Review: Huawei Ascend P7 im Test

26.05.2014 20:01 von Franz
Huawei Ascend P7 Display

Huawei hat sich in den letzten Jahren zu einem der bekanntesten Smartphone-Hersteller entwickelt und spätestens mit dem Ascend P6 im vergangenen Jahr auch auf dem deutschen Markt endgültig etabliert. Am 07.05.2014 hat man in Paris mit dem Ascend P7 den Nachfolger vorgestellt. Dieser setzt auf ein ähnliches Konzept: Relativ aktuelle Hardware in einem hochwertigen Gehäuse zu einem moderaten Preis. Ab Anfang Juni wird das Ascend P7 in Deutschland erhältlich sein. Ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Testgerät: Huawei Ascend P7 – Preis ab ca. 399€ bei Amazon
Software: Android 4.4.2 mit Emotion UI

Huawei Ascend P7 Video und Bilder:

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

Huawei Ascend P7 Back 2

Designtechnisch erinnert das Ascend P7 ganz klar an den Vorgänger, es gibt aber auch gewisse Punkte, in denen sich die beiden Geräte unterscheiden. Während die Rückseite des P6 noch aus gebürstetem Aluminium bestand, hat man sich beim Nachfolger für ein siebenschichtiges Design entschieden. Die oberste Schicht besteht dabei aus Corning Gorilla Glass 3. In Sachen Wertigkeit nehmen sich beide Smartphones, auch dank des Aluminium-Rahmens, nicht viel. Die Rückseite des Ascend P6 war aber (zumindest bei der schwarzen Version) nicht ganz so anfällig für Fingerabdrücke, wie es beim P7 der Fall ist. Dafür dürfte sich Letzteres beim Thema „Gebrauchsspuren“ etwas besser schlagen.

Huawei Ascend P7 Seite 2

Wertigkeitstechnisch gefällt uns das Ascend P7 aber wirklich sehr gut. In diesem Preisbereich gibt es hier unter den Android Smartphones und mit Ausnahme des HTC One (M7) kaum Konkurrenz. Beeindruckend ist auch wieder die Gehäusedickte von nur 6,5mm. Damit ist das Ascend P7 zwar minimal dicker als der Vorgänger, das fällt aber wirklich nur im direkten Vergleich auf. Gut gefallen hat uns, dass das P7 trotz ähnlichem Design etwas besser als der Vorgänger in der Hand liegt. Es misst nun 139,8mm x 68,8mm und wiegt leichte 124g. Durch das immer noch sehr eckige Design, kann es einem Galaxy S5 oder HTC One M8 in Sachen Ergonomie zwar keine Konkurrenz machen, es geht allerdings in die richtige Richtung,

Huawei Ascend P7 Front

Während die seitlichen Displayrändert relativ dünn gehalten sind, verschwendet man gerade oben und unten, trotz der Verwendung von On-Screen-Tasten, wieder viel Platz. Das hätte man besser lösen können. Ein weiteres Highlight ist auch die 8 Megapixel Frontkamera. Diese macht vergleichsweise scharfe und brauchbare Aufnahmen, auch bei etwas schlechteren Lichtbedingungen. Außerdem finden sich auf der Vorderseite noch die Hörmuschel und eine dezente Benachrichtigungs-LED.

Die linke Seite des Aluminium-Rahmens ist blank gehalten. Auf der gegenüberliegenden Seite platziert Huawei die Einschübe für die Micro-Sim-Karte und für eine microSD-Speicherkarte. Der 16GB große interne Speicher kann also erweitert werden. Daneben befinden sich der sehr gut zu erreichende Power-Button und die Lauter/Leiser-Wippe. Beide sind, wie das gesamte Smartphone, hervorragend verarbeitet und haben noch dazu einen guten Druckpunkt.
Auf der abgerundeten Unterseite findet man dann den microUSB-Anschluss und ein Mikrofon. Auf der Oberseite sitzen der 3,5mm-Klinkenanschluss und ein weiteres Mikrofon.

Huawei Ascend P7 Oberseite

Auf der Rückseite platziert Huawei eine 13 Megapixel Hauptkamera inkl. Foto-LED und den Lautsprecher. Auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass man beim Ascend P7 Frontlautsprecher verbaut, waren wir von der Qualität des Lautsprechers überrascht. Er ist relativ laut und der Sound ist ziemlich klar. Insgesamt nicht perfekt, aber definitiv ordentlich.
Der 2500mAh starke Akku ist fest verbaut.

Huawei Ascend P7 Lautsprecher

Empfang und Sprachqualität im Netz der deutschen Telekom und von Vodafone Deutschland haben uns im Test relativ gut gefallen. Teilweise klang der Gegenüber etwas blechern.
Das Smartphone unterstützt direkt LTE Cat4 mit bis zu 150 Mbit/s. Zudem gibt es mit Bluetooth 4.0, GPS, WiFi und NFC
Das Huawei Ascend P7 wird ab Anfang Juni zu Preisen zwischen 399€ und 419€ in den Farben Schwarz und Weiß in Deutschland verfügbar sein. Die Farbvariante Rosa soll später folgen.

Display

Huawei Ascend P7 Display

Das Display ist im Vergleich zum Vorgänger etwas angewachsen und misst nun 5 Zoll. Außerdem löst das IPS-Display des Ascend P7 nun mit 1920×1080 bei 441ppi auf – das ist theoretisch deutlich schärfer als der Vorgänger, der noch in HD auflöste. Im direkten Vergleich fällt der Unterschied natürlich auf, im Alltag nur an einigen, wenigen Stellen.

Das Display hat uns insgesamt sehr gut gefallen. Die Darstellung ist, wie bereits angedeutet, ziemlich scharf. Einzelne Pixel erkennt man so gut wie nie. Auch die Farbdarstellung und Farbkorrektheit gefallen uns ab Werk recht gut. Huawei bietet dem Nutzer die Möglickeit, die Farbtemperatur dem eigenen Geschmack anzupassen. Wir haben den Regler etwas in Richtung „kalt“ verschoben. Damit haben uns auch Weiß- und Schwarzwert relativ gut gefallen-

Huawei Ascend P7 Display 2

Auch in Sachen Displayhelligkeit konnte das Ascend P7 überzeugen. Selbst im Außeneinsatz und bei direkter Sonneneinstrahlung konnten Inhalte noch vom Display abgelesen werden. Die Blickwinkelstabilität ist ebenfalls hervorragend. Insgesamt verbaut Huawei hier ein sehr hochwertiges Panel.

Performance

Huawei Ascend P7 Gaming

Das Ascend P7 kommt erneut mit einem hauseigenen Prozessor, dem HiSilicon Kirin 910t Quad-Core Prozessor mit 1,8GHz je Kern. Dieser wird von 2 GB RAM unterstützt.
Der SoC kann natürlich nicht ganz mit einem Qualcomm Snapdragon 800 oder 801 mithalten, die Performance geht aber insgesamt in Ordnung.

Teilweise gibt es einige Micro-Ruckler, bspw. beim Scrollen durch längere Listen oder beim Navigieren durch aufwändige Webseiten. Man merkt hier schon einen Unterschied zum HTC One M8 oder dem Sony Xperia Z2, wirklich weltbewegend ist dieser aber nicht. Wenn man nicht unbedingt höchste Ansprüche an die Performance stellt, reicht das Ascend P7 definitiv aus.

Ähnlich verhält es sich beim Thema Gaming-Performance. Kompatibilitätsprobleme mit den bekanntesten Spielen konnten wir nicht feststellen. Die Performance ist ebenfalls ordentlich, teilweise gibt es aber kleine Ruckler oder Verzögerungen.

Wie sich das Huawei Ascend P7 in den bekanntesten Benchmarks geschlagen hat, seht ihr in der folgenden Tabelle:

Sony Xperia Z2 Sony Xperia Z1 HTC One (M8) Samsung Galaxy S5 LG G2 Huawei Ascend P7
Vellamo HTML-5 1609 2888 1756 1639 2898 1455
Quadrant Standard Benchmark 17048 17890 23535 23528 19465 7248
Antutu 34444 32782 34534 35817 35728 23903
SunSpider 723,0ms 774,1ms 595,0ms 395,3ms 979,4ms 1141,9ms
Peacekeeper: 863 850 1165 855 849 928

Akku

Huawei Ascend P7 Back

Die Akkukapazität wurde im Vergleich zum Vorgänger deutlich erhöht und beträgt nun 2500mAh. Das mag, verglichen mit anderen Flagschiff-Smartphones, nicht nach besonders viel klingen, sorgt aber in Zusammenspiel mit Android 4.4 und dem eben schon erwähnten Prozessor für ordentliche Laufzeiten.

Wir haben mit dem Ascend P7 bei alltäglicher Nutzung, sprich Surfen, Mails empfangen und schreiben, Facebook, WhatsApp, Twitter, etwas Musik hören und ein paar Fotos schießen, eine Laufzeit von etwa einem Tag geschafft. Das HTC One M8, Galaxy S5 oder Sony Xperia Z2 halten hier nochmal einen halben bis dreiviertel Tag länger.
Bei weniger intensiver Nutzung ist aber auch mit dem Ascend P7 mehr möglich. Insgesamt also eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorgänger.

Etwas genervt waren wir von den Energiespar-Optionen. Stellten wir diese auf „Intelligent“ kamen WhatsApp-Nachrichten oder Mails oft erst verspätet an. Außerdem kam es teilweise vor, dass WLAN komplett deaktiviert wurde. Das stört. Außerdem gibt es noch einen „Ultra-Energiesparmodus“. Bei diesem werden, abgesehen von grundlegenden Funktionen wie Telefonie und Nachrichten, alle Anwendungen abgeschaltet und das P7 in einen Art „Schwarz/Weiß-Modus“ versetzt. Ähnliches kennt man vom Samsung Galaxy S5.

Kamera

Huawei Ascend P7 Kamera

Die Kamera des Ascend P7 hat eine Auflösung von 13 Megapixeln, eine lichtstarke Blende von f/2.0 und selbstverständlich auch eine Foto-LED. Videos können maximal in 1080P aufgenommen werden.

Die Bildqualität bei guten Lichtbedingungen hat uns insgesamt definitiv überzeugt. Aufnahmen werden sehr scharf, detailreich und relativ farbgetreu. Hier spielt das Ascend P7 definitiv vorne mit. Bei schlechteren Lichtbedingungen schleicht sich dann doch für unseren Geschmack etwas zu viel Bildrauschen mit ein und die Aufnahmen werden zu dunkel. Hier schlagen sich ein HTC One (M8) oder Sony Xperia Z2 im Androidbereich besser.

Die Kamera-UI bietet wenig Spektakuläres. Ein HDR-Modus, Modis für „Panorama“, „Bestes Foto“ oder „Verschönern“ sind mittlerweile Standard. Andere Hersteller bieten teils mehr Einstellungsmöglichkeiten und eine flüssigere, intuitivere UI – hier könnte Huawei noch nachbesser.

Einige Kamera-Samples des Ascend P7 findet ihr in den folgenden Galerie:

Software

Huawei Ascend P7 Homescreen

Das Ascend P7 kommt ab Werk mit Android 4.4.2 und der hauseigenen Emotion-UI. Diese geriet in der Vergangenheit teilweise etwas in Verruf. Als „schlechte iOS-Kopie“ wurde sie sogar von manchen verschrien. Am Konzept bzw. der Optik hat Huawei kaum etwas verändert.

Einen App-Drawer gibt es nach wie vor nicht, alle Apps landen also direkt auf dem Homescreen. Störende Apps lassen sich durch Deaktivieren in den Systemeinstellungen vom Homescreen entfernen. Auch die Optik wirkt nach wie vor bunt, verspielt und teilweise unübersichtlich. Wobei dies bei älteren Versionen der Emotion UI noch deutlich aufdringlicher war. Die neueste Version wirkt deutlich flacher und aufgeräumter.

Huawei Ascend P7 Benachrichtigungen

Huawei installiert einige Dinge wie bspw. einen Telefonmanager, Dateimanager, ein FM-Radio und die Office-Suite Polaris Office 4.0 sowie Spaß-Apps wie einen Spiegel vor. In der Benachrichtigungsleiste gibt es, ähnlich wie bei Samsung oder LG, verschiedene Toggles, um WLAN, Bluetooth usw. zu aktivieren bzw. deaktivieren. Diese können frei angeordnet werden. Durch den Klick auf einen nach unten zeigenden Pfeil, öffnen sich zwei weitere mit Toggles gefüllte Reihen, sowie eine Leiste zur Helligkeitsjustierung.

Huawei Ascend P7 Übergänge

Das Thema Personalisierung wurde bei Huawei schon immer ziemlich groß geschrieben. So gibt es auch beim Ascend P7 wieder die Möglichkeit auf insgesamt acht verschiedenen Übergangs-Effekten zu wählen. Neu dazugekommen ist ein sogenannter „Einfacher Modus“. Aktiviert man diesen, erinnert die UI sehr stark an die von Windows Phone bekannte Kacheloptik – gerade für Neueinsteiger oder ältere Menschen dürfte dieser Modus relativ praktisch sein.

Fazit

Huawei Ascend P7
Gut
83%
05/2014
Preis: 399€ Das Huawei Ascend P7 begeistert im Test vor allem durch sein hochwertiges Design und das ordentliche Display.
Vorteile- Verarbeitung & Haptik
- Display
- Ordentliche Akkulaufzeit
- Gute Kameraleistung
Nachteile- Teils Micro-Ruckler
- Schwache LowLight-Performance
- Fest verbauter Akku

Insgesamt hat uns das Huawei Ascend P7 im Test wirkloch positiv überrascht. Für momentan etwa 399€ bekommt man eines der hochwertigsten Smartphones auf dem Markt mit einem wirklich guten Display. Einige Schwächen des Vorgängers, wie die schlechte Akkulaufzeit oder die durchschnittliche Kamera, wurden verbessert.

Was bleibt ist die für viele Geschmäcker gewöhnungsbedürftige Benutzeroberfläche, der fest verbaute Akku und die Tatsache, dass das Ascend P7 performancetechnisch nicht ganz mit einem LG G2 oder einem Nexus 5, die ähnlich teuer oder sogar günstiger sind, mithalten kann. Auch die etwas schwache LowLight-Performance ist uns negativ aufgefallen.

Alles in Allem können wir euch das Ascend P7 aber definitiv weitermepfehlen, wenn ihr auf der Suche nach einem hochwertigen Android-Smartphone mit solider Leistung seid.

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Haptik / Verarbeitung 10 Display 9 Kamera 8 Batterie 8 Performance 7 Konnektivität 8 Software 8 Preis / Leistung 8