy Tab A 9.7 Acer Iconia Tab 8 Asus FonePad 8 ME380CXG Samsung Galaxy Tab S 8.4
Peacekeeper: 809 616 689 776 823
Antutu Benchmark: 31095 22772 35907 33607 34926
Quadrant Standard Benchmark: 12710 15218 18189 11550 20350

Akkulaufzeit

Samsung Galaxy Tab A 5

Wie bereits erwähnt, kommt das Galaxy Tab A 9.7 mit einem 6000mAh starken Akku. Ein weiterer positiver Nebeneffekt der geringen Displayauflösung ist die Tatsache, dass das Galaxy Tab A auch in Sachen Akkulaufzeit durchaus überzeugen kann. Zwei Tage und mehr sind hier absolut kein Problem.

Kamera

Samsung Galaxy Tab A 13

Auch wenn die wenigsten von euch ein 10“-Tablet wirklich häufig zum Fotografieren nutzen werden, ist es doch ganz gut zu wissen, dass dies theoretisch möglich ist. Deshalb spendiert Samsung dem Galaxy Tab A eine 5 Megapixel Hauptkamera, allerdings leider ohne Foto-LED.

Für Schnappschüsse bei guten Lichtbedingungen reicht die Kamera aus. Vor allem der relativ schnelle Autofokus weiß zu überzeugen. Bei schlechteren Lichtbedingungen ist die Kamera dann aber natürlich nicht wirklich zu gebrauchen.

Einige Beispielbilder findet ihr in der folgenden Galerie:

Software

Galaxy Tab A Screenshot 2

Das Samsung Galaxy Tab A kommt ab Werk mit Android 5.0.2 und natürlich mit Samsungs hauseigener TouchWiz-UI. Hier gibt es eigentlich keine wirklichen Neuerungen. Die Benutzeroberfläche ist relativ flach gehalten, gerade das Icon-Design ist aber noch immer ziemlich bunt und nicht jedermanns Sache.

Galaxy Tab A Screenshot 3

Mit dabei ist auch wieder Samsungs bekanntes Multiwindow-Feature. Hiermit könnt ihr zwei unterstützte Apps nebeneinander betreiben und das große Display optimal ausnutzen.

Galaxy Tab A Screenshot 1

Gut gefallen hat uns, wie eigentlich immer, Samsungs Benachrichtigungsleiste. Hier findet ihr diverse Shortcuts, um bspw. WLAN oder Bluetooth zu aktivieren oder zu deaktivieren. Auch die Displayhelligkeit kann hier justiert werden.

Samsung Galaxy Tab A 9.7 Test Fazit

Alles in Allem hinterlässt das Samsung Galaxy Tab A 9.7 im Test eher einen zwiespältigen Eindruck. Einerseits gefällt und das portable Design und der 4:3-Formfaktor. Auch die Performance und die Akkulaufzeit sind ordentlich.

Andererseits ist die Displayauflösung nicht mehr zeitgemäß. Das hätten wir selbst vor 3 Jahren schon kritisiert. Auch in Sachen Haptik und Design kann das Galaxy Tab A nicht wirklich überzeugen. Das Potenzial wäre hier definitiv da gewesen, aber so müssen wir beim momentanen Preis eher von einem Kauf abraten.

Das Samsung Galaxy Tab A 9.7 enttäuscht im Test vor allem durch sein niedrig auflösendes Display und das langweilige Design.
Vorteile
- Formfaktor
- Performance
- Akkulaufzeit
- Frontlautsprecher
Nachteile
- Displayauflösung
- Haptik
69% Tabtech
Bewertung
EUR 260€
Haptik / Verarbeitung 7 Display 4 Batterie 9 Performance 8 Konnektivität 8 Software 7 Preis / Leistung 5

  • Robert Jasiek

    Zur Outdoortauglichkeit des Displays hätte ich mir mehr Text und Bilder gewüscht.

    Die CPU Snapdragon 410 habe ich mit einer 17MB-Datei getestet: es geht fast so gut wie beim Surface 3 oder iPad Air 2. Man sollte sich nicht von der Smartphone-CPU abschrecken lassen, sondern deren Vorteile sehr langer Laufzeit und mutmaßlich geringer Abwärme schätzen. In Zeiten dauerheißer 810 in anderen Geräten ist das ein Segen.

    4:3 ist super und mittlerweile ist es auch kein Problem mehr, das Gerät mit Digitizer und Pen online aus Deutschland zu kaufen zu guten Preisen.

    Warum ich das Gerät dennoch nicht kaufe? Android schreckt ab, hätte ich aber vielleicht inkauf genommen. Für meinen Haupteinsatzzweck Lesen / Surfen ist die Auflösung aber nicht gut genug und das Displayspiegeln ist nicht besser als beim iPad Air. Da warte ich lieber aufs Tab S2, (wenn das keine Ente ist) Chopin, darauf dass das HP Tablet 608 vielleicht doch weniger Displaysspiegelung und höheren Kontrast hat als das HP Pro Slate 8 oder es mit Windows 10 von anderen Herstellern weitere 4:3-Tablets geben könnte.

    Ich kann Samsung ja verstehen, dass sie mit dem Tab A ein Tablet mit sehr langer Laufzeit, geringem Preis und dafür niedriger Auflösung anbieten. Vor 3 Jahren hätte ich es gekauft. Aber heutzutage habe ich lieber 10 statt 16 Stunden Laufzeit, wenn es dafür 200+ppi gibt.

    Das Gerät ist interessant und der Preis angesichts der Ausstattung fair, aber die Einschränkungen der Spezifikationen machen es trotzdem nicht jedermanns Liebling.

    Oh, ein Detail noch: die Rückkamera steht leicht, aber eben überhaupt heraus. Das macht ein planes Aufdemtischliegen unmöglich, sondern erschwert Lesen und Pen-Nutzung. Da hätte lieber das ganze Tablet 1mm dicker sein sollen.

    • Markus

      ich habe mir vor 2 Wochen das Note 10.1 2014 für 289€ neu gekauft ( 4G). Wenn ich das gegen das Tab A setze müsste ich doch ziemlich dämlich sein wenn ich dieses kaufen würde. Auch wenn das Note “ nur“ Android 4.4 hat. Fast genauso schaut es mit dem Tab S aus, Wifi für 299€ und 4G für 349€. Es geht mir nicht darum immer das neueste und schnellste haben zu müssen (dann hätte ich mir kein „altes Note“ gekauft), sondern darum für einen annehmbaren Preis ein sehr gutes Gerät zu bekommen. Das ist in meinem Fall halt das Note, für einen anderen vllt. ein ganz anderes Gerät. Das Tab A ist für mich eher ein Gerät für Schwellenländer etc.

  • Cyell

    Das iPad 2 lebt wieder. 😉

  • Erich Kitzmüller

    260€ ist ein absurd hoher Preis für diese Spezifikationen, geht gar nicht.

    • Robert Jasiek

      Ach. (Es sind mittlerweile EUR 234+. LTE 285, Digitizer 319.) Sind dir 16 Stunden Laufzeit keine EUR 100 Aufpreis gegenüber 08/15-Tablets wert? Der Preis ist nicht absurd hoch, sondern man bekommt etwas für seinen Preis, das seinesgleichen sucht, das du vielleicht nicht haben willst.

      Ja sicher, wir wollen QXGA haben, aber zahlen wir dann auch die EUR 500, die Samsung dafür vermutlich haben will beim Tab S2, auch wenn dessen Laufzeit eher nur ca. 8 Stunden sein wird? Der Preis wird viel eher absurd hoch ausfallen, weil man beim gleichteuren iPad die bessere Hardware bekommt (aber keinen Dateimanager).

      • Erich Kitzmüller

        Wenn man z.B. das Xoro PAD 9719QR zum Vergleich hernimmt, dann kriegt man dort ebenfalls 16h Laufzeit, ein 9,7″ 2048×1536 Display und das Ding kostet deutlich unter 200€. Nur so als Beispiel. Wobei man 16h Akkulaufzeit im Normalfall nicht braucht und wenn doch, was kostet eine Powerbank? 15€ oder so?

        • Robert Jasiek

          Interessant. Dass es das Xoro auch mit 16h Laufzeit gibt, war mir nicht
          bekannt. Kann man denn bei Xoro sonst von gleicher Qualitaet ausgehen zB was WLAN-Reichweite und Displayspiegelung betrifft?

          • Robert Jasiek

            Also, wenn man sich so bei Amazon umsieht, wird einem beim Xoro schlecht…

            http://www.amazon.de/product-reviews/B00CJYSTCG/ref=cm_cr_dp_hist_one/280-1253214-1792515?ie=UTF8&filterBy=addOneStar&showViewpoints=0

            Es hat schon seinen Grund, warum so etwas weniger kostet!

          • Erich Kitzmüller

            Stimmt, die Amazon-Bewertungen vom Xoro laden nicht gerade zum Kauf ein. Anderes Beispiel, schneidet zumindest in den Tests gut ab: PocketBook SURFpad 4 L
            Kostet mit 3G so um die 240,- und hat ebenfalls 2048×1536 Auflösung.
            Wenn man auch 10,1″-Geräte mit 1280×800 in die Suche einbezieht, findet man in der Preisregion um die 200,- auch jede Menge bekannter Marken.

  • VilX

    Ich habe mit dem Tablet gestern bei Saturn rumgespielt. Die Auflösung ist wirklich nur furchtbar. Es wirkte auch ziemlich klobig.