Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

01.07.2013 - von Franz
Galaxy Mega Titelbild

Samsung sorgte Mitte April für einiges an Wirbel, als man mit dem Galaxy Mega 6.3 und dem Galaxy Mega 5.8 abermals eine komplett neue Produktreihe vorstellte. Ähnlich wie schon bei der Vorstellung des ersten Galaxy Note fragte sich wieder einmal die gesamte Fachpresse, ob 6.3 Zoll überhaupt noch Sinn machen würden.
Nun, knapp 2 Monate später, ist das Galaxy Mega 6.3 auch in Deutschland offiziell erhältlich.
Wir verraten euch in unserem ausführlichen Test, ob das Mega 6.3 tatsächlich überflüssig ist oder, ähnlich wie das Galaxy Note, eine Marktlücke füllen könnte.

Ein Dank geht an dieser Stelle an getgoods.de für die Bereitstellung des Testgerätes.

Testgerät: Samsung Galaxy Mega 6.3 “Schwarz” – Preis ab ca. 499€ bei Amazon | Cyberport | Notebooksbilliger | getgoods.de
Software: Android 4.2.2 mit TouchWiz Nature UX

Samsung Galaxy Mega 6.3 – Video und Bilder

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Hardware

Galaxy Mega Frontkamera 640x359 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Designtechnisch orientiert sich das Samsung Galaxy Mega 6.3 zweifelsohne sehr stark am Galaxy S4. So bestehen auch hier die Rückseite und der Rahmen aus Polycarbonat. Das Display wird von Corning Gorilla Glass geschützt.
In Sachen Wertigkeit setzt also auch das Galaxy Mega 6.3, ähnlich wie die meisten aktuellen Samsung-Geräte, keinerlei Maßstäbe.

Nichtsdestotrotz ist das Galaxy Mega 6.3 ordentlich verarbeitet. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt und wackeln nicht. Auch die Akkuabdeckung sitzt sehr fest. Was außerdem sofort auffällt: Für ein Gerät dieser Größenklasse liegt das Galaxy Mega 6.3 noch erstaunlich gut in der Hand. Das ist sicherlich dem ergonomischen Design geschuldet, welches uns schon beim Galaxy S4 überzeugen konnte.

Galaxy Mega USB 640x359 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Die Maße haben es trotzdem in sich: Das Mega 6.3 misst unglaubliche 167,8mm x 88mm. Dabei ist es aber nur 8mm dünn und wiegt mit eingelegtem Akku etwa 199g. Damit ist es nur 17g schwerer als etwa ein Samsung Galaxy Note 2. Allgemein lässt sich sagen, dass das Gewicht perfekt zu den Abmessungen des Mega 6.3 passt. Man kann es problemlos mit einer Hand halten.
Ein anderes Thema ist die Einhandbedienung: Selbst mit relativ großen Händen ist es nun wirklich unmöglich, das Mega 6.3 mit einer Hand zu bedienen. Auffällig ist, dass Samsung auch beim Mega 6.3 wieder versucht hat, dies Displayränder zu minimieren. Dies ist äußerst lobenswert.

Auf der Vorderseite des Galaxy Mega 6.3 findet man neben diversen Bewegungs-, Licht- und Annäherungssensoren eine dezente Benachrichtigungs-LED, die Hörmuschel, eine 1,9 Megapixel Frontkamera und das für Smartphones der Galaxy-Serie so typische Tastenlayout: In der Mitte ein physischer Homebutton und zwei touch-sensitive Tasten für “Menü” (links) bzw. “Zurück” (rechts).

Galaxy Mega Homebutton 640x359 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

An den Seiten befindet sich dann das Übliche: Links die Lauter-Leiser-Wippe, rechts der Power-Button. Diese bestehen, anders als beim Galaxy S4, nicht aus Metall, sondern auch aus Polycarbonat. Auf der Unterseite findet man den Micro-USB-Anschluss, sowie ein erstes Mikrofon. Auf der Oberseite dann den 3,5mm Klinkenanschluss, einen Infrarot-Port und ein weiteres Mikrofon.
Auf den von der Note-Serie bekannten S-PEN verzichtet Samsung bei den Geräten der Mega-Reihe.

Die Akkuabdeckung des Samsung Galaxy Mega 6.3 besteht, wie schon erwähnt, aus Polycarbonat. Momentan gibt es das Gerät in den Farben schwarz und weiß. Die schwarze Farbvariante hat, ähnlich wie schon das Galaxy S4, wieder eine Art Carbon-Optik.
Der große Vorteil ist, dass man die Akkuabdeckung problemlos abnehmen kann. Zum Vorschein kommt der 3200mAh starke, wechselbare Akku, ein MicroSD Speicherkartenslot und ein MicroSim-Slot. Der 8GB große interne Speicher (von dem ab Werk nur 4,5GB nutzbar sind) kann also erweitert werden.
Was hier gleich auffällt: Der Lautsprecher ist ähnlich groß wie der des S4.
Er klingt ausreichend laut und klar, kann aber nicht mit dem Boomsound eines HTC One konkurrieren.

Galaxy Mega Logo 640x359 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Die Gesprächsqualität des Samsung Galaxy Mega 6.3 hat uns im Test äußerst gut gefallen. Ähnliches gilt für die Signalstärke im WLAN, LTE oder HSPA+ Netz. Außerdem unterstützt das Gerät selbstverständlich Near Field Communication. (NFC)

Display

Galaxy Mega Luftansicht 2 640x359 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Wie der Name schon vermuten lässt, verbaut Samsung im Mega 6.3 ein 6.3″ großes Super-Clear-LCD-Panel. Dieses löst leider nur mit 1280×720 Pixeln auf, was dann in einer Pixeldichte von ca. 233ppi resultiert. Gerade bei einem solch großen Display hätte unserer Meinung nach allerdings eine Full-HD Auflösung Sinn ergeben.

Die vergleichsweise geringe Pixeldichte macht sich vor allem beim Lesen von Mails oder aufwändigen PDF-Dateien bzw. beim Surfen bemerkbar. Allerdings stört sie nicht so sehr, wie wir eigentlich vermutet hätten. Dies liegt hauptsächlich daran, dass man das Mega 6.3 aufgrund des großen Displays weiter von den Augen entfernt hält, als andere Smartphones.

Galaxy Mega PPI 640x426 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Das Panel an sich konnte im Test aber durchaus überzeugen: Es ist ziemlich hell und lässt sich auch im Außeneinsatz und bei Sonneneinstrahlung meist noch einigermaßen gut ablesen. Farben werden natürlich etwas realistischer als etwa beim AMOLED-Panel des S4 oder des Note 2 dargestellt. Außerdem bietet Samsung auch hier wieder dem Nutzer die Möglichkeit, das Display anhand drei verschiedener, vordefinierter Modi an die eigenen Präferenzen anzupassen.

Der Weißwert ist LCD-typisch sehr überzeugend und auch der Schwarzwert hat uns im Test gut gefallen. Wobei dieser natürlich technisch bedingt nicht mit dem eines AMOLED-Panels konkurrieren kann.
Die Blickwinkelstabilität ist ordentlich, wobei die Farben bei extremeren Betrachtungswinkeln schon stärker verzerren, als man es von Samsungs Geräten eigentlich gewohnt ist.

Performance

Im Inneren des Galaxy Mega 6.3 werkelt der Qualcomm Snapdragon 400, eine Dual-Core CPU mit 1,7GHz je Kern und 1,5GB Arbeitsspeicher.
Dies sollte prinzipiell für eine ordentliche Gesamt-Performance sorgen.

An manchen Stellen (beispielsweise im App- oder Widget-Drawer) läuft das Mega 6.3 sogar flüssiger als das Galaxy S4. Vor allem die Browser-Performance hat uns im Test aber etwas enttäuscht. Mit einem solch riesigen Display wäre das Mega 6.3 eigentlich prädestiniert zum Dauer-Surfen. Leider gibt es gerade bei aufwändigeren Webseiten immer wieder merkbare Laggs und Verzögerungen. Die Browser-Performance ist nicht schlecht, sie bewegt sich allerdings nicht auf dem hohen Niveau, welches man normalerweise von Samsung-Geräten gewohnt ist.

Beim Spielen aufwändiger Spiele macht das Mega 6.3 dann wiederum eine gute Figur: Selbst grafikintensivere Spiele wie Modern Combat 4 meistert es souverän.

In der nachfolgenden Tabelle könnt ihr sehen, wie sich das Mega 6.3 in den bekanntesten Benchmarks so schlägt.

Galaxy S4 HTC One Sony Xperia Z Galaxy Mega 6.3
Vellamo HTML-5 2121 2408 2164 1988
Quadrant Standard Benchmark 12605 12323 7938 7014
Antutu 25208 24588 20109 12523
SunSpider 1098,0ms 941,3ms 1895,4ms 1100,6ms
Peacekeeper: 593 700 383 638

Akku

Galaxy Mega Akku 640x359 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Samsung spendiert dem Mega 6.3, wie schon erwähnt, einen 3200mAh starken Akku. Trotz des noch mal deutlich größeren Displays ist der Akku also nur etwa 100mAh größer als der eines Galaxy Note 2.

Trotzdem hat uns die Akkulaufzeit im Test überzeugen können. Wir kamen bei unserem Testgerät mit voller Displayhelligkeit und eingeschaltetem WLAN auf eine Display-ON-Zeit von ca. sieben Stunden.

Im alltäglichen Gebrauch hält das Mega 6.3 ähnlich lange wie das Samsung Galaxy S4, aber nicht ganz so lange wie das Note 2.
Laufzeiten von eineinhalb bis zwei Tagen dürften für die meisten Nutzer also durchaus realisierbar sein.

Kamera

Kamera 640x359 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Samsung verbaut im Galaxy Mega 6.3 eine mit 8 Megapixeln auflösende Hauptkamera.

Bei guten Lichtbedingungen kann diese durchaus überzeugen. Die Aufnahmen werden dann sehr scharf, realistisch und detailgetreu.
Im LowLight-Bereich trennt sich aber dann meist die Spreu vom Weizen und hier kann das Galaxy Mega 6.3 trotz eines speziellen Nachtmodus nicht überzeugen.
Der Sensor kann nicht genügend Licht aufnehmen. Die Aufnahmen werden schnell verrauscht und viel zu dunkel.

Galaxy Mega Kamera 300x168 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Das Interface der Kamera-Applikation erinnert sehr stark an das des Galaxy S4.
Es gibt wieder diverse vordefinierte Modi für verschiedene Szenarien. Neben der bekannten “Best-Shot-Funktion”, gibt es bspw. auch eine Funktion, die sich “Schönes Portrait” nennt. In diesem Modus werden Hautunreinheiten bei der Aufnahme von Portrait-Fotos direkt verbessert.

Neben dem bereits erwähnten Nachtmodus gibt es auch die sogenannte “Sound & Shot”-Funktion, die neben einem Foto auch einen etwa neun Sekunden langen Soundclip mit aufnimmt, um die Bilder zu “beleben”. Neben einer Panoramabildfunktion gibt es auch einen HDR-Modus.

Auf den vom S4 bekannten “Dual-Shot-” oder den “Radierer-Modus” hat man beim Mega 6.3 allerdings verzichtet.

In der folgenden Galerie findet ihr einige Testbilder, die mit dem Galaxy Mega 6.3 aufgenommen wurden:

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Software

Galaxy Mega Landscape 300x168 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Auch das Samsung Galaxy Mega 6.3 kommt bereits ab Werk mit Android 4.2.2 Jelly Bean. Außerdem setzt Samsung natürlich abermals auf die bekannte TouchWiz Nature UX.

Ähnlich wie bei Samsungs Tablets kann auch das Mega 6.3 in nahezu jedem Menüpunkt im Portait- oder Landscapemode bedient werden.

Android 4.2 typisch können nun auf dem Lockscreen Widgets platziert werden. Außerdem findet man auch beim Mega 6.3 die vom S4 bekannte Entsperr-Animation.

Galaxy Mega Lockscreen 2 168x300 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Auch die Benachrichtigungsleiste, respektive die dort anzutreffenden Toggles, mit denen man schnell z.B. WLAN oder Bluetooth deaktivieren kann, ähnelt der des S4. Hier hat man nun die Möglichkeit bis zu 18 dieser Toggles auszuklappen. Deren Reihenfolge kann hierbei frei bestimmt werden. Konkret bedeutet dies, dass man fast jedes Software- oder Hardware-Feature des Galaxy Mega 6.3 direkt über die Benachrichtigungsleiste steuern kann.

Die bekannten Air-View-Funktionen wurden ebenfalls im Mega 6.3 implementiert. So kann man im Browser beliebige Textstellen vergrößern, in dem man einfach den Finger über diese hält.
Die vom S4 bekannte “Smart-Scroll” Funktion sucht man beim Galaxy Mega 6.3 allerdings vergeblich. Ähnliches gilt für die “Air-Gesture” Funktionen.

Außerdem installiert Samsung den hauseigenen Übersetzungsassistenten “S-Translator” vor. Solange man als Quellsprache Englisch wählt bzw. spricht, liefert dieser durchaus sinnvolle Übersetzungen. Sobald man aber Deutsch, Spanisch oder andere Sprachen wählt, schleichen sich doch ziemlich viele Fehler ein.

Galaxy Mega Multiwindow 300x168 Samsung Galaxy Mega 6.3 Test

Das Software-Feature, welches uns im Test allerdings am besten gefallen hat, ist nach wie vor Multiwindow. Dies ermöglicht bspw., dass man während des Surfens ein YouTube-Video schaut oder eine Notiz erstellt. Gerade bei einem Phablet wie dem Mega 6.3 bietet Multiwindow einen einzigartigen Mehrwert.

Fazit

Samsung Galaxy Mega 6.3
Befriedigend
70%
07/2013
Preis: 499€ Das Galaxy Mega 6.3 ist ein Phablet, das vor allem durch das riesige Display und den starken Akku punktet
Vorteile- Riesiges Display
- Akkulaufzeit
- Ergonomie
- Lautsprecher
- Zusatzfeatures (LTE ...)
Nachteile- Materialwahl
- Geringe Pixeldichte
- Browserperformance

Das Samsung Galaxy Mega 6.3 hinterlässt in unserem Test einen eher gemischten Eindruck. Mit einem schärferen Display, einer potenteren CPU und einer besseren Performance hätte dieses Gerät durchaus die Chance gehabt, eine Marktlücke zu füllen.

So eignet es sich nur für all diejenigen, die auf ein solch großes Display angewiesen sind und mit den oben genannten Nachteilen leben können.

Vielen mag der momentane Preis von ca. 499€ auch für die gebotene Leistung zu hoch erscheinen. Wir sind uns jedoch ziemlich sicher, dass dieser, samsungtypisch, relativ schnell auf ein angemesseneres Niveau sinken wird.

Wir sind gespannt, ob es Sony mit dem für das dritte Quartal angekündigten Xperia Z Ultra gelungen ist, die Schwächen des Galaxy Mega 6.3 auszunutzen.

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