Microsoft Surface Pro Test

Surface Pro Test

Das Microsoft Surface Pro ist das zweite Tablet der Surface Reihe. Im Vergleich zum Surface mit Windows RT bekommen User beim Surface Pro einen vollwertigen PC Ersatz mit ähnlichen technischen Daten eines Ultrabooks. Doch wie uns schon die ersten Testberichte gezeigt haben, ist auch das Surface Pro nicht perfekt und hat Potential für mehr. Im folgenden Test zeigen wir Euch unsere Eindrücke und Erfahrungen, die wir mit dem Microsoft Surface Pro machen konnten:

Testgerät:Microsoft Surface Pro 64GB mit Touch Cover – Preis ab ca. 879€
Software: Windows 8 Pro

Microsoft Surface Pro Test – Video und Bilder

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Hardware:

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Das Microsoft Surface Pro ist mit dem 13,5 mm “dicken” und 900g schweren Gehäuse kein Leichtgewicht. Doch wir waren während dem Test positiv überrascht, denn sowohl das dicke Gehäuse als auch das Gewicht haben während den Alltagsarbeiten nur selten gestört. Grundsätzlich lässt sich das Surface Pro durch die abgeschrägten Kanten noch gut in den Händen halten.

Von der Verarbeitung konnten wir, ähnlich wie beim Surface RT, kaum Mängel vorfinden. Das VaperMG Magnesium Gehäuse fühlt sich sehr hochwertig an und sieht auch dementsprechend aus.

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Auf der Rückseite ist wie auch beim Surface RT ein Kickstand integriert, mit dem das Surface Pro einfach hingestellt werden und im Bedarfsfall mit dem optionalen Touch oder Type Cover geschrieben werden kann. Der Kickstand ist aber nicht in jeder Situation perfekt. Da man den Kickstand lediglich mit einem Winkel von 26 Grad aufstellen kann, wirkt das Surface des Öfteren instabil, wenn man es beispielsweise auf dem Schoss hinstellt. Etwas Abhilfe schafft hier das Touch Cover, das man unter das Surface klappen kann, und der Kickstand somit eine etwas stabilere Unterlage vorfindet. Der Winkel des Kickstand ist auch nicht in jeder Situation gut, selbst wenn das Display sehr gute Betrachtungswinkel aufzubieten hat. Microsoft ist mit dem Kickstand aber schon auf dem richtigen Weg und wir hoffen, dass der Hersteller weiter am Kickstand arbeitet und diesen optimiert, denn nichtsdestotrotz hat sich der Kickstand als praktisch erwiesen.

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Bezugnehmend auf die Anschlüsse wird der Nutzer beim Surface Pro fast nichts vermissen. So findet man auf der linken Seite einen USB 3.0 Anschluss, den Audio Regler und Anschluss. Auf der Oberseite sind lediglich ein Mikrofon und der Standby Button angebracht. Auf der rechten Seite findet sich ein Micro SD Slot, der auch Micro-SDXC Karten unterstützt, der mini Display Port und der magnetische Ladeanschluss. Über Letztgenannten lässt sich beispielsweise der Stylus befestigen. Hier ist die magnetische Wirkung bei weitem nicht so stark wie bei dem Dock Anschluss auf der Unterseite. Denn trotz des Magneten muss der Ladeanschluss richtig positioniert werden, damit er hält und in der Folge auch relativ leicht abgezogen werden kann. Apropos Netzteil, in dem 48W Netzteil hat Microsoft einen USB Ladeanschluss (5W) integriert, sodass man neben dem Surface Pro gleichzeitig ein Smartphone laden könnte.

Für drahtlose Verbindungen stehen einem Wlan a/b/g/n und Bluetooth 4.0 zur Verfügung. Eine 3G Variante gibt es leider nicht, stattdessen kann man aber einen normalen Surfstick, ein kleines Mifi Modem oder einfach die Teether-Funktion seines Smartphones verwenden. Bei den Verbindungen konnten wir ansonsten keine Störungen oder Schwächen feststellen.

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Bei den Kameras kommen lediglich zwei 720P Kameras zum Einsatz, die eher für Videokonferenzen oder Schnappschüsse gedacht sind. Fotos mit besserer Qualität kann man wohl mit den meisten neueren Smartphones schießen.

Wie schon beim Microsoft Surface für Windows RT, wurden auch beim Surface Pro recht bescheidene Lautsprecher verbaut. Diese bieten zwar eine relativ gute Soundqualität, allerdings bei zu geringer Lautstärke.

Display

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Microsoft setzt bei den Surface Tablets auf ein ungewöhnliches 10,6 Zoll Display. Die Tablet mit dem 10,6 Zoll Display macht sich in der Praxis ganz gut, denn es ist kompakter als ein Tablet mit einem 11,6 Zoll Display und dennoch hat man eine wesentlich größere Wiedergabefläche als bei einem 10,1 Zoll.

Das ClearType-Display löst mit 1920 x 1080 Pixeln auf und zeigt sich im Test sehr positiv durch einen hohen Schwarzwert, hohe Betrachtungswinkel, eine gute Farbsättigung und eine hohe Helligkeit. Beim Start des Surface Pro konnten wir zwar leichtes Display Bleeding erkennen, allerdings ist uns das in keiner Situation während dem Gebrauch aufgefallen. Hier muss Microsoft ausdrücklich gelobt werden, denn es ist eines der besten Displays, die wir bisher im Test gesehen haben.

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Geschützt wird das Display von einem Gorilla Glas 2, das kratzfest und generell sehr widerstandsfähig sein sollte. Im Freien macht sich das Microsoft Surface Pro durch das leuchtstarke Display ganz gut, allerdings könnten hier teilweise die Spiegelungen etwas stören.

Mit der hohen Auflösung gibt es allerdings ein Problem. In der alten Desktop Ansicht wirken Symbole und Text sehr klein. Microsoft liefert das Surface Pro zwar mit einer Skalierung von 150% aus, doch trotzdem wirken der Text oder sonstige Symbole in Anwendungen klein. Ein weiteres “noch” ungelöstes Problem ist die Skalierung bei externen Monitoren. Denn verwendet man die Skalierung, wird diese gleich auf externen Monitoren angewendet, auf denen diese eventuell nicht benötigt werden. Hier wirkt dann beispielsweise eine Skalierung mit 150% übertrieben groß. Das Problem von Windows 8 ist bisher nicht gelöst. Möchte man einen externen Monitor verwenden, könnte man die Skalierung auf 125% stellen und somit ein Mittelmaß verwenden.

Performance, Wärmeentwicklung, Akku & Windows 8 Pro

Das Microsoft Surface Pro kommt mit der üblichen Ausstattung eines aktuellen Ultrabooks:

  • Intel Core i5-3317U Prozesser mit 1,7Ghz
  • Intel HD Graphics 4000
  • 4GB DDR3 RAM
  • SSD mit wahlweise 64GB bzw. 128GB – Verfügbar: 29 bzw. 89GB

Somit kann man das Surface Pro zu den Desktop-Replacements zählen, denn bei uns im Test konnten wir problemlos Videos mit Power Director 11 bearbeiten oder auch Diablo 3 mit Full HD Auflösung und mittleren Einstellungen spielen. Wie auch bei den Ultrabooks mit gleicher Grafikkarte muss man aber zumeist bei Spielen mit der Auflösung und niedrigeren Grafik-Einstellungen spielen. Im Vergleich zu unseren bisherigen Windows 8 Tablets bringt das Surface Pro aber einiges mehr an Performance mit, was sich auch in den folgenden Benchmarkwerten zeigt:

Microsoft Surface ProLenovo ThinkPad Tablet 2Asus Vivo Tab Smart ME400CAcer Iconia Tab W510Samsung ATIV Smart PCSony Vaio Duo 11 (Intel i3)
PC Mark 7470514391414130612414017
3D Mark 0649284594654603704736
Windows-Leistungsindex5,63,23,23,33,25,5
SunSpider159ms708,7696,1ms720,1ms707,1ms219,2ms
Peacekeeper:16764154163734051386

Die integrierte SSD von Micron zeigt in unserem Test gute Werte: 467,7MB/s lesen| 111,8 MB/S schreiben (bei Version mit 128GB 458,4 MB/s lesen | 264,6 MB/s schreiben). Wer mit dem gekauften 64 bzw. 128GB zu wenig Speicher hat, muss den Speicher mittels einer Micro-SD(XC) Karte erweitern. Wir haben die schnellste Micro-SDXC Speicherkarte mit 64GB gekauft, die momentan erhältlich ist (ca. 63€ bei Amazon). Allerdings ist diese mit gemessenen 62,75MB/s (lesen) und 18,95Mb/s (schreiben) bei weitem nicht so schnell und ähnelt eher der Geschwindigkeit eines langsameren eMMC Speichers. Die Verwendung ist aber problemlos, da Windows 8 keinen Unterschied macht und sich so auch Programme auf die Micro-SD Karte installieren lassen. Alternativ kann man natürlich die Daten in der Cloud speichern oder auf eine externe (USB 3.0) Festplatte zugreifen. Das Surface Pro selbst mit einer größeren Festplatte oder einen größeren RAM zu versehen ist leider fast unmöglich, wie wir bereits berichtet haben.

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Microsoft verbaut beim Surface Pro keine herkömmlichen Lüftungsschlitze, stattdessen findet man rund um das Surface Pro einen kleinen Spalt, was bereits vom Design her besser aussieht. Der Lüfter ist nicht immer hörbar, und selbst wenn die Drehzahl erhöht wird, um den Prozessor bei leistungsintensiveren Anwendungen zu kühlen, ist die Lautstärke noch angenehm und stört nicht. Beim herkömmlichen Arbeiten mit Office Anwendungen oder Surfen im Web dürftet Ihr den Lüfter im Regelfall nicht wahrnehmen. Beim Wiedergeben von Full HD Videos oder gar beim Spielen dreht der Lüfter etwas auf. Das Gehäuse wird auch spürbar wärmer, wie es zum Beispiel auch bei Ultrabooks der Fall ist. Allerdings wurde es bisher nie so heiß, dass man das Microsoft Surface Pro nicht  mehr auf den Schoss legen konnte.

Die 42 Wh Batterie sollte unterwegs das Surface Pro mit Energie versorgen. Wir hatten das Surface Pro in den vergangen Tagen in den verschiedensten Szenarien verwendet und so auch verschieden Akkulaufzeiten erhalten. Als wir mit dem Surface Pro, bei verbundenem Wlan und einer Bluetooth Maus, sowie 50% Display Helligkeit (für Indoor mehr als ausreichend) ein Video geschnitten haben und dann noch Diablo 3 spielten, hielt der Akku 2h. Bei unserem Standard Videowiedergabe Test, bei voller Display Helligkeit erhielten wir immerhin eine Laufzeit von 3,5h. Bei einem normalen Mix Gebrauch (Surfen, Musik hören, Office Dokumente bearbeiten) erreichten wir im Schnitt eine Akkulaufzeit von 4 Stunden bei ca. 50% Display Helligkeit. Der Wert klingt natürlich im Vergleich zu Tablets mit dem Intel Atom Prozessor recht niedrig, allerdings bieten manche Ultrabooks mit ähnlicher Ausstattung nicht viel mehr Akkuleistung, zudem gibt es noch die Hoffnung, das Microsoft ein optionales Dock mit einem integrierten Akku vorstellt. Der Akku wird während der Nutzung in knapp 3h aufgeladen.

Bei Windows 8 Pro gibt es beim Microsoft Surface Pro keine Änderungen und im Vergleich zu Tablets von anderen Herstellern gibt es keine zusätzlich vorinstallierten Anwendungen, was nicht gerade von Nachteil ist, denn größtenteils sind die Anwendungen eher nicht zu gebrauchen und nehmen nur Speicher weg.

Digitizer und Touch Cover

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Beim Microsoft Surface Pro wurde ein Wacom Digitizer integriert, der bis zu 1024 Punkte der Druckempfindlichkeit erkennt. Durch diesen ist es möglich, mit dem Stylus genauere Eingaben zu machen oder auch ähnlich wie auf einem Notizbuch zu schreiben.

Bei unserem Testgerät mussten wir allerdings feststellen, dass der Stylus manchmal nicht genau erkannt wird. Beim Schreiben von Notizen oder Markieren ist das nicht unbedingt problematisch. Möchte man allerdings ein kleines Symbol oder ähnliches anklicken, kann es vorkommen, dass man hier 2-3 mal probieren muss bis man es wirklich trifft. Die Handflächen Unterdrückung funktioniert wie sie es soll und wird aktiviert, sobald der Stylus ab einem Abstand von ca. 2cm erkannt wird.

Wie man mit einem Windows 8 Tablet und einem integrierten Digitizer praktisch arbeiten kann, haben wir bereits im Test des Lenovo ThinkPad Tablet 2 genauer gezeigt.

Zum Betrachten von PDF´s kann man durchaus den eigenen Reader von Microsoft verwenden. Dieser bietet einige praktische Funktionen und selbst kurze Notizen können zu einem PDF hinzugefügt werden. Wer generell mehr PDF´s bearbeiten möchte bzw. Notizen oder Markierungen hinzufügen möchte, sollte sich das Programm PDF Annotator ansehen (Link zur Seite). Das Programm kostet rund 70€ bzw. 30€ (Studentenlizenz). Wie wir im Video demonstrieren, lassen sich PDF Dokumente in vielfacher Weise bearbeiten. So kann man Notizen, Formen oder Markierungen mit verschiedenen Stiften zeichnen. Per Ausschnitt oder Screenshot Funktion können Seiten oder ein bestimmter Content beispielsweise in Microsofts One Note importiert werden. Microsoft One Note ist ein vorzügliches Programm und wahrscheinlich auch eine der besten Anwendungen, um Notizen zu erstellen oder auch Formeln zu schreiben. Wie wir im oberen Video zeigen, können Texte in Handschrift aufgenommen und dann in Text konvertiert werden. Aber auch Formeln können via Handschrift eingegeben werden, oder einfach Diagramme oder Formen gezeichnet werden.

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Als weiteres Zubehör gibt es die Touch & Type Cover für das Microsoft. Diese Tastaturen sind recht praktisch, da sie leicht und kompakt sind. Verblüffend ist vor allem das Touch Cover, mit dem man nach kurzer Übung verblüffend gut und schnell schreiben kann, auch ohne hinzusehen. Ganz so praktisch wie eine Tastatur Dock von z.B. dem Asus Vivo Tab ist sie nicht, da man stets eine gerade Unterlage braucht, um sie wirklich nutzen zu können.

Einen Vergleich des Touch & Type Covers zeigen wir euch in diesem Video:

Fazit

Microsoft Surface Pro
Befriedigend
70%
02/2013
Preis: 879€ Das Microsoft Surface Pro ist ein hochwertiges und leistungsstarkes Windows 8 Tablet mit einem sehr guten Display, aber einem schwachen Akku.
Vorteile- Display
- Verarbeitung
- Kickstand
- Peformance
Nachteile- Digitizer etwas ungenau
- Akku
- nur Micro-SD Slot

Das Microsoft Surface Pro ist ein sehr gutes Windows 8 Tablet. Für einen Preis von wahrscheinlich 879€ bzw. 979€ gibt es leider kaum Alternativen mit ähnlicher Ausstattung. Lediglich das Acer Iconia Tab W700 kann mit einem Preis von 899€ (für 128GB mit Intel Core i5 – Link zum Angebot) mithalten und hier bekommt man sogar ein Bluetooth Tastatur, sowie ein Smart Case mitgeliefert. Eine richtige Alternative ist es aber auch nicht für alle, da das W700 keinen integrierten Digitzer hat. Microsoft hat anderen Herstellern einiges vorgemacht, sich aber gleichzeitig Platz für Verbesserung gelassen.

Wer nach einem leistungsstarken, stylischen Windows 8 Tablet mit integrierten Digitizer sucht, wird zu in nächster Zeit wohl nur wenige Alternativen mit ähnlichem Preis finden. Neben einem etwas stärkeren Akku hätten wir uns lediglich einen vollwertigen SD Slot, anstatt eines Micro-SD Slots gewünscht. Das wäre praktischer beim Bearbeiten von Fotos einer Digitalkamera und Speicherkarten mit höheren Geschwindigkeiten und größeren Speicher sind günstiger.

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