Google Nexus 10 Test – Das ultimative Android Tablet
Die Vorstellung des Google Nexus 10 war für viele eine große Überraschung, denn die Gerüchte um das Nexus 10 waren im Vorfeld spärlich gesät. Um so mehr freut es viele das Google in Kooperation mit Samsung das Nexus 10 ab einem Preis von nur 399€ auf den Markt bringt. Der Preis mag vor ab nicht so beeindruckend klingen, doch wenn man bedenkt dass man hierfür die neueste Prozessor Architektur, so wie das hochauflösendste Display bekommt, ist es schon viel interessanter. Im Google Nexus 10 Test zeigen wir euch wie gut das Nexus 10 ist und ob die Konkurrenz noch eine Chance hat.
Testgerät: Google Nexus 10 wifi-only 16GB – Preis ab 399€ im Google Play Store
Software: Android 4.2
Google Nexus 10 Test – Video und Bilder:
Hardware

Nimmt man das schwarze Nexus 10 zum Ersten mal in die Hand wird man sich gleich an die weiche gummierte Rückseite des Nexus 10 gewöhnen. Die Plastikrückseite fühlt sich sehr angenehm an und im Vergleich zu Aluminium ist es sehr warm. Mit dem 8,9mm dünnen und nur 603g leichten gut verarbeiteten Gehäuse macht das Tablet einen guten Gesamteindruck, auch wenn es nur aus Plastik ist.
Die zwei Lautsprecher sind wie z.B. beim Samsung Galaxy Note 10.1 auf der Vorderseite neben dem Display positioniert. Die Position ist beinahe perfekt , denn so können die Lautsprecher nicht so einfach verdeckt werden. Die Lautsprecher selbst sind zudem laut und bieten eine sehr gute Soundqualität.
Samsung und Google setzen beim Nexus 10 auf Standardanschlüsse. So wird der 9000mAh Akku über einen normalen Micro-USB Anschluss geladen und zusätzlich kann das Nexus 10 mittels eines Micro HDMI Anschlusses an einen externen Monitor angeschlossen werden. Der Micro USB Anschluss unterstützt normalerweise keine Host Funktion, sodass man ggf. einen USB Stick mittels eines Micro USB auf USB Adapters anschließen kann. Über die kostenpflichtige App “Nexus Media” kann diese Funktion aber erweitert werden, sodass man einfach Daten von einem USB Stick öffnen oder kopieren kann. Ansonsten findet man auf der Unterseite einen Dockanschluss für den es momentan noch kein Zubehör oder sonst eine Verwendung gibt. Leider gibt es keine Möglichkeit den internen Speicher von 16 oder 32GB zu erweitern, denn einen Micro-SD Slot sucht man vergebens. Für drahtlose Verbindungen stehen Bluetooth, Wlan, GPS und NFC zur Verfügung.
Der 9000mAh Akku hielt in unserem Test bei durchgehender Videowiedergabe, eingeschaltetem WLAN, sowie voller Displayhelligkeit ganze 7:25h. Im Vergleich zum iPad ist der Wert zwar etwas niedriger aber noch immer brauchbar. Zudem kann die Akkulaufzeit je nach Nutzung variieren.
Brillantes Display

Im Kampf um die höchste Pixeldichte war bisher Apple mit dem iPad 3 / 4 ganz vorne. Nach der Vorstellung des Nexus 10 musste Apple die Krone an Google übergeben, denn das 10,055 Zoll große Display löst mit außergewöhnlichen 2560 x 1600 Pixeln auf und somit ergibt sich eine Pixeldichte von 300ppi (iPad 3/4 264ppi). Im Vergleich sind hier mit freiem Auge kaum mehr Unterschiede zu erkennen, denn mit dem freien Auge sieht man sowohl beim iPad oder beim Nexus 10 keine Pixel mehr.
In Sachen Farbsättigung und Helligkeit kann das Super PLS Display des Nexus 10 mit dem Retina Display mithalten. Lediglich in Sachen Betrachtungswinkel hat Apple die Nase vorne, denn sieht man von der Seite auf das Display des Nexus 10 wird es leicht bläulich. Im täglichen Gebrauch wird man hier aber kaum Einschränkungen bemerken.
Berührungen werden wie auch beim iPad sehr genau angenommen.
Performance
Bisher hatten wir noch nie ein so flüssiges Android Tablet im Test. Der neue Exynos 5250 Dual Core Prozessor mit je 1,7Ghz pro Kern, sowie die 2GB Ram machen das Nexus 10 mit Android 4.2 zum besten Android Erlebnis auf einem Tablet, zumindest bisher. Die Oberfläche läuft sehr flüssig und im Test konnten wir keine Lags erkennen. Auch bei neuesten Spielen wie z.B. Most Wanted gibt es keine Lags und die Spiele sehen beinahe gleich aus wie auf dem iPad 3 / 4. Lediglich das scrollen im Browser läuft nicht ganz so flüssig wie z.B. beim iPad. Allerdings ist hier der Unterschied nur minimal und durch ein Update könnte auch hier nochmals nachgebessert werden.
In den Benchmarks haben wir, wenig überraschend, nicht die besten Ergebnisse erreicht. Man muss bedenken, dass der Exynos Prozessor und die Mali T604 GPU doppelt so viele Pixel berechnen muss wie die meisten anderen Android Tablets:
| Google Nexus 10 | Nexus 7 | Asus Transformer Pad Infinity TF700T | |
| Vellamo | 1769 | 1331 | 1571 |
| BrowserMark 2.0: | 2158 | 1757 | k.A |
| Peacekeeper: | 645 | 467 | k.A |
| Antutu Benchmark: | 13630 | 12777 | 13056 |
| Quadrant Standard Benchmark: | 4497 | 3545 | 5201 |
| SunSpider: | 1463,7ms | 1719,9ms | 2034,1ms |
Kamera

Auf der Vorderseite findet man eine 1,2 Megapixel Kamera die für Videokonferenzen oder sonstiges zur Verfügung steht. Auf der Rückseite findet man eine 5 Megapixel Kamera mit LED Blitz. Die hintere Kamera unterstützt zudem Videoaufnahmen mit Full HD Auflösung. Die Qualität der Fotos und der Videos sind durchaus für ein paar Schnappschüsse brauchbar. Sehr praktisch und übersichtlich ist die neue Kamera UI. Durch das halten des eines Fingers auf das Display erhält man Einstellungen in der oben sichtbaren Ringform. Zudem erhält man mit Android 4.2 die neue Photosphere Option. Diese Option wird normalerweise für Google Streetview eingesetzt und steht nun auch für “normale” Nutzer zur Verfügung. Im Vergleich zum Panorma Modus ist das aber mehr oder weniger nur eine Spielerei, denn der praktische Einsatzgebiet hält sich doch sehr in Grenzen.. Das Ergebnis eines solchen Photosphere Fotos sieht außerdem etwas gefleckt aus, da das entstehende Bild aus vielen verschiedenen Bildern zusammen gesetzt wird und die Kamera nicht immer die gleiche Position der Lichtquelle hat.
Hier findet ihr einige Testfotos und ein Video das wir mit dem Nexus 10 aufgenommen haben:
Android 4.2 Jelly Bean
Der optische Sprung von Android 4.1 auf 4.2 hält sich in Grenzen. Erkennbar ist die neue Oberfläche durch die Position der Home-, Zurück- und Multitasking Tasten. Diese sind nicht mehr links sondern in der Mitte positioniert. Dadurch kann man nicht mehr einfach mit dem Daumen zurückgehen oder sonstige Aktionen durchführen. In der Praxis ist es nicht ganz so dramatisch wie wir uns dass bei der Vorstellung gedacht haben.
Neben den geringen optischen Änderungen gibt es doch einige gravierende Unterschiede zu älteren Versionen von Android. So hat man nun die Möglichkeit mehrere Benutzer anzulegen. Diese können verschiedene Apps herunterladen oder auch E-Mail Konten einrichten.

Sonst hat Google eine neue Swipe-ähnliche Tastatur integriert und neben der Benachrichtigungsbar (Links oben) gibt es eine neue Schnelleinstellungsbar die man oben rechts herunterziehen kann. Über diese können schnell Einstellungen vorgenommen werden oder auch der Benutzer gewechselt werden.
Alles in allem hat sich Google sehr viel Mühe gegeben Android zu verbessern und das ist ihnen auch gelungen. Schade nur dass es noch verhältnismäßig wenige Apps gibt, die für Tablets angepasst sind. Aber auch das sollte sich in den kommenden Monaten ändern.
Mehr von der Software seht ihr im oberen Video zum Nexus 10 Test.
Fazit
Das Google Nexus 10 zeigt sich im Test als bestes Android Tablet welches man momentan kaufen kann. Im Test hat uns lediglich ein Micro SD Slot gefehlt über den man günstig den internen Speicher erweitern kann. Ansonsten kann man Google und Samsung für so ein gutes Produkt nur loben, vor allem wenn man an den günstigen Preis von nur 399€ bzw. 499€ denkt. Eine nette Option wäre sicherlich noch UMTS gewesen. Hier können wir uns vorstellen, dass Samsung in naher Zukunft ein ähnliches Tablet herausbringt und eine 3G Option zur Verfügung stellt. Klar ist aber, dass dieses dann wesentlich teurer wird.
Vorteile:
- Verarbeitung
- Gutes Display
- Neue Features in Android 4.2
- Performance
- Lautsprecher
- Preis
Nachteile:
- kein MicroSD Slot
- durchschnittliche Akkulaufzeit






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