LG G3 Test – So und nicht anders

21.06.2014 13:57 von
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Bis zum letzten Jahr war LG im Bereich High-End-Smartphones nicht unter den Top-Kandidaten. Mit dem LG G2 hat man dies allerdings schnell geändert. Wie auch unser Test zeigt, hat LG bereits beim G2 einiges gelernt und ein gelungenes High-End-Smartphone gebaut. Dafür bekam es auch von uns den TabTech Award für das beste Smartphone 2013. Ein paar Monate später möchte LG mit G3 noch eines oben draufsetzen und der Konkurrenz zeigen, dass sie nicht mehr alleine sind.

Wir haben das LG G3 in den letzten Tagen intensiv getestet. Wie sich das 5,5 Zoll große Smartphone im täglichen Gebrauch macht, was es kann und was nicht, das möchten wir euch in diesem ausführlichen LG G3 Test zeigen.

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Software: Android 4.4.2 mit eigener Oberfläche

LG G3 Review-Video und Bilder:

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

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Bereits beim G2 hat LG der Konkurrenz gezeigt, dass man auch kompaktere Geräte mit größerem Display bauen kann. Beim G3 setzt man die Latte noch einmal etwas höher. So verwendet man nun ein 5.5 Zoll großes QHD-Display. Für viele Nutzer mag ein 5.5 Zoll großes Gerät schon eher zu den Phablets zählen, doch LG hat es beim G3 geschafft, dass sich das Gerät nicht nach einem solchen anfühlt. Durch bemerkenswerte dünne Ränder um das Display wird das G3 mit Maßen von 146.3 x 74.6 x 8.9 mm (Vergleich Galaxy S5 mit 5,1 Zoll: 142 x 72.2 x 8.1 mm) recht kompakt gehalten. Durch die stark gerundete Form der Rückseite und einer Dicke von lediglich an den Rändern, liegt es auch bei kleineren Händen noch gut in der Hand. Ein OnePlus One fühlt sich vergleichsweise deutlich größer an. Natürlich ist das Display trotzdem gewachsen und bei manchen Aktionen ist eine ausschließliche Einhandbedienung (mit kleinen Händen) nicht einfach.

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Nein, auch LG setzt nicht auf ein Aluminium-Gehäuse. Durch verbesserte Materialien fühlt sich das G3 nun trotzdem wertiger an. So besteht die abnehmbare Rückseite nicht mehr aus einem glänzenden, sondern matten Kunststoff. Dieser ist mit einer feinen Struktur, ähnlich einer gebürsteten Aluminium Oberfläche, versehen. Dadurch bietet das G3 einen besseren Grip, ist nicht mehr anfällig für Fingerabdrücke und wirkt insgesamt etwas solider. Hätte man ein Aluminium-Gehäuse verwendet, wäre das G3 laut LG erheblich schwerer, größer und rund $300 teurer geworden. Demnach ist die Entscheidung nachzuvollziehen. Perfekt ist die Wahl aber nicht, den leider können wir bei unserem Testgerät immer wieder ein Knarzen verzeichnen, wenn man versucht das Gerät zu verwinden oder es fester an das Ohr drückt. Dies kann sich natürlich von Gerät zu Gerät unterscheiden und sich auch bis zur Auslieferung der internationalen Version ändern.

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Um das Gerät an den Rändern so dünn bauen zu können, hat man dort, wie schon beim LG G2, auf die Tasten verzichtet. Stattdessen findet man den Micro-USB und Audio Anschluss auf der Unterseite und die Tasten für den Stand-by und die Lautstärkeregelung auf der Rückseite. Im Vergleich zum Vorgänger lassen sich die Tasten nun besser drücken. Die rückwertige Position der Tasten mag Geschmacksache sein, doch in Kombination mit Double-Tab to wake-up oder dem Knock-On Code fühlt sich der Umgang mit dem Smartphone so natürlicher an. Ebenfalls auf der Rückseite findet man einen Lautsprecher, die neue 13-Megapixel-Kamera mit optischem Bildstabilisator, einen zweifarbigen Dual-LED Blitz und ein Laser, der für einen schnelleren Autofokus sorgen sollte.

Auf der Oberseite befindet sich ein Infrarot-Port, mit welchem z.B. einen Fernseher oder ein Heimkinosystem, unabhängig von Hersteller, gesteuert werden kann.

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Ansonsten lässt das LG G3 in Sachen Verbindungen bzw. Anschlüsse kaum Wünsche offen. Unter der abnehmbaren Rückseite befinden sich nämlich ein Micro-SIM und ein microSD Slot, den wir uns schon beim Vorgänger gewünscht hätten. Ansonsten werden natürlich Verbindungen wie WLAN mit dem Standard 802.11 a/b/g/n, natürlich LTE, Bluetooth 4.0 LE, GPS, Miracast und Wireless Charging unterstützt. Letzteres hängt von der Rückseite ab, welche aber bei der internationalen Version mitgeliefert wird. Insgesamt konnten wir beim Empfang keine Schwächen feststellen und auch GPS fand schnell eine Verbindung und war stets genau.

Gleiches gilt für die Gesprächsqualität die uns im LG G3 Test gut gefallen hat. Für beide Gesprächsteilnehmer ist das Gespräch sehr klar zu vernehmen. Zudem können Umgebungsgeräusche unter den Einstellungen etwas unterdrückt werden.

Der Lautsprecher ist nun von der Unterseite auf die Rückseite gewandert. Dabei verwendet LG nun einen 1-Watt-Lautsprecher mit einer Amp., die für einen ordentlichen Sound sorgen sollte. Wie es sich im Test zeigt, hat sich der Lautsprecher im Vergleich zum Vorgänger verbessert. Die Lautstärke ist nun wesentlich höher und auch die Qualität sehr gut. Lediglich bei zu hoher Lautstärke kann es bei manchen Songs zu einem leichten Krachen kommen. Zudem fehlt uns etwas der Stereo Sound ab, den wir z.B. vom OnePlus One oder HTC One M8 kennen. Die Position ist ebenfalls nicht perfekt, da der Ton vom Nutzer weggeht, aber immerhin wird der Lautsprecher nicht mehr so schnell verdeckt, wenn man das Gerät im Quermodus hält.

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Immer wichtiger werden „Selfie´s“ und dafür braucht man eine ordentliche Frontkamera. Während sich einige Hersteller bereits in den nächsten Pixel-Kampf begeben, bleibt LG bei einem 2,1 Megapixel großen Sensor und ein paar netten Features. Erst aber zur Bild- und Videoqualität der vorderen Kamera. Bei guten Lichtbedingungen macht die Kamera gute Fotos mit 1280 x 960 oder 1920 x 1080 Pixel, ähnlich wie Videos die mit 1920 x 1080 Pixel aufgenommen werden können.

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Für eine vereinfachte Verwendung von Selfies, kann man einfach die flache Hand vor das Bild halten und dann zu einer Faust zusammenballen, worauf ein Countdown startet und das Foto ausgelöst wird. Zusätzlich lässt sich der Beautification-Effekt anwenden, ohne sich tatsächlich schminken zu müssen. Zu guter Letzt lässt sich auch HDR automatisch oder manuell für die vordere Kamera aktivieren. Einen Groufie-Effekt, wie beim Huawei Ascend P7 (Test) konnten wir nicht im Kameramenü finden.

Display

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Einer der Hauptfeatures des LG G3 sollte das neue extrem hochauflösende 5.5 Zoll QHD-Display sein. Dabei löst das Display mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixel auf, woraus sich eine Pixeldichte von 534ppi ergibt. Die gesamte Anzahl der Pixel eines Full HD Display auf QHD hat sich von 2.07 Millionen Pixel auf 3.68 Millionen Pixel erhöht. Ein ordentlicher Sprung, doch ist dieser überhaupt nötig?

Wir konnten glücklicherweise in den letzten Tagen auch das OnePlus One testen, das ebenfalls ein 5,5 Zoll großes Display allerdings „nur“ mit FullHD Auflösung hat. Ein merkbarer Unterschied ist nur bei genauem Betrachten sichtbar. Selbst bei Texten im Browser kann man keinen größeren Unterschied erkennen. Auffallend war die höhere Auflösung beim Betrachten von hochauflösenden Bildern oder dem vorinstallierten Demo 4K-Videos. Hier werden auch kleinere Details schärfer dargestellt und sind so überhaupt sichtbar. Einen großen Mehrwert bietet daher die höhere Auflösung momentan noch nicht, da viele Apps oder generell der Content dafür noch nicht angepasst ist. In den kommenden Monaten bzw. Jahren dürfte QHD aber zum Standard werden und sich so auch der Content anpassen – wie es mittlerweile bei Full HD ist.

Natürlich ist aber die Auslösung nicht alles. Die Kalibrierung des Displays fällt bei unserem Testgerät etwas wärmer aus, was man gut bei weißen Hintergründen im Vergleich zum OnePlus One sehen kann. Trotzdem wirken Farben kräftig und das Display bietet außerdem hohe Betrachtungswinkel. Auch in Bezug auf die Helligkeit ist das Display leuchtstark und kann so gut im Freien abgelesen werden.

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Bei höheren Temperaturen kam es bei unserem Testgerät auch zu einer stärkeren Wärmeentwicklung, dabei konnten wir die Helligkeit nicht mehr auf 100% einstellen und das Gerät regelte automatisch die Helligkeit auf 80%. Generell kann man hier sagen, dass die automatische Helligkeitsreglung das Display im Vergleich zu anderen Geräten etwas niedriger regelt – vermutlich um etwas Energie zu sparen.

Der Touchscreen reagiert aber ansonsten sehr gut und nimmt jede Berührung wie gewünscht an. Die schmalen Ränder neben dem Display stellen auch kein Problem bei der Bedienung dar. Versehentliche Berührungen am Rand sind nicht vorgekommen.

Performance

Beim LG G3 kommt ein Qualcomm Snapdragon 801 SoC mit je 2.46 Ghz und 3GB Arbeitsspeicher (2 GB bei der 16 -GB-Version) zum Einsatz. Der Prozessor ist kein Unbekannter, immerhin wird er fast in allen neuen High-End Geräten verbaut. Natürlich hätten wir uns gefreut, wenn LG bereits auf einen Qualcomm Snapdragon 805 mit der neuen Adreno 420 GPU gesetzt hätte. Im Fall des G3 muss die GPU bei gleicher Leistung durch das QHD-Display wesentlich mehr Pixel berechnen. Trotzdem können High-End Games auf dem G3 normal gespielt werden – ohne dass wir Lags oder Ähnliches erkennen konnten, wie wir in dem folgenden Gaming Video zeigen:

(Link zum YouTube-Video)

Bei Benchmarks hingegen führt es zu etwas niedrigeren Ergebnissen, wie wir in der folgenden Tabelle mit anderen High-End Geräten zeigen:

LG G3 Sony Xperia Z2 HTC One (M8) Samsung Galaxy S5 LG G2 OnePlus One
Quadrant Standard Benchmark 23,317 17048 23535 23528 19465 24598
Antutu 32,530 34444 34534 35817 35728 32382
SunSpider 900,8ms 723,0ms 595,0ms 395,3ms 979,4ms 878,9ms
Peacekeeper: 657 863 1165 855 849 964

Im täglichen Gebrauch macht sich der Unterschied in Sachen Performance allerdings kaum bemerkbar. Gesamt wirkt das Gerät recht flott, allerdings haben wir immer wieder kleine Micro-Lags feststellen müssen, was wohl an der UI von LG dürfte. Die Lags halten sich aber sehr zurück und LG könnte hier in Zukunft noch etwas nachbessern. Störend war dies bisher nicht.

Was allerdings aufgefallen ist, war die Wärmeentwicklung auf der Rückseite im Bereich der Kamera. Belastet man das Gerät nur etwas mehr oder nutzt etwas aufwendigere Programme, wird es schnell merkbar warm. Hier hoffen wir, dass LG dies mit einem Software-Update noch etwas in den Griff bekommt, ein OnePlus One bleibt beispielsweise bei gleicher Nutzung kühl.

Akku

LG G3 Akku

Im LG G3 kommt ein 3.000 mAh großer Akku zum Einsatz, der nun auch wechselbar ist. Die große Frage ist natürlich, ob nun der gleichgroße Akku im Vergleich zum LG G2 bei der höheren Auflösung eine gute Laufzeit ermöglicht. Laut LG sollte dies kein Problem darstellen, da man mit einigen Software-Optimierungen die Laufzeit auf gleichem Niveau halten will. Wir haben daher die Akkulaufzeit in den vergangenen Tagen besonders beobachtet. Mit der besonders guten Laufzeit des LG G2 kann es nicht mehr mithalten. Dennoch ist die Akkulaufzeit im täglichen Gebrauch ausreichend – auch für Vielnutzer. So kamen wir im täglichen Gebrauch mit automatischer Display-Helligkeitsregelung, fast andauernder Wiedergabe von Musik, Verwendung von WhatsApp, Hangouts, dem Browser sowie der Verwendung von GPS mit Google Maps und der Kamera für ein Paar Fotos auf über 13h. Dabei belief  sich die Display-On Zeit auf 3:25h. Auffallend war dabei, dass vor allem Google Maps sehr viel Energie gezogen hatte, wie man in den folgenden Screenshots erkennen kann. Bei normaler Nutzung sollte man also jedenfalls locker über den Tag kommen und für die wirklichen Power-User kann der Akku zwischendurch schnell gewechselt werden, sollte dieser wirklich ausgehen.

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Natürlich haben wir für einen besseren Vergleich unseren üblichen Akku-Test gestartet und ein Video in Schleife wiedergegeben, dabei haben wir volle Displayhelligkeit eingestellt und waren mit dem Wifi verbunden. Das Ergebnis von 5:51h zeigt, dass man nicht all zu weit hinter anderen High-End Geräten liegt.

Kamera

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Beim LG G3 setzt man wieder auf eine 13 Megapixel Kamera mit OIS+. Als zusätzliches Feature verbaut LG einen Laser, der für einen deutlich schnelleren Fokus sorgen soll, und einen zweifarbige Dual-LED-Blitz, der bei Nachtaufnahmen für eine natürlichere Ausleuchtung sorgen soll.

Neu ist auch das vereinfachte Menü der Kamera. Während man bei dem älteren Kamera-Menü noch die Wahl für verschiedene Modi und z.B. einen manuellen Modus hatte, der auch die Einstellungen der Helligkeit oder Schärfe ermöglichte, findet man diesen hier nicht mehr. Zudem können fast alle Menüpunkte ausgeblendet werden. Macht man dies, muss man nur noch das Display antippen, um zu fokussieren und gleichzeitig ein Foto zu schießen. Das funktioniert in der Regel sehr schnell und zuverlässig.

In den Einstellungen kann man lediglich ein Raster, einen Selbstauslöser, die Sprachsteuerung und HDR On / Off / Auto aktiveren sowie die Größe der Aufnahmen einstellen. Hier lassen sich Fotos mit bis zu 4160 x 3120 (13MP) im 4:3 oder mit 4160 x 2340 (10MP) im üblichen 16:9 Format auswählen. Zudem kann man Videos mit Zeitlupen-Effekt mit 720p, bzw. Videos in Full HD oder 4K (3840 x2160 Pixel) auswählen.

Unter Modus lässt lediglich die Dual-Kamera, die Panorama-Funktion, Automatisch und Magischer Fokus auswählen. Grundsätzlich mögen wir das minimalisierte Menü, doch LG hätte zumindest noch die manuelle Auswahl aller Einstellungen (ISO, Belichtungszeit usw.) zur Auswahl lassen können, so wie wir das vom LG G2 kennen.

So verwendet man natürlich die meiste Zeit den Automatischen-Modus, bei dem Fotos in den meisten Situationen gut aussehen. Bei dunkler Umgebung sollte man aber teilweise den Blitz manuell aktivieren. Leider werden auch in manchen Situationen Bilder zu dunkel und genau dann würden wir uns die oben genannten manuellen Einstellungen wünschen. Ein gutes Beispiel ist hier dieses Bild, welches wir im Olympia Stadium aufgenommen haben:

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Das dies aber zum Glück eher ausnahmen sind, zeigen die folgenden Fotos der Kamera:

Fotos bei Nacht können ebenfalls überzeugen. Diese werden durch den Laser-Fokus schnell fokussiert und bieten viele Details. Verschwommene Bilder gibt es durch den optischen Bildstabilisator eher selten. Auch das Bildrauschen hält sich in Grenzen, auch wenn man hier natürlich nicht mit einem Nokia Lumia 1020 mithalten kann. Auch dazu haben wir ein paar Testfotos erstellt, die wir bei Nacht aufgenommen haben:

Nicht zu vergessen ist der HDR-Modus. Dieser kann wie erwähnt manuell oder automatisch aktiviert werden. Bei der Verwendung von diesem Modus werden Bilder trotzdem schnell aufgenommen und gespeichert. Das Ergebnis kann sich ebenfalls sehen lassen:

Die Videoqualität ist ebenfalls gut. Ob man nun in 4K aufnehmen möchte oder nicht, bleibt jedem Nutzer selbst überlassen. Wir haben die Funktion in verschiedenen Szenen getestet. Dabei haben wir erst eine 4K-Videoaufnahme bei Nacht in einem Restaurant in Hong Kong aufgezeichnet. Dabei ist eine Lichtershow zu sehen, die uns von der Qualität der Aufnahme bei Nacht schon beeindruckt. Auch die Soundqualität ist bei dieser Aufnahme in Ordnung und Hintergrundgeräusche wurden stark herausgefiltert:

(Link zum YouTube-Video)

Wir haben ebenfalls eine 4K-Aufnahme bei Tag erstellt und dabei kann man ebenfalls viele Details und natürliche Farben erkennen. Auffallend ist auch die gute Arbeit des optischen Bildstabilisators, als wir normal mit dem Handy gegangen sind:

(Link zum YouTube-Video)

Wir würden nicht sagen, dass die Kamera des LG G3 die Beste ist, die wir bisher in einem Smartphone gesehen haben. Allerdings spielt sie sicher bei den Besseren mit und das hätte man gerade erst vor zwei Jahren nicht von einem LG-Gerät sagen können. Wer alle Bilder in originaler Größe sehen möchte, kann diese in diesem Zip-File herunterladen.

Software

LG G3 Software 2

Schon beim G2 hatte LG ähnlich wie Samsung auf eine stark angepasste Software gesetzt. Beim G3 hatte man versucht alles etwas simpler und nicht so überladen darzustellen. Dabei dient als Basis Android 4.4.2 und es werden moderne und aufgeräumtere Symbole und Oberflächen genutzt.

Das zeigt sich unter anderem durch neue flache Icons, ein simples Benachrichtigungscenter mit konfigurierbaren Schnelleinstellungen und einem neuen Multitasking-Menü. Neu ist auch die LG Health-Seite, welche Fitness-Information wie z.B. Schrittzähler-Informationen auf der ersten Seite des Homescreens anzeigt. Dies ist ein nettes Feature, wird aber bestimmt nicht von jedem Nutzer auch wirklich genutzt.

Neu ist auch die Tastatur, die nun in der Höhe individuell einstellbar ist. Zudem lässt sich eine Wortvorhersage aktiveren.

Die starken Anpassungsmöglichkeiten bleiben aber nach wie vor gleich. So kann man sich z.B. die Farben bzw. die Anordnung der Menü-Tasten nach belieben auswählen. Neu ist, dass man durch ein langes Drücken der Zurück-Taste auf das Dual-Window Menü kommt. Von hier aus kann man zwei Applikationen (nicht die selben Apps) nach unten und oben schieben und so zwei Fenster gleichzeitig anzeigen lassen – ähnlich wie wir das von Samsung kennen.

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Streicht man über die Home-Taste, kann man zusätzlich neben Google Now zwei weitere Applikationen als Schnellstart einstellen.

Nicht neu aber sehr nützlich ist Double-Tab to wake-up, mit dem man das G3 durch ein einfaches doppel-tippen des Touchscreen aufwecken kann. Im Test haben wir aber gleich den Knock-Code verwendet. Hier muss man eine gewisse Touch-Reihenfolge eingeben, um das Gerät aus dem Stand-by aufzuwecken. Die Funktion dient auch gleich als Sicherheitseingabe und funktionierte in den meisten Fällen zuverlässig.

Neben den vielen Einstellungsmöglichkeiten gibt es auch einige vorinstallierte Apps wie z.B. eine eigene Galerie, eine eigene Nachrichten- und Kontakte-App, einen Datei-Manager, QMemo+ für Notizen oder QRemote zum Steuern von Fernsehern oder ähnlichen Geräten.

Optisch gefällt uns die neue Oberfläche wesentlich besser und gewisse Einstellungen für eine verbesserte Einhandbedienung oder andere Features sind recht praktisch. Wir sind froh, das hier LG nicht versucht hat noch mehr Features zu integrieren, die man wahrscheinlich kaum nutzt und eher den Schritt zurück macht.

Fazit

LG G3
Sehr gut
90%
06/2014
Preis: 549€ Das LG G3 konnte uns im Test durch das gute Display, den austauschbaren Akku und die bessere Haptik voll und ganz überzeugen.
Vorteile- Verarbeitung & Haptik
- Display
- Software
- Performance
- Kamera
- wechselbarer Akku
- Lautsprecher
Nachteile- leichtes Knarzen
- Wärmeentwicklung

Zusammenfassend fällt der LG G3 Test sehr positiv aus. LG hat bewiesen, dass man auf die Nutzer hört und beispielsweise einen wechselbaren Akku und einen microSD Slot integriert. Auch die Haptik hat sich im Vergleich zum Vorgänger verbessert.

Ein 5,5 Zoll großes Smartphone mag nicht für jeden etwas sein, doch LG hat alles getan, damit Gerät so kompakt wie möglich ausfällt. Positiv überrascht waren wir auch von der guten Kamera. Die Performance und Akkulaufzeit sind in Ordnung. Einzig auf das QHD-Display hätten wir wohl verzichten können. Der Mehrwert hält sich momentan in Grenzen und man hätte mit einem normalen Full HD Display vielleicht etwas höhere Akkulaufzeiten erreichen können.

Die Software ist ebenfalls gelungen. Perfekt ist sie aber noch nicht, wie hin und wieder Micro-Lags und die Wärmeentwicklung zeigen. Vielleicht lässt sich hier auch noch die eine oder andere Optimierung für den Energieverbrauch per Software-Update erreichen.

Vergleicht man die Startpreise des LG G3, dann lässt LG die Konkurrenz teilweise alt aussehen. Man lässt eigentlich keinen Grund mehr offen, warum man zur Konkurrenz greifen sollte, sofern man gerade ein High-End Smartphone kaufen möchte. Bedenkt man, dass die Preise in den kommenden Monaten wahrscheinlich noch etwas sinken werden, sehen wir im LG G3, das Smartphone des Jahres 2014.

Anzeige:

Haptik / Verarbeitung 9 Display 10 Kamera 9 Batterie 8 Performance 9 Konnektivität 9 Software 9 Preis / Leistung 9