Review: Lenovo Yoga 2 Pro mit QHD+ Display im Test

18.12.2013 19:06 von
DSC00094

Lenovo hat auf der IFA 2013 eine Reihe von neuen Tablets und Convertibles vorgestellt. Herausgestochen haben dabei aber besonders die neuen Yoga-Modelle. Zum einen das Lenovo ThinkPad Yoga mit optional mattem Display und Stylus und zum anderen das Lenovo Yoga 2 Pro mit einer besonders dünnen Bauweise und einem extrem hochauflösenden Display. Letztes haben wir uns in den vergangen Tagen genauer angesehen und zeigen euch in diesem Lenovo Yoga 2 Pro Test was das Windows 8 Convertible kann.

Testgerät: Lenovo Yoga 2 Pro – Preis ab ca. 1299€ bei Amazon | Notebooksbilliger | Cyberport
Software: Windows 8.1

Lenovo Yoga 2 Pro Test-Video und Bilder:

(Link zum YouTube-Video)

Hardware

Mit dem ersten Lenovo Yoga zeigte das Unternehmen ein interessantes Konzept. Ein Ultrabook, bei dem man das Display um 360 Grad drehen kann und so das Gerät auch als Tablet nutzen kann. Aber nicht nur das, denn durch die Transformation ergeben sich noch weitere Modi wie z.B. der Zelt- oder Präsentationsmodus. Das Konzept setzt sich langsam durch und ist vermutlich eines, dass man auch in Zukunft, neben Detachable Laptops wie z.B. dem Transformer Book T100 (Test), vermehrt sehen wird. Das erste Lenovo Yoga war noch recht klobig und die Akkulaufzeiten eher unbrauchbar. Doch mit der neuesten Generation an Prozessoren und besserem Know-How hat man einiges verbessert.

Yoga 2 Pro im Präsentationsmodus

So ist das Yoga 2 Pro trotz Touchscreen und Scharnier für die 360° Drehung des 13,3-Zoll-Displays nur 1,39kg schwer und 15,5mm hoch. Somit zählt das Yoga 2 Pro trotz seiner Möglichkeiten zu den kompaktesten Convertibles und Ultrabooks in der Größe.

Bei der Materialwahl setzt Lenovo auf eine leicht gummierte Oberfläche, die sich sehr wertig und im Vergleich zu Aluminium auch wärmer anfühlt. Schön ist auch, dass man nicht nur auf ein übliches Silber oder Schwarz setzt, sondern auf ein schlichtes Grau und knalliges Orange. Auch die Verarbeitung kann sich sehen lassen. Es gibt keine Spaltunterschiede oder merkbare Verarbeitungsschwächen. Insgesamt fühlt sich das Gerät auch sehr solide an – egal in welchem der Modi man das Yoga 2 Pro verwendet. Merkbar war allerdings, dass das Display im normalen Ultrabook-Modus etwas stärker nachschwingt.

Anschlüsse rechts

Wie üblich befinden sich an den Seiten die wichtigsten Tasten und Anschlüsse. Auf der rechten Seite befindet sich eine Stand-by Taste mit integrierter Benachrichtigungsleuchte, eine Ladestatusleuchte, eine Sperr-Taste für die Screenrotation, ein Audio- Anschluss und ein USB 2.0 Anschluss mit Fastcharge-Funktion. Somit kann man z.B. sein Smartphone aufladen, auch wenn das Yoga im Stand-by ist. Die Tasten sitzen allerdings zu tief im Gehäuse, sodass man sie nur schwer ertastet und durch den etwas tiefen Druckpunkt auch ungewohnt stark betätigen muss.

Auf der Rückseite befinden sich zwischen den Scharnieren feine und nicht zu aufdringliche Lüftungsschlitze. Auf der linken Seite befinden sich ein SD-Kartenleser, ein Micro-HDMI Anschluss, ein USB 3.0 Anschluss und ein Ladeanschluss, der einem USB Anschluss auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich sieht.

Auf der Unterseite befinden sich neben den vier Gummifüßen, zwei Lautsprecher die seitlich an den leicht abschrägten Kanten positioniert wurden. Innen findet man über dem Display eine 1,2 Megapixel Kamera und unter dem Display einen touchsensitiven Windows Button. Weiter findet man eine normale Chicklet-Tastatur auf der Innenseite. Verwendet man somit das Yoga 2 Pro als Windows-Tablet, greift man zum Halten des Tablets über die Tasten. Dies ist etwas gewöhnungsbedürftig und mag vielleicht etwas abschreckend wirken. Die Tastatur wird allerdings beim Umklappen des Displays deaktiviert, sodass man sich keine Sorgen machen muss, dass man ungewollt Eingaben tätigt. Wie sich die Tastatur im Test macht, erfahrt ihr im nächsten Teil des Tests.

Zuvor möchten wir noch kurz auf die Lautsprecher eingehen, denn diese haben einen sehr guten Klang und sind von der Lautstärke sehr gut.

Windows Taste und Microfone

Die vordere 1,2 Megapixel Kamera ist gut und nimmt auch Full HD Videos ruckelfrei auf. Die Qualität der Schnappschüsse und Videochats ist in Ordnung. Zum Videochatten oder andere Aufnahmen wurden die zwei Mikrophone wohl überlegt unter dem Display positioniert, sodass sie sich in jeder Position zum Nutzer richten.

Tastatur

Tastatur

Die Tastatur hat durch das 13-Zoll-Display recht viel Platz, der auch großzügig genutzt wurde, um ein großes Multitouch-Trackpad zu integrieren. Die Tasten haben vermutlich durch die dünne Bauweise einen geringen Tastenhub und einen etwas weichen Druckpunkt. Die Tasten fühlen sich auch etwas schwammig an. Man braucht schon einige Zeit, bis man sich an diesen Zustand gewöhnt. Zudem wirkt das Tastenlayout mit den zusätzlichen Tasten für „Pos 1, Ende, Bild hoch und runter“ neben der Entertaste und über der rechten Pfeiltaste ungewöhnlich. Dadurch sind wir während des Tests unzählige Male ungewollt nach unten oder oben gescrollt.

Multitouch-Trackpad des Yoga 2 Pro

Das Trackpad wirkt auf den ersten Blick sehr groß. Die Glasfläche ist leider nicht aus kratzfestem Gorilla Glas, wie beispielsweise das Display Glas. Dieses ist wohl auch nicht so widerstandsfähig, denn nach kurzer Verwendung zeigte sich schon ein feiner Einriss des Glasses und dies, obwohl wir es nur auf unserem Schreibtisch verwendet haben. Somit sollte man vielleicht etwas vorsichtiger sein, wenn man das Yoga 2 Pro im Tablet oder Präsentationsmodus, auf eine unebene Oberfläche legt. Ansonsten reagiert das Trackpad gut und nimmt auch Windows 8 Gesten wie z.B. das Wischen durch verwendete Programme an.

Display

Eines der Highlights des Lenovo Yoga 2 Pro ist das 13,3 Zoll QHD+ IPS Display. Dieses löst mit unglaublichen 3200 x 1800 Pixeln auf und hat somit eine Pixeldichte von 276ppi. Das klingt erstmals verlockend, ist aber momentan in der Praxis teilweise unpraktisch. Windows 8.1 bzw. die meisten älteren Programme sind auf solch eine hohe Pixeldichte nicht angepasst und trotz max. Skalierung kaum nutzbar. So kann man beispielsweise bei Adobe Photoshop kaum mehr die Menüleiste treffen oder bei anderen Programmen irgendwelche Symbole. Einzige Lösung für dieses Problem ist, dass man die Auflösung auf 1920 x 1080 reduziert. Mit dieser Auflösung konnten wir schlussendlich im Test mit allen Programmen wie z.B. Adobe Photoshop, Premiere Pro wie gewohnt und ohne Probleme arbeiten.

Adobe Premiere Pro mit QHD+ Auflösung

Ansonsten hat uns im Test das Display gut gefallen. Es bietet hohe Betrachtungswinkel und nach einem Bios Update auch eine gute Farbwiedergabe. Hier gab es anfangs Kalibrierungsprobleme, sodass Gelb eher nach Orange ausgesehen hat und somit die Farbwiedergabe nicht ganz so gut war. Dies wurde allerdings mit dem erwähnten Bios Update behoben. Beim Starten oder auch bei schwarzen Hintergründe ist ein leichtes Display-Bleeding aufgefallen. Bei normaler Nutzung war dies allerdings nicht erkennbar.

QHD+ Display des Yoga 2 Pro

Der Touchscreen reagiert meist wie gewünscht. Es kam allerdings auch des Öfteren vor, dass man gewünschte Symbole zwei Mal antippen musste.

Performance & Emissionen

Für eine gute Performance sorgt der Intel Core i5-4200U Prozessor mit der Intel HD4400 GPU, 8GB Arbeitsspeicher und einer flotten 256GB SSD Festplatte. Eine ähnliche Ausstattung mit gleichem Prozessor haben wir bereits im Microsoft Surface Pro 2 (Test) gesehen. Sowohl beim Surface Pro 2 als auch beim Lenovo Yoga 2 Pro konnten wir im Test eine ordentliche Performance feststellen. So liefen jegliche Interaktionen in der Modern UI flüssig und auch Spiele wie Diablo 3 oder auch FIFA 2014 laufen auf dem Yoga 2 Pro ohne Probleme.

geöffnetes Display des Yoga 2 Pro

Auffallend war allerdings, dass die Lüfter selbst bei einfacheren Anwendungen angefangen haben zu drehen und sich ein leichtes Surren bemerkbar machte. So surft man beispielsweise nur im Internet oder sieht einen Film, schon kann sich der Lüfter vereinzelt aktiveren. Dies ist allerdings nicht unbekannt, denn Lenovo scheint generell sehr vorsichtig zu sein und startet Lüfter meist etwas früher um Komponenten zu kühlen. Dies kann man aber ggf. durch diverse Tools verändern.

Bei der angesprochenen 256GB SSD Festplatte stehen dem Nutzer nach dem ersten Aktivieren von Windows rund 191GB zur Verfügung. Auf einer weiteren Partition ist noch ein Recovery zu finden. Die Lese- und Schreibraten der SSD Festplatte liegen im durchschnittlichen Bereich der von uns getesteten Tablets und Convertibles mit neuem Intel Haswell Prozessor. Dabei erreichten wir im Test einen Wert von 488MB/s beim Lesen und 256,7MB/s beim Schreiben.

Im folgenden Benchmark-Vergleich findet ihr auch einige Benchmark-Ergebnisse des Lenovo Yoga 2 Pro im Vergleich zum Surface Pro 2 und anderen Windows 8 Tablets:

6156k.A.
Lenovo Yoga 2 Pro Asus Transformer Book T100 Microsoft Surface Pro 2 Sony Vaio Duo 13
PC Mark 7 4748 2360 4491 4454
3D Mark 06 3814 2117 5282
SunSpider 231,7 423,5ms 138,8ms
Peacekeeper: 2227 694 1112

Akku

Dank der neuesten Intel Haswell Prozessoren erreichen mittlerweile auch so kompakte Convertibles wie das Yoga 2 Pro akzeptable Akkulaufzeiten. So erreichten wir bei unserem üblichen Akku-Test mit voller Display-Helligkeit, verbundenem Wlan und der durchgehenden Wiedergabe eines Videos einen Wert von 6:45h. Bei automatischer Helligkeit erreichten wir allerdings einen Wert von 7:35h. Mit diesen Akkulaufzeiten und einer recht flotten Ladezeit von ca 2,5 – 3h sollte man somit die meisten Vorlesungen, Termine oder kurzen Geschäftsreisen überstehen, ohne dass der Akku geladen werden muss.

Software

Als Software kommt beim Lenovo Yoga 2 Pro Windows 8.1 in der 64-Bit Version zum Einsatz. Wie schon erwähnt, läuft die Bedienung mit dem Yoga 2 Pro wie erwartet problemlos. Lenovo hat auch einige Apps vorinstalliert. Dabei einige von Drittanbietern wie z.B. eBay, rara, McAfee, Wildtang Games und einige eigene Applikationen.

Lenovo Apps

Eine interessante Applikation ist Lenovo Companion, mittels der man sein Smartphone mit dem Lenovo Yoga 2 Pro verbinden kann. Somit kann man seine SMS oder Telefonate direkt über das Yoga 2 Pro abwickeln. Weiteres findet man einen Transition Manager, bei dem man verschiedene Applikationen automatisch im Vollbildmodus öffnen lassen kann – sofern man das Tablet in eine andere Position z.B. in den Präsentationsmodus bringt. Interessant, aber nicht richtig funktional, war Motion Tracking. Dadurch werden Bewegungen der Hand vor der Kamera erkannt und genutzt, um beispielsweise Bilder vorzublättern oder Ähnliches.

Lenovo hätte durchaus auf die eine oder andere App verzichten könnten und so dem Nutzer mehr Speicherplatz zur Verfügung gestellt.

Fazit

Lenovo Yoga 2 Pro
Gut
81.4%
12/2013
Preis: 1299€ Das Lenovo Yoga 2 Pro konnte uns durch das praktische Konzept, das gute Display und der guten Performance im Test überzeugen.
Vorteile- Leistung
- Display
- Akku
- praktische Modi
Nachteile- Tastatur etwas schwammig
- Lüfter starten zu früh

Das Lenovo Yoga 2 Pro hat uns im Test gut gefallen. Vor allem das Konzept mit dem drehbaren Display zeigt sich im täglichen Gebrauch als echter Mehrwert. Nach dem Bios Update konnte uns auch das hochauflösende Display überzeugen. Eine solch hohe Auflösung wäre aber noch nicht nötig gewesen. Überzeugen konnte auch die Verarbeitung und die Akkulaufzeit.

Nacharbeiten sollte man noch bei der Lüftersteuerung, denn die Lüfter beginnen zu früh zu drehen. Auch die Tastatur könnte noch verbessert werden, denn die Tasten waren noch nicht optimal zu drücken.

Als Alternative für das Lenovo Yoga 2 Pro, könnte man sich das Sony Vaio Fit multi-Flip mit integrierten Digitizer oder das Anfangs erwähnte Lenovo ThinkPad Yoga anschauen.

Anzeige:

Haptik / Verarbeitung 8 Display 9 Batterie 8 Performance 8 Konnektivität 7 Software 9 Preis / Leistung 8