Review: ASUS VivoTab Note 8 im Test

29.01.2014 19:52 von Franz
VivoTab Note 8 Titelbild

Das ASUS VivoTab Note 8 wurde im Rahmen der CES 2014 in Las Vegas offiziell vorgestellt. Es reiht sich ebenfalls in die Kategorie der momentan äußerst beliebten 8 Zoll Tablets mit vollwertigem Windows 8.1 ein. Im ersten Hands-On vor Ort konnte es uns durchaus überzeugen. Nur wenige Tage später war das Tablet dann auch schon in Deutschland verfügbar. Vor allem die Tatsache, dass hier ein Wacom-Digitizer verbaut und der Stylus perfekt ins Gehäuse integriert wurde, macht dieses Tablet so interessant. Wie sich das VivoTab Note 8 im Alltag so geschlagen hat und ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen VivoTab Note 8 Test.

Testgerät: Asus VivoTab Note 8 – Preis 299€ (32GB) bei Amazon | Cyberport | Notebooksbilliger oder 349€ (64GB) bei Amazon |Cyberport | Notebooksbilliger
Software: Windows 8.1

ASUS VivoTab Note 8 Video und Bilder:

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

VivoTab Note 8 Front

ASUS setzt beim Gehäuse des VivoTab Note 8 größtenteils auf Kunststoff. Dabei ist der Rahmen in schwarzer Hochglanzoptik gehalten, die Rückseite hingegen stark gummiert. Das sorgt dafür, dass das Tablet sehr griffig in den Händen liegt und wirkt dabei auch noch vergleichsweise wertig. Die Rückseite sitzt außerdem sehr fest und auch bei stärkerem Druck knarzt das Gehäuse nicht.
Sie ist in mattem Grau/Schwarz gehalten und zieht leider auch Fingerabdrücke sehr schnell an – das ist der einzige Punkt, der uns hier gestört hat.

VivoTab Note 8 Tasten

Leider gibt es in Sachen Verarbeitung bei unserem Testgerät einen großen Kritikpunkt und das ist der Druckpunkt der Tasten. Vor Allem der der Lauter/Leiser-Wippe und des Power-Buttons ist quasi nicht vorhanden. Oft mussten wir diese mehrmals drücken, um die gewünschte Reaktion zu erhalten. Der Druckpunkt der gegenüberliegenden Windows-Taste ist minimal besser, lässt aber auch stark zu wünschen übrig. Wir können uns nicht erklären, was ASUS sich dabei gedacht hat und hoffen, dass dieses Problem bei anderen Exemplaren nicht besteht.

Das VivoTab Note 8 misst 220,9mm x 133,8mm und ist 10,95mm dick. Mit 380g ist es außerdem eines der leichteren 8 Zoll Tablets mit Windows 8.1. Das leichtere Gewicht macht sich im Vergleich zum Toshiba Encore beispielsweise äußerst positiv bemerkbar. Das VivoTab Note kann merkbar länger mit einer Hand gehalten werden und liegt insgesamt einfach besser in der Hand.

VivoTab Note 8 Kamera

ASUS platziert auf der linken Seite den eben schon erwähnten Windows-Button (Home-Button), sowie den Einschub für eine Speicherkarte. Der interne Speicher von 32 oder 64 GB lässt sich per microSD Karte erweitern. Erfreulicherweise liefert Asus bei der 32GB-Version eine 8-GB-Speicherkarte direkt mit, auf der die Sicherung des Systems hinterlegt ist. Unsere Version mit 32 GB internem Speicher bietet nach der Installation aller Updates und Microsoft Office 2013, 15,1 GB freien Speicher.
Ein Leser berichtete uns, dass man bei der 64GB-Version auf diese Speicherkarte verzichtet und die Recovery-Dateien direkt auf dem internen Speicher abgelegt hat. Hier sollen dann ab Werk 34,2GB zur Verfügung stehen.

VivoTab Note 8 Tasten 2

Auf der gegenüberliegenden rechten Seite findet man dann die eben schon erwähnten Tasten für Power bzw. Lauter/Leiser. Auf der Oberseite befindet sich der 3,5mm-Klinkenanschluss und der Micro-USB Anschluss. Auf der Unterseite platziert ASUS denn den seitlichen Einschub für den Stylus. Das ist relativ intelligent gelöst, denn der Stylus sitzt sehr fest und kann gleichzeitig schnell herausgezogen werden.

Auf der Vorderseite findet sich dann neben der 1,3 Megapixel Frontkamera nur noch das ASUS-Logo. Es hätte uns gut gefallen, wenn ASUS hier einen touch-sensitiven Windows-Button platziert hätte – der physische ist leider bei weitem nicht so komfortabel und schnell zu erreichen. Wie schon bei vielen anderen preiswerteren ASUS-Tablets ist uns auch hier wieder aufgefallen, dass man auf eine fettabweisende Schicht über dem Displayglas verzichtet hat. Prinzipiell ist das verständlich, hier geht es aber so weit, dass man, trotz intensiver Reinigung mit einem Microfaser-Tuch, noch immer Fettspuren erkennen kann.

VivoTab Note 8 Lautsprecher

Auf der Rückseite sitzen dann noch die 5 Megapixel Hauptkamera, ein weiteres ASUS-Logo und die beiden Sonic-Master Stereo-Lautsprecher. Deren Klang ist Alles in Allem nichts Besonderes. Sie sind zwar ausreichend laut, klingen dann aber auch relativ schnell etwas blechern.
Die Kamera-Aufnahmen sind von eher durchschnittlicher Qualität. Klar, einen kurzen Schnappschuss kann man damit bei guten Lichtbedingungen problemlos aufnehmen. Für alles Andere ist die Kamera aber eher ungeeignet.

Der WLAN-Empfang ist absolut in Ordnung. Das ASUS VivoTab Note 8 gibt es in der von uns getesteten WiFi-Only-Version mit 32GB internem Speicher für momentan ca. 299€ sowie in einer Version mit 64GB internem Speicher für etwa 349€.
Eine Cellular-Version gibt es nicht. Bluetooth 4.0 und GPS sind mit an Bord.

Display

VivoTab Note 8 Display 1

ASUS verbaut im VivoTab Note 8, wie der Name schon vermuten lässt, ein 8 Zoll großes IPS-Display. Dieses löst mit 1280×800 Pixeln bei 189ppi auf.
Die Darstellung ist nicht besonders scharf, reicht aber in den meisten Anwendungssituationen aus. Wer kein höherauflösendes Display gewohnt ist, wird zufrieden sein. Farbdarstellung und Farbkorrektheit sind ab Werk ordentlich, teilweise aber etwas zu blass. Der Schwarzwert ist durchschnittlich, Weiß wirkt allerdings teilweise etwas gräulich.

VivoTab Note 8 Blickwinkel

Positiv überrascht waren wir von der Helligkeit des Displays. Für ein Gerät dieser Preisklasse ist das Display des VivoTab Note 8 überdurchschnittlich hell. Vor Allem im Außeneinsatz an sonnigeren Tagen dürfte sich das sehr positiv bemerkbar machen. Die Blickwinkelstabilität hat uns ebenfalls sehr gut gefallen.

VivoTab Note 8 Display 2

Ab Werk wird die Displayhelligkeit von einem Helligkeitssensor geregelt. Die ständigen Helligkeitsschwankungen sind allerdings schnell störend. Über den Intel-Grafiktreiber und die Energiesettings in der Systemsteuerung kann die automatische Helligkeitssteuerung bei Bedarf aber deaktiviert werden.

Performance

VivoTab Note 8 Gaming

Wie nahezu alle aktuellen 8 Zoll Tablets mit Windows 8.1 kommt auch das VivoTab Note 8 mit dem Intel Bay Trail Z3740, einem Quad-Core Prozessor, der standardmäßig mit 1,33GHz taktet. Bei Bedarf wird dieser allerdings automatisch auf bis zu 1,86GHz hochgetaktet. Mit an Board sind außerdem 2GB Arbeitsspeicher. Die Lese- und Schreibwerte des eMMC Speichers betrugen bei unserem Test 79,04 MB/s (lesen) und 35,30 MB/s (schreiben).

Performantechnisch hat uns das VivoTab Note 8 von Anfang an sehr gut gefallen. Die Modern UI läuft standesgemäß sehr flüssig, aber auch mit der Performance im Desktop-Betrieb oder beim Installieren von Programmen waren wir relativ zufrieden. Unser Performance-Highlight ist und bleibt aber, wie schon bei den anderen 8 Zoll Konkurrenten, die Browser-Performance. Selbst aufwändige Seiten werden sehr schnell geladen, das Scrollverhalten ist butterweich und auch Pinch-zo-Zoom funktioniert ruckelfrei und flüssig.

Auch Spiele wie Asphalt 8, das wir direkt aus dem Windows Store installiert haben, laufen relativ flüssig und konnten uns in Sachen Grafik überzeugen. 1080p Flash-Videos können problemlos wiedergegeben werden. Wie schon einige der Konkurrenten wird auch das VivoTab Note 8 bei leistungsintensiven Spielen oder Programmen etwas wärmer. Dies hielt sich unserer Meinung nach aber im absolut erträglichen Bereich.

Im Benchmarkvergleich nehmen sich das ASUS VivoTab Note 8 und die drei Haupt-Konkurrenten das Dell Venue 8 Pro, Toshiba Encore und das Lenovo Miix 2 insgesamt kaum etwas:

Toshiba Encore Dell Venue 8 Pro Lenovo Miix 2 8 ASUS VivoTab Note 8
PC Mark 7 2415 2282 2508 2350
3D Mark 06 1806 1981 2089 1811
Peacekeeper 683 670 686 670
SunSpider 399,1ms 417,2ms 486,8ms 419,9ms

Akku

VivoTab Note 8 Back

Die Akkukapazität des ASUS VivoTab Note 8 wird mit 4090mAh angegeben. Damit hätte es etwa 450mAh weniger als das Dell Venue 8 Pro. Trotzdem haben wir auch mit dem VivoTab Note 8 ähnlich gute Laufzeiten wie schon mit dem Dell Venue 8 Pro, dem Lenovo Miix 2 oder auch dem Toshiba Encore erreicht.

Konkret bedeutet dies, dass das VivoTab Note 8 in unserem typischen Akku-Test bei voller Displayhelligkeit, eingeschaltetem WLAN und ständiger Wiedergabe eines Videos eine Laufzeit von knapp 7 Stunden erreicht. Ein sehr ordentlicher Wert.

Auch hier hatten wir erneut den Eindruck, dass sich das ASUS VioTab Note 8 und die drei eben genannten Konkurrenten in Sachen Akkulaufzeit aufgrund der sehr ähnlichen Hardware kaum etwas nehmen. Gerade für all diejenigen, die den Kauf ihres Tablets von der Akkulaufzeit abhängig machen, dürfte das durchaus interessant sein.

Stylus, Digitizer & Verwendung im Studium

VivoTab Note 8 Stylus

Wie bereits erwähnt, kommt das VivoTab Note 8 mit einem integrierten Wacom-Digitizer und somit auch mit einem Stylus. Dieser ist vergleichsweise relativ dünn und erinnert designtechnisch an eine etwas längere Version des Stylus vom Samsung Galaxy Note 10.1 2014 Edition. Wir hätten uns persönlich gewünscht, dass der Stylus etwas dicker wäre. Somit würde er etwas mehr an einen richtigen Srift erinnern und deutlich besser in der Hand liegen.
Wir verstehen aber auch, dass ein solcher Stylus, ähnlich wie bei vielen anderen Windows-Tablets, nicht problemlos ins Gehäuse hätte integriert werden können. Insofern begrüßen wir ASUS Entscheidung durchaus.

VivoTab Note 8 Einschub

Was die Präzision und die Usability des Stylus anbelangt, kann das VivoTab Note 8 durchaus mit Samsungs Note Serie konkurrieren. Erfreulicherweise lässt sich Windows 8.1 auf einem 8 Zoll Display mit dem Stylus des VivoTab Note 8 sehr angenehm und problemlos bedienen. Selbst kleinere Menüpunkte sind gut zu erreichen.

VivoTab Note 8 One Note

Viele von euch haben uns gebeten, auch zu testen, inwiefern das VivoTab Note 8 in Verbindung mit OneNote 2013 für Mitschriften allgemein und speziell auch im Studium geeignet ist. In OneNote 2013 kann man schnell und einfach Notizen und Formeln via Handschrift irgendwo am Display eingeben und in weiterer Folge einfach in normalen Text umwandeln. Zusätzlich können auch schnell Dokumente, Links, Multimedia Dateien in der Seite verknüpft werden, um in späterer Folge alles griffbereit zu haben.
Die Handschrifterkennung funktioniert sehr gut. Selbiges gilt auch für die Handflächenunterdrückung beim Schreiben. Wie eigentlich fast alle Geräte mit Wacom-Digitizer überzeugt auch das VivoTab Note 8 diesbezüglich auf ganzer Linie.

VivoTab Note 8 Formeln

Wir wurden auch gefragt, ob man mit One Note im Vorlesungstempo mitschreiben könnte oder ob es doch eher nur für kurze Notizen geeignet ist. Für diese Frage gibt es natürlich keine allgemeingültige Antwort, da dies stark vom Vorlesungsinhalt abhängt. Prinzipiell ist es so: Wenn wirklich die Ganze Vorlesung über geschrieben wird, würden wir euch nach wie vor empfehlen auf Stift und Papier zu setzen. Mit der Zeit kann man zwar durchaus schnell mit dem VivoTab Note 8 schreiben, leider ist das 8 Zoll Display aber sehr schnell und mit vergleichsweise wenigen Worten vollgeschrieben. Spätestens dann muss man stoppen und auf „Freihand in Text“ klicken. Wenn man dann noch Erkennungs- oder Rechtschreibfehler korrigieren muss, dürfte man zeitlich nicht mehr wirklich hinterherkommen.
Wenn man anstatt Wörtern viele mathematische Formeln, Gleichungen etc. schreiben muss, gestaltet sich das Ganze noch schlimmer.

VivoTab Note 8 PDF

Wenn man nun allerdings nur begleitend zu einem Skript alle paar Minuten eine kleine Notiz machen muss, eignet sich das VivoTab Note 8 hervorragend zum Mitschreiben. PDF-Dateien können über den vorinstallierten „Reader“ geöffnet und direkt mit dem Stylus bearbeitet werden.
Wer diesbezüglich allerdings mehr Möglichkeiten haben möchte, sollte sich definitiv nach einem mächtigeren Programm umsehen.

Software

VivoTab Note 8 Modern UI

Das ASUS VivoTab Note 8 kommt mit vollwertigem Windows 8.1 Betriebssystem und vorinstalliertem Microsoft Office Home and Student 2013 (Vollversion). An der Oberfläche an sich hat ASUS nicht viel verändert. Man installiert lediglich einige wenige hauseigene Apps vor. Mit „ASUS PhotoDirector“ können beispielsweise Collagen erstellt oder Bilder bearbeitet werden. „ASUS YouCam“ ist eine hauseigene Kamera-Applikation, die definitiv etwas intuitiver als die Standard-App ist. Auch „ASUS Webstorage“ ist vorinstalliert.

VivoTab Note 8 Apps

Wie schon die Konkurrenz kommt auch das ASUS VivoTab Note 8 mit einer Vollversion von Microsoft Office 2013 (Word, Power Point, Excel und OneNote 2013). Somit können unterwegs fast alle Arten von Dokumenten bearbeitet werden. Ein großer Vorteil gegenüber vielen iOS- oder Android-Tablets.

Fazit

ASUS VivoTab Note 8
Gut
80%
01/2014
Preis: 299€ Das ASUS VivoTab Note 8 kann im Test vor allem durch die ordentliche Performance, den Wacom-Digitizer samt Stylus und den Preis überzeugen.
Vorteile- Preis
- Leistung
- Software
- Akku
- Wacom Digitizer & integrierter Stylus
Nachteile- kein MicroHDMI
- Schlecht verarbeitete Tasten

Alles in Allem hat uns das ASUS VivoTab Note 8 relativ gut gefallen. Gerade im Vergleich zum etwa gleich teueren Toshiba Encore oder dem Lenovo Miix 2 kann es natürlich durch den Wacom Digitizer und den integrierten Stylus punkten. Akkulaufzeit und Performance haben uns ebenfalls relativ gut gefallen. Hervorzuheben ist auch das vergleichsweise helle Display. Hier gibt es allerdings wieder Abzüge für die Auflösung, den Weißwert und die Tatsache, dass auf eine fettabweisend Schutzschicht über dem Displayglas verzichtet wurde.

Anders als das Toshiba Encore kommt das ASUS VivoTab Note 8 ohne einen Micro-HDMI-Anschluss. Der größte Kritikpunkt ist und bleibt aber die schlechte Verarbeitung der Tasten bzw. deren quasi nicht vorhandener Druckpunkt. Dies erschwer die Alltagsnutzung ziemlich und hat bei unserem Testgerät extrem gestört.

Wer ein günstiges 8 Zoll Tablet mit Windows 8.1 und perfekt funktionierendem Digitizer bzw. Stylus sucht, für den führt wohl kaum ein Weg am VivoTab Note 8 vorbei. Klar, das Dell Venue 8 Pro ist nochmal günstiger und kommt mit einem Active-Digitizer. Wir sind allerdings der Meinung, dass Wacoms System hier noch immer die zuverlässigere und bessere Lösung ist. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass der Stylus des Venue 8 Pro in der Vergangenheit stark problembehaftet war und separat gekauft werden muss. Hier muss sich der Stylus des Venue 8 Pro erst nochmals beweisen.

Haptik / Verarbeitung 6 Display 8 Batterie 9 Performance 7 Konnektivität 7 Software 9 Preis / Leistung 10