Asus Transformer Pad TF103C Test – Der günstige Android-Allrounder

22.08.2014 19:03 von
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ASUS räumt am Billigsektor ordentlich auf. Mit dem Transformer Pad TF103C inklusive Tastatur-Dock erhält man um 279€ ein vollwertiges Android-Netbook. Um diesen Preis erzielen zu können, spart ASUS etwa an der Verarbeitung, dem Display und der Kamera. Das Gesamtpaket macht insgesamt aber einen runden Eindruck und bei den Hauptfunktionen muss man nur wenige Einbußen in Kauf nehmen. Von der Ausstattung ähnelt das TF103C dem beliebten ASUS Transformer Book T100TA. Als Software kommt nur eben Android in der neuesten Version der hauseigenen UI zum Einsatz. Ob es sich dabei um einen echten Preis-Leistungs-Sieger handelt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Asus Transformer Pad TF103C Test.

Testgerät: Asus Transformer Pad TF103C 16GB ab ca. 279€ bei Amazon
Software: Android 4.4.2 mit Zen UI

Asus Transformer Pad TF103C Test Video und Bilder

Hardware

Die ersten Einsparungsversuche kommen gleich bei der Verarbeitung zum Vorschein: Das ganze Gehäuse des Tablets besteht aus schwarzem oder wahlweise weißem Kunststoff. Welches Glas verwendet wurde, gibt ASUS nicht an – Gorilla-Glas ist es aber nicht. Insgesamt macht das Tablet aber speziell wegen der gummierten Rückseite keinen billigen Eindruck. Auch Verarbeitungsmängel sind uns keine aufgefallen: Weder lässt sich das Gerät stark eindrücken, noch gibt es auffällige Abstände zwischen dem Display und Gehäuse. Etwas störend ist, dass sowohl Rück- als auch Vorderseite sehr schnell Fingerabdrücke aufnehmen, und dass obwohl ASUS beim Display angeblich ein Anti-Fingerabdruck-Coating verwendet hat. Hinzu kommt, dass das Display extrem spiegelt und somit jegliche Lichtquelle stark reflektiert.

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Dank der abgerundeten Kanten liegt das TF103C angenehm in der Hand. Das Gerät ist 26cm lang, 18cm breit und fast genau 1cm dick.
Ohne Dock wiegt es 550 Gramm und ist damit durchschnittlich schwer für ein 10,1-Zoll-Gerät. Verbaut ist ein IPS-Display im Format 16:10.
Ansonsten finden wir Tablet-Standardausstattung: Micro-USB-Port, SD-Kartenleser, Kopfhörerbuchse sind ebenso an Bord wie auch Stereo-Lautsprecher auf der Rückseite.

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Alle Ports liegen ASUS-typisch frei und sind nicht etwa durch Abdeckungen verdeckt. Erfreulich: Der Micro-USB 2.0-Port an der linken Seite dient nicht nur zum Laden, sondern ist auch On-the-Go kompatibel; somit lassen sich mit dem passenden Adapter auch Eingabegeräte oder USB-Sticks anschließen.
Ebenfalls an der linken Seite finden wir einen Einschub für microSD-Karten mit bis zu 64 GB; gleich daneben die Lauter-Leiser-Wippe.

Positiv fällt auf, dass ASUS bei dem Tablet Stereo-Lautsprecher verbaut hat. Der Klang geht in Ordnung, hört sich nie blechern oder übersteuert an und der Stereo-Effekt kommt gut zur Geltung. Allerdings fehlt es aufgrund der Baugröße an Bässen und auch die Maximallautstärke ist begrenzt. Zudem ist die Platzierung abermals alles andere als ideal gewählt: Sollte man nicht gleich beide Lautsprecher beim Halten des Tablets mit den Händen verdecken, geht trotzdem ein Großteil der Lautstärke nach hinten verloren.

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Ganz und gar nicht zu gebrauchen sind die verbauten Kameras: Die Frontkamera löst mit 0,3 Megapixel, die Hauptkamera auf der Rückseite immerhin mit 2 Megapixel auf. Schon beim Benutzen der Kamera-App fällt auf, dass der Sucher extrem verzögert und somit schnelles Knipsen unmöglich macht. Die Fotos werden alle recht unscharf und weisen starkes Bildrauschen auf – selbst bei guter Helligkeit. Für die meisten Nutzer, die sowieso darauf verzichten können mit einem Tablet Fotos zu schießen, hat ASUS hier an der richtigen Ecke gespart.

Das TF103C kommt mit 16 GB verbautem SSD-Speicher, von dem etwas mehr als 11 GB ab Werk zur Verfügung stehen. Versionen mit größerem Speicher gibt es ebenso wenig wie eine LTE-Version. Dafür bekommt man natürlich WLAN in den Versionen a/b/g/n, Bluetooth 4.0 und GPS. NFC wurde nicht integriert.

Display

Der Sparstift wurde auch beim Display angesetzt. Bei dem 10,1 Zoll IPS-Panel müsst ihr mit einer Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln – also ohne Full HD – auskommen. Insgesamt löst das Display mit 150ppi auf.

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Die Helligkeit gibt ASUS mit 400 NITS an. Für drinnen reicht das auf alle Fälle aus, im Außeneinsatz wird das ohnehin schon stark spiegelnde Display annähernd unbrauchbar. Übrigens: Ob draußen oder drinnen; die Helligkeit müsst ihr jedes Mal selbst anpassen, denn ASUS verbaut bei dem Gerät keinen Helligkeitssensor.

Die Betrachtungswinkel sind einem IPS-Display entsprechend gut. Allerdings verzerrt das Panel von der Seite betrachtet etwas, was wohl am Abstand zwischen Oberfläche, dem eigentlichen Display und an dem verbauten Glas liegt. Farben und Kontrastwerte gehen in Ordnung, lassen aber leider bei maximal hochgeschraubter Helligkeit stark nach.

Lichthöfe fallen uns bei einem schwarzen Testbild nur sehr leicht am Rand auf. Das Display wirkt aber insgesamt homogen ausgeleuchtet.

Performance

Im Transformer Pad arbeitet ein Intel Atom Z3745 Baytrail Prozessor. Der taktet im normalen Betrieb mit niedrigen 1,33 Gigahertz und schaltet erst im Turbo Modus auf die standardmäßigen 1,86 Gigahertz. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern: Für den geringen Preis erhält man ordentlich Performance, die für ein Android Tablet locker ausreicht. User Interface und rechenintensive Spiele laufen flüssig ohne Ruckler und das TF103C kann in den Benchmarks recht gut mit teilweise deutlich teureren Mitstreitern mithalten. Der geringe 1 GB Arbeitsspeicher ist uns beim Testen nicht negativ aufgefallen.

Asus Transformer Pad TF103C Asus FonePad 7(ME175CG) Nexus 7 2013 Asus Fonepad 7 (ME371MG) ASUS MeMo Pad HD 7 Huawei MediaPad X1 7.0
Peacekeeper: x 469 611 565 748
Antutu Benchmark: 32936 14473 18897 5493 12782 20993
Quadrant Standard Benchmark: 18317 6587 5733 2189 3864 5100

Bei rechenintensiven Spielen oder Benchmark-Tools wird das Tablet, welches komplett ohne Lüfter auskommt, in der linken oberen Ecke leicht warm. Die Temperatur bewegte sich aber immer nur im Bereich handwarm und war deshalb nie unangenehm.

Batterieleistung

In unserem Akku-Leistungstest mit ununterbrochener Videowiedergabe, voller Displayhelligkeit und aktivierten WiFi hat das Gerät gerade einmal 6 Stunden 45 Minuten durchgehalten. Das ist im Vergleich zu aktuellen Konkurrenten, und speziell in Anbetracht der von ASUS versprochenen 9 ½ Stunden, doch sehr enttäuschen.

Ebenfalls wenig zufriedenstellend ist die Aufladezeit mit dem mitgelieferten Netzteil, die sich ohne gleichzeitigen Tabletbetrieb bei 4 ½ Stunden bewegt. Schuld daran dürfte das doch recht schwache 7 Watt USB-Netzteil sein.
Der Stand-By-Modus dürfte hingegen kaum Batterieleistung verbrauchen: Nach mehreren Tagen ohne Verwendung hat der Akkustand im Asus Transformer Pad TF103C Test kaum nachgelassen.

Tastatur-Dock

Das kleine Tastatur-Dock macht das Tablet zum praktischen Netbook. Auch wenn ASUS der Oberseite des Docks einen edlen gebürsteten Aluminium-Look verpasst hat, besteht es doch abermals beinahe gänzlich aus Kunststoff. Einzige Ausnahme bilden die Halterungen auf dem Scharnier, die das Dock mit dem Tablet verbinden. Dieser Mechanismus macht einen richtig soliden Eindruck: Das Tablet rastet ordentlich ein und ist fest mit dem Dock verbunden. Der Neigungswinkel nach hinten ist zwar limitiert, aber auch für Arbeiten auf dem Schoß ausreichend. Je weiter das Tablet nach hinten geneigt wird, desto höher hebt sich der hintere Teil des Docks an. Dadurch hat man zwar ein natürlicheres Tippgefühl, es heben sich jedoch auf die hinteren Gummi-Noppen, sodass das Dock auf glatten Oberflächen zum Rutschen beginnt.

Das Dock kommt ohne zusätzliche Features wie etwa einer extra Festplatte oder einem Akku. Lediglich auf der linken Seite finden wir einen zusätzlichen Full-USB 2.0-Port.

Das Dock bringt alleine nochmals 550 Gramm auf die Waage – mit dem Tablet also gesamt über 1,1 kg. Vollständig zusammengeklappt misst das Gesamtpaket 1,3 cm an der dicksten Stelle – damit ist es doch recht dick und schwer, lässt sich aber gut transportieren und schützt das Display dabei vor jeglichen Kratzern.

Wie bei allen 10-Zoll-Tastatur-Docks fallen die Tasten unterdurchschnittlich klein aus: Ohne Übung verschreibt man sich recht oft. Für kleinere Schreibarbeiten bietet das Dock aber eine praktische Ergänzung. Die Tasten bieten einen guten Druckpunkt, ebenso wie das drunterliegende Trackpad. Dieses ist gut verarbeitet und reagiert sehr sensibel; so kommt es vor, dass man während des Tippens oft daran ankommt. Es lässt sich praktischerweise aber mit einem Tastendruck deaktivieren.
Eine Tastaturbeleuchtung hat ASUS nicht integriert.

Gemeinsam mit dem Dock ist das TF103C bereits zum Paketpreis von 279 Euro zu haben. Das Tablet allein soll laut ASUS 229 Euro kosten, ist aber (noch) nicht im Internet zu finden.
Auch ein angekündigtes MagSmart-Cover, welches anscheinend ähnlich wie das iPad Smart Cover funktionieren soll, wird wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt erhältlich sein.

Software

Als Betriebssystem läuft Android KitKat in der aktuellen Version 4.4.2 auf dem Tablet. Zudem installiert ASUS die hauseigene Zen UI vor. Diese kommt in einem recht ordentlichen, flachen und aufgeräumten Design. Sowohl Systembenachrichtigungen als auch Einstellungen lassen sich sehr leicht aufrufen und die Menüs sind sehr übersichtlich gestaltet.
Dazu kommen natürlich noch ein paar Apps, die ASUS vorinstalliert. Das Angebot umfasst die Organizer-Apps Do it Later und What’s next, eine Messenger App und den obligatorischen WebStorage – bleibt insgesamt aber in überschaubarem Umfang.

Das gesamte System läuft im Großen und Ganzen flüssig und stabil. Trotzdem sind uns beim Testen kleiner Macken aufgefallen: Apps stürzen des Öfteren ab, manchmal lassen sich On-Screen-Regler einfach nicht bedienen, ein paar Neustarts führten auf einen schwarzen Bildschirm und als ein neuer Benutzer angelegt wurde, wurden Speicher-Sticks und -Karten nicht erkannt. Wir hoffen, dass ASUS noch ein paar Updates herausbringen wird, um diese Bugs schnell zu beseitigen.

Fazit

Asus Transformer Pad TF103c
Befriedigend
71%
08/2014
Preis: 279€ Im Test kann das Asus Transformer Pad TF103C durch das gute Preis / Leistungsverhältnis überzeugen.
Vorteile- Performance
- Software
- Tastatur Dock
- Preis
Nachteile- Mittelmäßige Akkulaufzeit
- Spiegelndes Display

Asus hat mal wieder gespart, wo es geht, um für kleinstes Geld maximale Hardware-Power herauszubringen. Für knapp 280 Euro bekommt man ein fix-fertiges Android Netbook mit toller Prozessorleistung. RAM und Speicher fallen mit 1 GB und 16 GB recht klein aus – Letzteren kann man aber natürlich mit SD-Karten nachrüsten. Gespart wurde ebenfalls an der Kamera und an den Materialien. Das Plastik fühlt sich aber trotzdem verhältnismäßig gut an.
Am meisten stört uns das Display, welches wir in Sachen Auflösung für nicht mehr zeitgemäß erachten, und der Akku, der doch deutlich unter den Herstellerangaben bleibt.

Das Dock ist für kleine Schreibarbeiten ganz fein, macht das Tablet aber recht dick und schwer und funktioniert dabei auch nicht besser als beispielsweise ein Surface Type Cover.

Insgesamt also viele kleine Abstriche aber auch keine großen Schnitzer, die sich ASUS mit dem TF103C leistet. Somit unsere klare Spar-Empfehlung!

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Haptik / Verarbeitung 6 Display 6 Akkulaufzeit 6 Performance 7 Konnektivität 7 Software 8 Preis / Leistung 10