Google Nexus 6 Test – Das erste Nexus-Phablet

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Seit dem Nexus 4 waren die Nexus-Smartphones dafür bekannt, aktuelle High-End-Hardware in Verbindung mit der aktuellsten Android-Iteration zu einem vergleichsweise günstigen Preis zu bieten. Auch das Nexus 6 ist vollgestopft mit Spitzen-Hardware und kommt ab Werk mit Android 5.0. Mit 599€ ist es aber deutlich teuerer als das Nexus 4 oder das Nexus 5. Außerdem ist es auch das größte Nexus-Smartphone aller Zeiten und wird erstmals von Motorola gefertigt. Was das Nexus 6 alles kann, und ob sich ein Kauf lohnt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Google Nexus 6 Test.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an sparhandy.de, die uns das Nexus 6 zur Verfügung gestellt haben. Unser Testgerät könnt ihr übrigens hier auch gewinnen.

Testgerät: Google Nexus 6 32GB ab 599€

Google Nexus 6 Test Bilder

Hardware

Nexus 6 Back

Optisch wirkt das Nexus 6 auf den ersten Blick wie eine größere Version des Motorola Moto X (2014). Die Rückseite besteht aus stark gummiertem Kunststoff, der Rahmen aus Metall. Die Rückseite unseres Testgerätes ist in der Farbe Blau gehalten. Dabei handelt es sich um ein unauffälliges, ziemlich dunkles Blau, das optisch durchaus überzeugen kann. Leider zieht es auch Fingerabdrücke ziemlich stark an – das dürfte beim weißen Modell besser sein.

Nexus 6 Nano Sim

Verarbeitungstechnisch kann es auf ganzer Linie überzeugen. Es gibt keine zu großen Spaltmaße, kein Knarzen und auch die Tasten sitzen alle sehr fest und haben einen guten Druckpunkt. Durch den Metall-Rahmen wirkt das Nexus 6 außerdem extrem hochwertig. Diesbezüglich gefällt es uns besser als etwa das Nexus 5 oder das Nexus 4. Die Abmessungen von 159mm x 83mm haben es allerdings in sich. Verglichen mit einem Samsung Galaxy Note 4 wirkt das Nexus 6 nochmal eine Ecke größer. Selbst das iPhone 6 Plus oder das Huawei Ascend Mate 7 sind nicht ganz so groß.

Nexus 6 Tasten

Außerdem ist es 10mm dünn und wiegt 184g. Durch das rundliche Design liegt das Nexus 6 aber trotz der enormen Größe noch relativ gut in der Hand. Eine Einhandbedienung ist zwar in vielen Situationen nicht mehr möglich, aber wir waren hier ehrlich gesagt positiv überrascht. Nichtsdestotrotz: Vielen dürfte das Nexus 6 zu groß sein und wir würden unbedingt empfehlen, es vor dem Kauf mal live in die Hand zu nehmen. Das Hauptproblem ist die enorme Gehäusebreite.

Nexus 6 Frontkamera

Der Power-Button und die Lauter/Leiser-Wippe befinden sich auf der rechten Seite. Beide sind sehr gut zu erreichen. Auf der Unterseite platziert man den Micro-USB-Anschluss, auf der Oberseite den 3,5mm Klinkenanschluss und den Einschub für die Nano-SIM-Karte. Ein Speicherkarten-Slot fehlt leider erneut. Bei unserem Testgerät mit 32GB Internem Speicher waren ab Werk etwa 25GB verfügbar.

Nexus 6 Lautsprecher

Auf der Vorderseite sitzt eine 2 Megapixel Frontkamera. Diese macht durchschnittliche Aufnahmen, mehr allerdings nicht. Es gibt zwar eine Benachrichtigungs-LED, die ist ab Werk allerdings deaktiviert. Besonders gut gefallen haben uns allerdings die beiden Stereo-Frontlautsprecher. Sie sind vergleichsweise laut und überzeugen mit einem sehr sauberen Klang. Leider sammelt sich in den Lautsprechergittern ziemlich schnell Schmutz und Staub an. Dieses Problem kennen wir auch schon vom Moto X 2014.

Auf der Rückseite befindet sich noch die 13 Megapixel Hauptkamera, die von einer ringförmigen Dual-LED unterstützt wird, das Motorola-Logo und der Nexus-Schriftzug. Der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 3220mAh. Am WLAN- oder Mobilfunkempfang haben wir kaum etwas zu kritisieren – auch hier ist das Nexus 6 voll im Soll. Das Nexus 6 gibt es mit wahlweise 32GB (ab 599€) oder 64GB (ab 649€) internem Speicher.

Display

Nexus 6 Display 4

Wie der Name schon vermuten lässt, kommt das Nexus 6 mit einem 6″ großen AMOLED-Display, das mit 2560×1440 Pixeln bei etwa 492ppi auflöst. Die Darstellung ist gestochen scharf, einzelne Pixel können zu keinem Zeitpunkt erkannt werden.

Nexus 6 Display 2

Beim Moto X (2014) haben wir allerdings vor allem die geringe Displayhelligkeit und die viel zu intensive Farbdarstellung kritisiert. Das Nexus 6 schlägt sich hier besser, überzeugt aber auch nicht komplett. Das Display ist unserer Meinung nach etwas zu warm kalibriert. „Weiß“ bspw. wirkt eher gelblich. Wir vermissen hier auch etwas die Kalibrierungs-Möglichkeiten, die es bei vielen anderen Smartphones gibt.

Nexus 6 Blickwinkel

Das Display ist merkbar heller als das des Moto X (2014) und wir hatten zur keinem Zeitpunkt Probleme, Inhalte davon abzulesen. Mit einem iPhone 6 Plus oder gar dem Galaxy Note 4 kann das Nexus 6 in Sachen Displayhelligkeit aber definitiv nicht mithalten. Gerade an sonnigeren Tagen könnte das problematisch werden. Die Blickwinkelstabilität ist AMOLED-typisch hervorragend.

Performance

Nexus 6 Display

Das Google Nexus 6 kommt mit dem Qualcomm Snapdragon 805, einem Quad-Core-Prozessor mit 2,7GHz je Kern, und der Adreno 420 GPU. Leider handelt es sich hierbei noch um eine 32Bit-Architektur. Dazu gibt es 3GB Ram. Zur Performance gibt es eigentlich nicht wirklich viel zu sagen, im Android-Bereich markiert das Nexus 6 hier nämlich die Spitze. Apps starten extrem schnell, Ruckler oder Verzögerungen gibt es quasi zu keinem Zeitpunkt.

Nexus 6 Gaming

Die Browser-Performance mit dem vorinstallierten Chrome-Browser überzeugt auf ganzer Linie. Seiten werden sehr schnell geladen, Ruckler gibt es auch bei aufwändigeren Seiten nicht. Auch in Sachen Gaming-Performance hat uns das Nexus 6 extrem gut gefallen. Die Grafik bei aufwändigeren Spielen wie Modern Combat 5 gefällt und durch das große Display in Zusammenspiel mit den genialen Frontlautsprechern macht das Zocken einfach Spaß.

Wie sich das Google Nexus 6 in den bekanntesten Benchmarks geschlagen hat, seht ihr in den folgenden Tabelle:

LG G3 Google Nexus 6 HTC One (M8) Moto X (2. Gen) Sony Xperia Z3 Galaxy Note 4
Quadrant Standard Benchmark 23,317 13451 23535 22216 19985 24978
Antutu 32,530 51345 34534 43884 35478 47855
SunSpider 900,8ms 801,3ms 595,0ms 842,0ms 867,4ms 390,9ms
Peacekeeper: 657 1025 1165 987 898 1306

Akkulaufzeit

Nexus 6 Back 4

Das Nexus 6 kommt mit einem fest verbauten 3220mAh Akku. In Sachen Akkulaufzeit waren die Nexus-Smartphones bisher eher durchschnittlich bis enttäuschend. Das Nexus 6 schlägt sich hier aber besser. Wir kamen immer problemlos durch den Tag, auch eineinhalb Tage waren kein Problem.

Mit einem Sony Xperia Z3, Huawei Ascend Mate 7 oder iPhone 6 Plus, die problemlos auch zwei Tage schaffen, kann das Nexus 6 allerdings nicht mithalten. Auffällig ist vor allem, dass es im Standby mehr Energie verbaut, als die anderen, eben genannten, Smartphones.

Kamera

Nexus 6 Kamera

Das Interface der Standard-Kamera-App ist ziemlich intuitiv und unspektakulär gehalten. Es gibt unter anderem einen Panorama-Modus, einen HDR-Modus oder Photo-Sphere. Die Bildqualität bei guten Lichtbedingungen konnte durchaus überzeugen. Vor allem in Sachen Bildschärfe und Farbdarstellung weiß das Nexus 6 hier zu gefallen. Der automatische Weißabgleich funktioniert relativ gut.

Bei schlechteren Lichtbedingungen kann das Nexus 6 dann aber trotz Optischem Bildstabilisator nicht ganz überzeugen. Die Aufnahmen werden etwas zu dunkel und zu verrauscht. Hier ist ein Galaxy Note 4 oder iPhone 6 Plus besser.

Einige Beispielaufnahmen findet ihr in der folgenden Galerie:

Software

Nexus 6 App Drawer

Wie bereits erwähnt: Neben dem Nexus 9 ist das Nexus 6 eines der ersten Geräte, das direkt ab Werk mit Android 5.0 Lollipop daherkommt. Kurz nach der Ersteinrichtung, wurden wir auch direkt mit dem Android 5.0.1 Update begrüßt. Das Nexus 6 kommt ohne unnötige Bloat-Ware oder Software-Spielereien, wie man sie von vielen anderen Konkurrenten kennt.

Nexus 6 Inaktivitaetsdisplay

Das einzige, wirklich nennenswerte Software-Feature ist das sogenannte „Inaktivitäts-Display“. Es erinnert an das vom Moto X bekannte „Active Display“. Hier werden in einer Schwarz/Weiß-Optik eingehende Nachrichten angezeigt oder die Uhrzeit eingeblendet, sobald das Gerät zur Hand genommen wird. Dann reicht eine einfache Wischbewegung und das Smartphone ist betriebsbereit. In den meisten Fällen funktioniert das auch ziemlich gut, in wenigen Fällen aber auch nicht. Dann muss man den Power-Button betätigen. Das beliebte „Double Tap To Wake“-Feature ist hier nämlich ab Werk leider nicht verfügbar.

Nexus 6 Lockscreen

Android 5.0 wirkt deutlich flacher, moderner und erwachsener als frühere Revisionen. Nahezu alle Google-Apps sind bereits im neuen Material-Design gehalten und wirken dadurch größtenteils übersichtlicher und schöner. Alles wirkt nun einheitlich und runder als je zuvor. Auch die Animationen, bspw. beim Öffnen des App-Drawers, beim Schließen von Apps oder beim Scrollen durch die Einstellungen wirken allesamt sehr stimmig und passend.

Nexus 6 Benachrichtigungen

Benachrichtigungen werden nun direkt auf dem Lockscreen angezeigt und können dort schnell und einfach verwaltet werden. Auch die Benachrichtgigungsleiste wirkt flacher und aufgeräumter als vorher. Wir empfehlen auch hier definitiv, unser Video-Review anzuschauen, um eine bessere Vorstellung von Android Lollipop zu bekommen.

Google Nexus 6 Test Fazit

Wie lautet nun also das Fazit zum Google Nexus 6? Prinzipiell hat es uns ziemlich gut gefallen. Das wertige Design, die starke Performance, die überzeugende Kamera, die genialen Lautsprecher und Android 5.0 Lollipop stehen definitiv auf der Habenseite. Kritisieren könnte man die enormen Abmessungen, den nicht erweiterbaren Speicher und das zu warm kalibrierte Display.

Würde das Nexus 6 nun 399€ kosten, könnte man über die Kritikpunkte locker hinwegsehen. Bei einem Preis von mindestens 599€ muss es sich aber mit einem Galaxy Note 4 oder dergleichen messen und das bietet an manchen Stellen deutlich mehr. Das Nexus 6 ist definitiv kein schlechtes Smartphone, aber für das, was es bietet, ist es momentan noch zu teuer.

Wer allerdings auf der Suche nach einem Highend-Phablet mit Stock-Android ist, für den führt eigentlich kein Weg am Nexus 6 vorbei.

Das Google Nexus 6 überzeugt im Test durch die gute Performance, Android 5.0 und die Frontlautsprecher.
Vorteile
- Haptik
- Performance
- Lautsprecher
- Stock-Android
Nachteile
- Enorme Größe
- Nicht erweiterbarer Speicher
- Farbdarstellung des Display
- Zu hoher Preis
80% Tabtech
Bewertung
EUR 599€
Haptik / Verarbeitung 9 Display 8 Kamera 8 Batterie 7 Performance 10 Konnektivität 7 Software 9 Preis / Leistung 6

  • Schnitzeldroid

    Ich bin mir jetzt nicht sicher ob man die Größe als Nachteil aufzählen sollte. Denn eigentlich ist das ja reine Geschmackssache. Ansonsten ein wirklich gelungener Test!

    • http://traceable.de/ Peter

      Denke es ist mehr die Bauform im Vergleich zu anderen 6-Zoll-Smartphones gemeint, nicht das große Display an sich.

      • Sharif

        Denke ich auch! Wobei 6 Zoll ohnehin schon wirklich (für die Meisten) zu groß ist, für mich persönlich halt nicht aber die meisten die ich kenne kommen mit ihrem Leben nicht klar wenn sie mein Note 4 sehen oder bei einem Kumpel von mir sein iPhone 6 Plus haha

    • Hunffi

      Definitiv sollte man die Größe als Nachteil aufzählen!

      Wird das Teil nun als Tablet mit Telefonteil oder als großes Telefon verkauft? Letzteres, soweit ich ich es sehe.

      Viele bevorzugen die Bedienung (Messaging) mit einer Hand und die Tastatur, welche über die volle Bildschirmbreite geht, läßt sich nur selten auch weiterhin komplett mit einer Hand bedienen.

      Das ist ein enormer Nachteil.

      Wenn man natürlich spielt und das Teil ohnehin mit beiden Pranken fest in der Hand hält, dann fällt so etwas natürlich nicht auf.

      • Volker

        Die meisten smartphones diese Größe können auf „Einhandbedienung“ (Tastatur) umgestellt werden.

  • Hunffi

    Na vielleicht schafft man es ja auch einmal die Signalisierungs-LED doch nutzen zu können.

  • Kristian7

    Ich hatte es mittlerweile auch mal in der Hand und war positiv überrascht. Trotz der Größe lag es wegen der Bauform noch gut in der Hand. Damit wäre die Displaygröße für mich definitiv ein Pluspunkt. Schade das Google das N6 nicht wieder wie seine Vorgänger zu einem günstigen Preis anbietet. Damit hätte es sich trotz der Größe sicher mehr als Ordentlich verkauft.

  • Volker

    Die Abmessungen von 159mm x 83mm x 10 mm und 184 gr sind doch kaum der Rede wert. Mein 1. 5″ Phablet, ein DELL Strek, hatte 152,9 x 79,1 x 9,98 mm. Ergo kann die Größe des Nexus 6 mich nicht schrecken. Mann könnte ja mal, auch mit dem Note 4 und dem IPhone 6+, den Hanuta-Test machen.
    Was viel erschreckender ist, die Akkulaufzeit. Mein persönlicher Test: abends aufladen, ca. 0 Uhr vom Netz nehme, um 06 Uhr 30 aufstehen und Akkustand kontrollieren:
    Nexus 6 6 – 27 % Verlust
    Note 4 2 – 8 %
    Iphone 6+ 0 % !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Und so zieht sich das dann über den ganzen Tag hin.