HTC One Test

08.04.2013 19:30 von Franz
HTC One Test youtube

Das HTC One wurde am 19. Februar 2012 in London und New York City vorgestellt. Es stellt das Highend-Flaggschiff des taiwanesischen Herstellers für das Jahr 2013 dar. Laut offiziellen Angaben ist es bereits seit einigen Tagen auf dem deutschen Markt verfügbar. Da HTC anscheinend enorme Probleme bei der Beschaffung der Komponenten hat, ist es noch immer ziemlich schwierig, ein Gerät zu ergattern.
HTC möchte mir dem One, Samsungs Dominanz im Android-Bereich endlich richtig attackieren. Ob sie das mit diesem Smartphone tatsächlich schaffen können, wollen wir euch in unserem Test zeigen.

Testgerät: HTC One glacial silver – Preis ab ca. 599€ bei Amazon | getgoods.de | Cyberport
Software: Android 4.1.2 mit Sense 5.0 UI

HTC One – Video und Bilder

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Hardware

Das HTC One ist ein wahrer Handschmeichler. HTC setzt wieder einmal auf ein Unibody-Design, diesmal jedoch zum Großteil auf Aluminium. Nur an den Seiten, sowie bei zwei kleinen, weißen Linien auf der Rückseite wurde Polycarbonat verwendet, welches mittels „Zero-Gap Technologie“ mit den beiden Aluminium-Platten auf Vorder- und Rückseite zusammengesetzt wurde.

Dies verleiht dem Smartphone eine Wertigkeit und Eleganz, die man so im Android-Bereich lange Zeit vergeblich gesucht hat. Außerdem wird dadurch gewährleistet, dass trotz Aluminium-Unibody hervorragende Empfangseigenschaften gegeben sind.

Einige Erstbesitzer beklagten, dass bei ihrem One die Spaltmaße nicht perfekt seien, dies konnten wir bei unserem nahezu perfekt verarbeiteten Testgerät jedoch nicht feststellen.

HTC One rechte Seite

Das HTC One ist 137,4mm lang, 68,2mm breit und an der dicksten Stelle 9,3mm dünn. HTC setzt hier wieder auf ein zu den Rändern abgeflachtes Design, was zur Folge hat, dass das Smartphone deutlich dünner wirkt, als es eigentlich ist. Neben dem Display nehmen die beiden unten und oben verbauten Stereolautsprecher einen Großteil der Vorderseite ein. Diese nennt HTC BoomSound und das trifft es eigentlich auf den Punkt. Der Sound ist vergleichsweise ziemlich laut, kräftig und trotzdem sehr ausgeglichen. Im Smartphone-Bereich setzt man damit neue Maßstäbe.

HTC One Frontkamera

Ansonsten findet man auf der Vorderseite neben den zwei kapazitiven Tasten für „Zurück“ und „Home“ bzw. „Multitasking“ (Doppelklick) eine dezente Benachrichtigungs-LED und die mit 2,1 Megapixel auflösende Frontkamera mit 88 ° Weitwinkelobjektiv.

An den Seiten befindet sich dann das Übliche: Links ein Micro-SIM-Schacht, rechts die hervorragend verarbeitete Lauter-Leiser-Wippe. Auf der Unterseite befindet sich neben einem Mikrofon der Micro-USB-Anschluss und auf der Oberseite der 3,5mm Klinkenanschluss, sowie der Power-Button, der außerdem als Infrarot-Port fungiert.

Die Gesprächsqualität des HTC One ist hervorragend. Ähnliches gilt für die Signalstärke im WLAN, LTE oder HSPA+ Netz. Außerdem unterstützt das One selbstverständlich Near Field Communication. (NFC)

Display

HTC One Betrachtungswinkel

Neben dem Sony Xperia Z ist das HTC One das zweite Smartphone, das mit einem Full-HD Display auf dem deutschen Markt verfügbar ist. 1920×1080 Pixel auf 4.7“ ergibt eine Pixeldichte von 468ppi. Das ist noch einmal mehr als beim eben schon erwähnten Konkurrenzmodell der Japaner. HTC verbaut beim One ein SLCD3-Panel, das neben der hohen Auflösung für hervorragende Kontrastwerte, realistische Farben und ausreichend Helligkeit sorgen soll.

All das klingt theoretisch äußerst vielversprechend. Dass dies in der Praxis anders aussehen kann, zeigte aber bspw. das Xperia Z, das uns vor allem aufgrund der schlechten Blickwinkelstabilität nicht überzeugen konnte.

Beim One ist dies nicht der Fall. Das Display ist gestochen scharf, blickwinkelstabil und die Farbdarstellung ist ein wahrer Genuss. Der Weißwert sucht seinesgleichen und selbst der Schwarzwert ist für ein LCD-Display hervorragend. Wenngleich dieser natürlich technisch bedingt nicht mit den AMOLED-Panels der koreanischen Konkurrenz mithalten kann. Auch in Sachen Helligkeit kann das One auf voller Linie überzeugen. Nicht nur in geschlossenen Räumen, sondern auch unter freiem Himmel hat man keinerlei Probleme und kann alles vom Display ablesen.

Ob man die Full-HD Auflösung auf 4.7“ tatsächlich braucht, sei einmal dahingestellt. Der Unterschied im Vergleich zu einem HTC One X+ (4.7“, 720P, 312ppi) ist merkbar gering. Trotzdem fällt die hohe Pixeldichte des One gerade beim Lesen von aufwendigen Artikeln oder beim Betrachten entsprechender Bilder positiv ins Gewicht.

Hands-Down, das Display des HTC One ist momentan mit das Beste, was man bekommen kann.

Performance

Im HTC One werkelt der neue Qualcomm Snapdragon 600. Eine Quad-Core CPU, die im 28-nm-Verfahren gefertigt wurde und mit 1,7GHz je Kern taktet. Unterstützt wird diese von einer Adreno 320 GPU und 2GB Arbeitsspeicher. Der 2300mAh starke Akku ist fest verbaut. Im deutschen Modell kann man auf 32GB internen Speicher zurückgreifen, wovon ab Werk 25,87GB frei zur Verfügung stehen. Dieser kann leider nicht erweitert werden.

Das klingt alles ziemlich vielversprechend. Und genau das bestätigt sich auch im Alltag: Ruckler sind beim HTC One Fehlanzeige. Egal ob beim Scrollen durch den Blinkfeed, beim Surfen oder beim Spielen aufwändiger Spiele – das One macht eine klasse Figur. Diverse Benchmark-Tests bestätigen diesen Eindrücke:

HTC One Sony Xperia Z
Vellamo HTML-5 2408 2164
Quadrant Standard Benchmark 12323 7938
Antutu 24588 20109
SunSpider 941,3ms 1895,4ms
Peacekeeper: 700 383

Im Laufe des Tests fiel uns auf, dass das Gerät bei starker Beanspruchung (konkret: ca. 30 Min spielen) merkbar wärmer wird.

In den meisten Alltagssituationen dürfte dies jedoch nicht auffallen.

Akku

Wenn man sich die Hardware-Daten des HTC One durchliest und sieht, dass „nur“ ein 2300mAh starker Akku verbaut wurde, möchte man meinen, dass es schwierig werden könnte, als „normaler Nutzer“ durch den Tag zu kommen.

Dies ist jedoch nicht der Fall. Bei normaler Nutzung hielt der Akku unseres Testgerätes meist eineinhalb bis zwei Tage durch.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte den Energiesparmodus aktivieren. Dieser bietet die Möglichkeit, den Energieverbrauch der CPU und des Displays zu regulieren. Außerdem kann der „Rüttelmodus“ komplett deaktiviert und die Datensynchronisierung bei ausgeschaltetem Display unterbrochen werden.

Kamera

HTC One Ultrapixel Kamera

Beim One geht HTC einen neuen Weg. Statt wie ein Großteil der Konkurrenz auf 13 Megapixel-Module zu setzen, begnügt man sich mit 4 Megapixeln, die HTC „Ultrapixel“ nennt. Diese sind jedoch deutlich größer und können somit mehr Licht aufnehmen. Das sonst für Smartphones so charakteristische Bildrauschen soll dadurch unterdrückt bzw. minimiert werden.

In der Praxis bestätigt das One dieses Versprechen. Im LowLight-Bereich ist es tatsächlich einem Großteil der Konkurrenz überlegen. Selbst bei schwierigen Lichtverhältnissen macht es eine gute Figur. Das Nokia Lumia 920 bleibt hier allerdings nach wie vor das Maß aller Dinge.

Bei normalen bis guten Lichtverhältnissen hingegen hebt sich das One kaum von der Konkurrenz ab. Die Bilder werden ziemlich scharf und farbgetreu. Sobald man diese jedoch etwas vergrößern möchte, fällt auf, dass eine etwas höhere Kameraauflösung durchaus angebracht gewesen wäre.

Das One setzt in Sachen Kamera keine Maßstäbe, gibt jedoch die richtige Richtung vor: Statt immer nur die Megapixelanzahl in die Höhe zu schrauben, sollte man versuchen, bspw. die LowLight-Fähigkeiten der Smartphone-Kameras zu verbessern.

Das Interface der Kamera-Applikation hat HTC auch nochmal deutlich verbessert. Neben den üblichen Features wie diversen Filtern, einem Burst-Mode, einer HDR-Funktion und einer Panorama-Funktion, bewirbt der Hersteller hauptsächlich HTC Zoe.

In diesem Kameramodus werden sechs bis sieben Bilder pro Sekunde aufgezeichnet. Die Software fügt diesen dann zu einem ca. 30 Sekunden langen Kurz-Clip zusammen. Der Benutzer kann zwischen sechs voreingestellten „Szenen“ wählen, die den Clip mit entsprechenden Audio- und Videoeffekten untermalen.

Einige Testfotos und zwei Videos mit und ohne HDR findet ihr in der folgenden Galerie bzw. in voller Größe hier zum Download.

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Software

HTC One Lockscreen

Ab Werk kommt das One mit Android 4.1.2 Jelly Bean und HTCs hauseigener Benutzeroberfläche Sense 5. Ein Update auf Android 4.2 wird laut HTC in den kommenden Wochen folgen

Wenn man das HTC One zum ersten Mal benutzt, meint man gar nicht, ein Android-Smartphone zu besitzen. Sobald man das Gerät entsperrt, wird man vom Blinkfeed, der wohl größten Neuerung von Sense 5, begrüßt.
Dieser sammelt Nachrichten bestimmter, vom Nutzer ausgewählter Quellen, sowie Status-Updates von diversen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter und Termine. Diese werden in einer Art Endlosschleife zusammengefasst und sollen helfen, Neuigkeiten schneller und effizienter zu konfigurieren.

HTC One BlinkFeed

Uns persönlich konnte der Blinkfeed durchaus überzeugen, wenngleich es etwas schade ist, dass man bisher nur Artikel von bestimmten HTC-Partnern auswählen kann. Des Weiteren können, vorausgesetzt die Systemsprache ist auf Deutsch gestellt, ausschließlich Nachrichten von Partnern aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz konsumiert werden.

Der Blinkfeed ist von Werk als Standard-Homescreen konfiguriert. Der Benutzer kann aber auch jeden der anderen vier Homescreens als solchen auswählen.

HTC One Homescreen

Durch eine einfache Wischgeste gelangt man dann zu dem Bild eines Homescreens, das man von Android gewohnt ist. Der Benutzer kann auf bis zu 4 zusätzliche Homescreens zugreifen und diese frei mit Widgets, Apps, Ordnern oder dergleichen konfigurieren.

Auch der App-Drawer wurde überarbeitet. Man kann nach wie vor, die Anordnung der Applikationen frei wählen und bestimmte sogar „ausblenden“.

Im App-Drawer von Sense 5 scrollt man nun wieder vertikal und nicht mehr horizontal. Der Benutzer kann hier zwischen Rasteransichten von „3×4“ und „4×5“ Applikationen wählen.

HTC One TV

Der Sinn der eben schon erwähnten Infrarot-Ports zeigt sich, wenn man die vorinstalliere TV-Applikation öffnet. Anders als der Name zunächst suggeriert, kann man mit dieser nicht fernsehen, sondern den eigenen Fernseher bedienen. Das One fungiert somit als Fernbedienung. In unserem Test erwies sich dieses Feature als durchaus alltagstauglich, die Koppelung mit einem Samsung Smart-TV klappte problemlos und schnell.

HTC One Musikplayer 2

Wie fast alle aktuellen HTC-Smartphones kommt auch das HTC One mit „Beats Audio“. Dieses wird nun auch beim Musikhören über die Lautsprecher und nicht erst beim Anstecken eines Headsets aktiviert. Die Musikqualität des One kann mit entsprechenden Kopfhörern durchaus überzeugen und steht der Konkurrenz in nichts nach.

Zu erwähnen wäre hier noch, dass uns das mitgelieferte Headset im Test sehr gut gefallen hat.

Alles in Allem macht HTC Sense einen sehr aufgeräumten und übersichtlichen Eindruck. Wem die Idee des Blinkfeeds gefällt, der sollte diesem durchaus eine Chance geben. Ansonsten bleibt es natürlich euch überlassen, welchen Launcher ihr nutzen möchtet.

Fazit

HTC One
Gut
89%
04/2013
Preis: 599€ Das HTC One ist ein edles Highend-Smartphone, das v.a. durch Design, Display und nahezu endlose Power überzeugen kann.
Vorteile- Verarbeitung
- Display
- Peformance
- Lautsprecher
Nachteile- Nicht erweiterbarer Speicher
- leichte Wärmeentwicklung

Das HTC One konnte uns im Test auf ganzer Linie überzeugen. Punkte wie der nicht erweiterbare Speicher oder die leichte Wärmeentwicklung beim Spielen aufwendiger Games, stören den Gesamteindruck nur minimal.

Durch das hochwertige Design, das hervorragende Display, die überzeugenden Lautsprecher und viele innovative Software-Features positioniert sich das HTC One ganz weit vorne und lässt kaum Wünsche offen.

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Haptik / Verarbeitung 10 Display 10 Batterie 8 Performance 9 Konnektivität 8 Software 9 Preis / Leistung 8