Review: Apple iPad Air im Test

07.11.2013 22:06 von Franz
iPad Air Display 2-imp

Am 22.10.2013 lud Apple abermals ins Yerba Buena Center for the Arts in San Francisco, um der Öffentlichkeit unter anderem das iPad der fünften Generation, welches den Namen iPad Air trägt, vorzustellen. Dieses zeichnet sich durch ein verringertes Gewicht, handlichere Abmessungen und verbesserte Hardware aus. Wie sich das iPad Air in unserem ausführlichen Test geschlagen hat, lest ihr jetzt.

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Software: Apple iOS 7

Apple iPad Air Video und Bilder:


(Link zum YouTube-Video)

Hardware

iPad Air Rueckseite-imp

Designtechnisch orientiert sich das Apple iPad Air sehr nah an den Vorgängern. Das Unibody-Gehäuse besteht nach wie vor aus einem Block Aluminium und fühlt sich äußerst hochwertig an. Was auf den ersten Blick sofort auffällt, sind die deutlich verkleinerten seitlichen Displayränder. Das spiegelt sich auch in den Abmessungen von 240mm x 169,5mm wieder. Im Vorfeld stellten wir uns die Frage, ob diese verkleinerten Displayränder die Bedienung des iPad Airs im Portrait-Mode nicht erschweren würden.
Diesbezüglich können wir jedoch Entwarnung geben. Zum einen kommt es kaum vor, dass man beim Halten des Tablets aus Versehen den Touchscreen berührt. Zum anderen hat Apple für genau solche Fälle auch softwaretechnisch vorgesorgt: In den meisten Fällen wurde ein versehentliches Berühren des Touchscreens einfach ignoriert.

iPad Air Bezel-imp

Sobald man das iPad Air dann erstmals in die Hand nimmt, möchte man kaum glauben, dass es sich hierbei um einen 10 Zöller handelt. Das verringerte Gewicht von nur 469g (WiFi Only Version) bzw. 478g (Cellular Version) zeigt sofort seine Wirkung. Man hat schon fast das Gefühl, ein etwas schwereres iPad Mini in den Händen zu halten.
Durch das verringerte Gewicht kann das iPad Air nun deutlich länger mit einer Hand gehalten werden. Außerdem ist es einfach deutlich portabler als der Vorgänger und kann des Öfteren auch unterwegs schnell eingepackt werden.
Mit 7,5mm ist das Gehäuse außerdem merkbar dünner als das des Vorgängers.

Die Verarbeitung des iPad Air bewegt sich Apple-typisch auf einem sehr hohen Niveau. Es gibt keinerlei Spaltmaße. Die Tasten sitzen sehr fest und haben einen guten Druckpunkt.

iPad Air Frontkamera-imp

Die linke Seite des Tablets hat Apple absolut blank gehalten. Auf der gegenüberliegenden Seite findet man (bei der Cellular-Version) dann den Einschub für eine Nano-Sim, die Lauter/Leiser Wippe und den Mute-Button.
Auf der Oberseite befinden sich der Power-Button, ein erstes Mikrofon sowie der 3,5mm-Klinkenanschluss. Den proprietären Lightning-Anschluss sowie die neuen Stereo-Lautsprecher platziert Apple auf der Unterseite.
Diese können sound- und lautstärkentechnisch absolut überzeugen.
Wir hätten uns jedoch gewünscht, dass Apple auf beiden Seiten des Tablets Lautsprecher platziert hätte.
Nutzt man dieses nämlich im Landscape-Mode profitiert man nicht mehr wirklich vom Stereo-Klang.

Die Vorderseite wird abermals von Corning Gorilla Glass geschützt. Hier befindet sich außerdem die 1,2 Megapixel Frontkamera sowie der klassische physische Homebutton. Auf die Implementierung von Touch-ID, den vom iPhones 5s bekannten Fingerabdrucksensor, hat man beim iPad Air verzichtet.
Auf der Rückseite befindet sich dann nur noch die 5 Megapixel Hauptkamera, das nun spiegelnde Apple-Logo und bei der Cellular-Version eine Kunststoff-Aussparung, die für besseren Empfang sorgen soll.

iPad Air Verarbeitung-imp

Das iPad Air gibt es in zwei verschiedenen Farben: Silber mit weißer Front und Spacegrau mit schwarzer Front. Dabei hat man die Wahl zwischen 16, 32, 64 und 128 GB an internem Speicher. Jeweils entweder nur mit WiFi oder mit WiFi + Cellular.

Der WLAN-Empfang hat uns im Test sehr gut gefallen. Selbiges gilt für die Empfangsstärke im LTE- und HSPA-Netz.

Einige Erstbesitzer berichteten von Kratzern und Verfärbungen beim iPad Air in der Farbe Spacegrau. Dies können wir bei unserem Testgerät nach etwa 6 Tagen intensiver Nutzung nicht bestätigen.

Display

iPad Air Display 3-imp

Apple verbaut im iPad Air nach wie vor ein 9.7“ großes IPS-Display, das mit 2048 x 1536 Pixeln bei einer Pixeldichte von 264 ppi auflöst.

Die Farbdarstellung und Farbechtheit ist hervorragend. Besonders der Weißwert überzeugt auf ganzer Linie. Aber auch der Schwarzwert bewegt sich für ein IPS-Display auf einem äußerst hohen Niveau.

Die Helligkeit ist im Vergleich zum Vorgänger unverändert. Selbst im Außeneinsatz hatten wir in den meisten Situationen also keinerlei Probleme, Inhalte vom Display abzulesen.

iPad Air Blickwinkel-imp

Dank der hohen Auflösung ist auch die Darstellung gestochen scharf. Das macht sich vor allem beim Lesen aufwändiger Artikel oder PDF-Dateien positiv bemerkbar. Die Schrift wirkt dann wie gedruckt.

In Sachen Blickwinkelstabilität ist das iPad Air nach wie vor mit das Beste, was man momentan auf dem Markt finden kann. Selbst bei extremen Blickwinkeln bleibt das Bild sehr stabil.

Performance

iPad Air Performance-imp

Ähnlich wie schon im iPhone 5s setzt Apple auch beim iPad Air auf den neuen A7 Prozessor mit 64-Bit-Architektur. Dieser hat zwei Kerne, die jeweils mit 1,4GHz takten, und wird von 1 GB Arbeitsspeicher unterstützt.
Mit an Bord ist außerdem der M7 Motion-Coprozessor, der weniger aufwändige Aufgaben übernehmen und somit für höhere Akkulaufzeiten sorgen soll.

Die Performance bewegt sich iPad-typisch auf einem sehr hohen Niveau. Ruckler oder dergleichen konnten wir im Test zu keinem Zeitpunkt feststellen. Gerade das flüssige und schnelle Surf-Erlebnis hat uns hier gefallen.

Auch beim Spielen aufwändiger Spiele wie Dead Trigger 2, Modern Combat 4 oder Infinity Blade 3 macht das iPad Air eine sehr gute Figur. Gerade Letzteres deutet dabei an, zu was der A7 eigentlich im Stande wäre.

Wie sich das iPad Air in den bekanntesten Benchmarks schlägt, seht ihr in der folgenden Tabelle:

Samsung Galaxy Note 10.1 2014 Asus Memo Pad FHD 10 Wifi Sony Xperia Tablet Z Google Nexus 10 (2012) Nexus 7 (2013) Apple iPad Air
Vellamo 2242 1816 2242 1769 1331 k.A.
Peacekeeper: 821 390 361 645 611 1796
Antutu Benchmark: 31920 17818 20336 13630 18897 k.A.
Quadrant Standard Benchmark: 19146 5869 7413 4497 5733 k.A.
SunSpider: 606,4ms 1467,8ms 1867,9ms 1463,7ms 849,8ms 383,3ms

Akku

iPad Air Display 1-imp

Während Apple im iPad der vierten Generation noch einen vergleichsweise großen 42.5W Akku verbaut hat, sitzt im iPad Air ein deutlich kleinerer 32.4Wh Akku. Dies hat uns im Vorfeld des Tests etwas Sorgen bereitet.

Ein Vorteil des kleineren Akkus ist definitiv die verkürzte Ladezeit. Das iPad Air muss etwa 4 Stunden geladen werden, beim Vorgänger waren es noch etwa 6.

Aber auch in Sachen Laufzeit hat uns das iPad Air positiv überrascht.

Im Alltag hielt unser iPad Air etwa 2 Tage. Währenddessen nutzten wir es etwa 12 Stunden aktiv zum Surfen im WLAN- oder LTE-Netz und Abspielen von Musik über die integrierten Lautsprecher bei ca. 50-60% Displayhelligkeit.

Trotz verringerter Akkukapazität weist das iPad Air in einigen Anwendungs-Szenarien also sogar höhere Laufzeiten als der Vorgänger auf. Das liegt höchstwahrscheinlich am deutlich effizienteren A7-SoC und dem energiesparenderen Display.

Kamera

iPad Air Kamera-imp

Die wenigsten werden ihr 10“-Tablet wirklich gerne und häufig zum Fotografieren benutzen, aber in manchen Situationen ist es durchaus ganz gut zu wissen, dass man auch mit dem iPad Air einen schnellen Schnappschuss machen könnte.
Deshalb verbaut Apple eine 5 Megapixel Hauptkamera mit einer Blende von f/2.4.

Auf die vom iPhones 5s bekannte Slow-Motion-Funktion verzichtet man beim iPad Air trotz des A7-Prozessors.

Die Bildqualität ist im Vergleich zum Vorgänger nahezu unverändert. Gerade bei guten Lichtbedingungen können die Aufnahmen überzeugen. Sie werden ausreichend scharf, detailreich und farbgetreu.

Im LowLight-Bereich ist das iPad Air besser als die meisten seiner Konkurrenten – fällt im Vergleich zu aktuellen Highend-Smartphones aber natürlich trotzdem deutlich ab.

Für einen schnellen Schnappschuss reicht die Kamera des iPad Air jedoch auf jeden Fall aus.

Testbilder, die mit dem iPad Air aufgenommen wurden, findet ihr in der folgenden Galerie:

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Software

iPad Air Multitasking

Das iPad Air kommt natürlich mit Apples relativ neuem iOS 7.
Auch auf dem Tablet profitiert man von dessen Neuerungen.

Besonders gut hat uns hierbei die sehr stark an webOS orientierte Multitasking-Ansicht gefallen. Durch das große Display kommt diese perfekt zur Geltung. Die laufenden Programme werden in Form von Karteikarten dargestellt. Durch eine einfache Wischgeste können diese geschlossen werden. Hier vermissen wir jedoch eine Option, mit der man alle Tasks auf einmal schließen könnte.

iPad Air Control Center

Auch das neue Control-Center hat uns im Test überzeugt. Dieses lässt sich durch eine einfache Wischgeste vom unteren Displayrand nach oben öffnen. Endlich können Dienste wie Bluetooth oder WLAN schnell und systemweit aktiviert bzw. deaktiviert werden.

Der überarbeitete Music-Player gefällt uns nicht ganz so gut. Er wirkt eher wie eine vergrößerte iPhone-Version und ist, anders als noch bei iOS 6, unserer Meinung nach, nicht optimal für das große iPad-Display optimiert.

iPad Air Music Player

Der größte Vorteil eines iPads im Vergleich zu anderen 10 Zoll Geräten ist aber die große Auswahl an perfekt optimierten Apps. Während Android diesbezüglich im 7″-Bereich immer weiter aufholt, kann man im 10″-Bereich noch nicht einmal ansatzweise mit iOS konkurrieren.
Nahezu jede App ist perfekt auf das hochauflösende Display angepasst und nutzt die Größe optimal aus.

Fazit

Apple iPad Air
Sehr gut
90%
11/2013
Preis: 479€ Das iPad Air ist das optimale Consumer-Tablet, das vor allem durch das verringerte Gewicht, die Performance und das Display überzeugt.
Vorteile- Verarbeitung
- Wertiges Design
- Gewicht
- Display
- Performance
- Akku
Nachteile- Teils Speicher nicht erweiterbar
- Ungünstige Position der Lautsprecher

Das Apple iPad Air konnte uns im Test auf ganzer Linie überzeugen. Apple ist es hier gelungen, viele Schwachstellen des Vorgängers, allen voran das hohe Gewicht und die unhandlichen Abmessungen, zu verbessern. Das iPad Air kann nun auch problemlos unterwegs genutzt und mitgenommen werden. Dabei muss man keinerlei Abstriche in Sachen Verarbeitung und Wertigkeit machen. Diesbezüglich ist das iPad Air noch immer eines der besten Geräte auf dem Markt.
Dabei hat Apple es außerdem geschafft, die Akkulaufzeit trotz verkleinertem Akku minimal zu verbessern.

Auch das Display und die Performance bzw. iOS 7 haben uns sehr gut gefallen. Insgesamt eignet sich das iPad Air perfekt zum Surfen, zum Spielen oder zum Lesen.
Als Notebookersatz würden wir es aber noch immer nicht bezeichnen. Wer ernsthaft mit seinem Tablet arbeiten möchte, sollte eher nach einem Tablet mit Windows 8 Pro Ausschau halten.

Den Grundpreis des iPad Air halten wir für absolut angemessen, die Verdoppelung des internen Speichers bzw. die Option auf LTE lässt sich Apple aber leider wieder fürstlich bezahlen. Hier würden wir uns gerade beim Sprung von 16GB auf 32GB etwas kundenfreundlichere und realistischere Preise wünschen.

Alles in allem setzt das iPad Air im Consumer-Bereich der 10″-Tablets momentan definitiv Maßstäbe und reiht sich an der Spitze ein.

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Haptik / Verarbeitung 10 Display 10 Batterie 9 Performance 9 Konnektivität 9 Software 8 Preis / Leistung 8