Asus FonePad Test

Asus FonePad Test

Auf dem Mobile World Congress konnte Asus unter anderem mit dem neuen FonePad beeindrucken. Wie der Name schon verrät, bietet das 7 Zoll kleine FonePad eine Telefonfunktion. Beeindruckt hat allerdings der Preis, denn dieser liegt trotz 3G-Funktion, HD IPS Dipslay bei nur 229€ und somit um einiges unter dem Preis der Konkurrenz.

Im ersten Unboxing und Hands-On wusste das Padfone auch schon zu beeindrucken. Wie sich das Asus FonePad im ausführlicheren Test macht, zeigen wir euch jetzt.


Testgerät: Asus FonePad – Preis ab ca. 229€ bei Amazon
Software: Android 4.1.2

Asus FonePad – Video und Bilder


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Hardware:

ASUS FonePad Rueckseite Pier 640x359 Asus FonePad Test

Auf den ersten Blick erinnert das FonePad, ähnlich wie das MemoPad ME172V, an das Google Nexus 7. Tatsächlich sind die Unterschiede nur gering. Sogar bei den Maßen gibt es mit der Größe von 196,4×120,1×10,4 kaum Unterschiede. Das Format ist sehr handlich und mit einem Gewicht von 340g ist es auch angenehm leicht, auch wenn es etwas schwerer als die Konkurrenz ist. Doch das FonePad weiß noch anders zu beeindrucken, denn statt auf eine Kunststoff-Rückseite, setzt man beim FonePad gar auf eine Aluminium-Rückseite und das trotz des günstigen Kaufpreises. Hier sollte sich vor allem Samsung ein Beispiel nehmen, die nach wie vor die billigwirkenden glossy Polycarbonat Materialien verbauen.

Der taiwanesische Hersteller zeigt sich fast immer mit guter Verarbeitung und da wird auch beim FonePad, trotz des günstigen Preises keine Ausnahme gemacht. Während des Testens sind uns kaum Mängel aufgefallen. Lediglich bei der Unterseite gab es einen kleinen Spaltunterschied zwischen der Aluminium-Abdeckung und dem schwarzen Kunststoffrahmen, der das Displayglas einschließt. Durch diesen kleinen Spalt ergibt sich eine raue Oberfläche, die etwas unangenehm wirkt. Dies scheint aber ein Einzelfall zu sein, denn mein Kollege Amir von Androidnext konnte bei seinem Testgerät keinen Spaltunterschied erkennen.

ASUS FonePad Micro Sim 640x359 Asus FonePad Test

Auf der Rückseite findet man über dem Aluminium-Cover eine Kunststoff-Abdeckung mit einem leicht gummierten Finish, welches ebenfalls hochwertig wirkt. Unter dieser befinden sich nicht nur die Antennen, sondern auch der Micro-SIM Slot und der microSD Slot über den sich der interne Speicher von 16GB einfach mit einer Micro-SD Karte bis zu 32GB erweitern lässt. Die zwei Anschlüsse für Audio und Micro-USB befinden sich auf der Unterseite. Über Letzteren lässt sich leider nur laden bzw. Daten vom PC auf das Tablet kopieren und umgekehrt. Auf der Rückseite findet man außerdem den Lautsprecher, der überraschend laut ist und eine gute Soundqualität bietet. Um den Sound besser anzupassen, gibt es auch eine AudioWizard App, über die man verschiedene Einstellungen vornehmen kann.

ASUS FonePad Lautsprecher 640x359 Asus FonePad Test

Auf der Vorderseite erkennt man oberhalb des Displays einen Lautsprecher und gleich rechts davon eine 1,3 Megapixel Kamera, die auch Aufnahmen mit 720p unterstützt. Der Lautsprecher auf der Vorderseite ist bei einem Tablet durchaus ungewöhnlich, zeigt aber sofort, dass man mit dem Tablet mehr machen kann. In den meisten Fällen wird man die Telefonfunktion über ein Headset nutzen, welches leider nicht mitgeliefert wird. Wer aber möchte oder gerade kein Headset in Reichweite hat, kann das FonePad so als Telefon benutzen. Wie das bei einem 7-Zoll-Tablet aussieht, seht ihr hier:

FonePad Ohr imp 640x405 Asus FonePad Test

Ganz ehrlich, es fühlt sich etwas ungewöhnlich an, wenn man mit einem Tablet am Ohr mitten in einer Menschen-Menge telefoniert. So zieht man den einen oder anderen schrägen Blick auf sich.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird man das FonePad nicht als Primär-Telefon nutzen, doch es gibt noch einige praktische Einsatzgebiete für das FonePad. Fährt man z.B. ins Ausland und möchte dort im Internet surfen, navigieren oder im Notfall doch Telefongespräche führen, kann man sich eine Pre-Paid Sim kaufen und diese im FonePad nutzen. Der Vorteil auch zu anderen Geräten ist die Nutzung von diversen Anwendungen, die sonst nur auf einem normalen Smartphone laufen, wie z.B der beliebte WhatsApp Massenger. Im Vergleich zum Nexus 7 3G lässt sich beim FonePad auch ein Wlan-Hotspot erstellen, über welchen man mit anderen Geräten die Verbindung des Netzwerks teilen könnte.

Verbindungen werden übrigens bis HSPA+ (21 bzw. 5.76 Mbps) unterstützt. Natürlich stehen auch Verbindungen wie Wlan (b/g/n), Bluetooth 3.0 und GPS zur Verfügung. Mit keiner der genannten Verbindungen hatten wir Probleme.

Auf eine rückwertige Kamera muss man in Europa leider verzichten. Die vordere Kamera leistet ihren Dienst und bringt eine durchschnittliche HD Video – und Fotoqualität. Im angepassten Kameramenü gibt es trotzdem ein paar Einstellungsmöglichkeiten und Effekte wie Sephia, Negativ und Graustufe.

Display

ASUS FonePad Display Outdoor 640x359 Asus FonePad Test

Beim Display kann das Asus FonePad mit einem 7 Zoll IPS Display und einer Auflösung von 1280×800 Pixel überzeugen. Die Betrachtungswinkel sind wie von einem IPS Panel gewohnt gut und für den Einsatz im Freien gibt es einen Outdoor-Mode, bei dem die Helligkeit stark nach oben gedreht werden kann und so auch das Arbeiten im Freien kein Problem darstellt.

Für die Farbtemperatur, die wir unter anderem im Test des Asus VivoTab bemängelt haben, hat jeder Nutzer die Möglichkeit über die “ASUS Splendid” App die Farbtemperatur nach belieben selbst einzustellen. Das ist sehr praktisch, da die Farbwahrnehmung doch variieren kann.

Ansonsten reagiert der Touchscreen gut und erkennt bei uns im Test problemlos bis zu 5 Punkte. Versucht man es mit 10 Punkten, die der Touchscreen eigentlich unterstützten sollte, zeigte der Multitouch Test nicht alle an. Nichtsdestotrotz gab es nie Probleme und der Touchscreen reagierte wie gewünscht.

Performance

ASUS FonePad Intel 640x359 Asus FonePad Test

Das Asus FonePad ist das erste Android-Tablet mit einem Intel Z2420 Single-Core Prozessor. Der Prozessor ist nicht neu, konnte aber bereits viele Nutzer und Tester z.B im <a “rel=nofollow” href=”http://amzn.to/15fSHZk” target=”_blank”>Motorola RAZR i überzeugen. Dort bietet er eine flotte Performance und einen erstaunlich niedrigen Energieverbrauch.

Nicht viel anders ist es beim FonePad, wo der Intel Z2420 mit der PowerVR SGX540 GPU in Verbindung mit 1GB Arbeitsspeicher zum Einsatz kommt. Bei dem Intel Single Core Prozessor, basierend auf der x86-Architektur, kommt die Hyper-Threading-Technologie zum Einsatz, wodurch der Prozessor zwei Threads zu gleich verarbeiten kann. Im Alltag zeigte sich das FonePad als flotter Begleiter, was sich unter anderem an einer flotten UI zeigte. Auffallend waren jedoch immer wieder längere Ladezeiten bei verschiedenen Applikationen, vor allem größeren Spielen.

In Sachen Grafik kann es aber nicht ganz mit dem Nexus 7 mithalten. Bei Spielen wie z.B. Real Racing 3 sieht die Grafik nicht ganz so gut aus und bei Dead Trigger zeigten sich des öfteren Ruckler, wie man im oberen Video sehen kann.

Grundsätzlich sollte das FonePad auch Videos mit 1080P Auflösung wiedergeben, allerdings konnten wir keines unserer Full HD Testvideos ohne Probleme abspielen.

Für einen weiteren Vergleich mit anderen günstigen Android-Tablets findet ihr hier eine Tabelle mit verschiedenen Benchmarkwerten:

Asus FonePad Asus MeMo Pad ME172V Acer Iconia Tab B1 Nexus 7
Peacekeeper: - 308 396 467
Antutu Benchmark: 5493 4496 5811 12777
Quadrant Standard Benchmark: 2940 2189 2963 3545
SunSpider: 1267,6ms 2461,1ms 2062,1ms 1719,9ms

Akku

In den letzten Monaten hat Intel bewiesen, dass sie auch energieeffiziente Prozessoren bauen können, die kühl bleiben und dabei noch wenig Strom brauchen. Der Intel Atom Z2420 war der erste Prozessor, der in Smartphones und Tablets zum Einsatz kommen sollte. Durch seine Energieeffizienz hat er hier auch durchaus seine Daseinsberechtigung. In unserem üblichen Akku-Test hielt das FonePad bei voller Helligkeit (100% Outdoor-Mode), eingeschaltetem Wlan, verbunden Netzwerk und durchgehender Videowiedergabe knapp über 6h. Asus gibt die Akkulaufzeit zwar mit 9h an, allerdings wurde der Wert bei nur 100 Nits Leuchtdichte (ca.30% Helligkeit) gemessen. Das zeigt aber unter anderem, das die Akkulaufzeit je nach Nutzung variieren kann.

Software

ASUS FonePad Floating Widgets 187x300 Asus FonePad Test

Das FonePad wird mit Android 4.1.2 ausgeliefert und kommt mit einer leicht angepassten Oberfläche, was wohl viele Nutzer freuen dürfte. Der Vorteil liegt auch an den folgenden Software-Updates. Asus muss zukünftige Software-Versionen nicht so stark anpassen und kann so schneller Updates verteilen, was man in der Vergangenheit bereits bewiesen hat.

Die kleinen Änderungen sind unter anderem bei den Schnelleinstellungen sichtbar. Die Quick-Settings-Leiste kann je nach Belieben konfiguriert oder auf Wunsch auch deaktiviert werden. Des Weiteren gibt es die sogenannten “Floating-Widgets”, die sich über das vierte Icon in der Menü-Bar öffnen lassen. Diese Floating-Widgets lassen sich als Mini-Apps im Vordergrund von anderen Programmen öffnen und lassen sich natürlich in der Größe oder Position ändern.

ASUS FonePad Dialer 187x300 Asus FonePad Test

Um die Telefonfunktion voll zu nutzen, gibt es natürlich einen Dialer und eine Nachrichten-App, über die sich SMS oder MMS Nachrichten versenden lässt. Beim Schreiben von Nachrichten oder beim Eingeben von Text zeigt sich auch die eigene Tastatur, die zusätzlich eine Zeile mit Zahlen anzeigt. Die Anordnung des Lösch-Buttons ist allerdings ungewöhnlich. Wer sich mit der Tastatur nicht anfreunden kann, kann über die Einstellungen die originale Android-Tastatur aktivieren oder eine aus dem Play-Store installieren.

Zudem gibt es einige vorinstallierte Apps und Widgets wie z.B.:

  • MyLibrary
  • Asus Story
  • Buddy Buzz
  • Asus Studio
  • MyPainter
  • Asus WebStorage mit 5GB kostenlosen Cloud-Speicher
  • File Manager
  • Amazon Kindle
  • Zinio
  • SuperNote Lite
  • App Backup
  • App Locker

Fazit

Asus FonePad
Gut
80%
04/2013
Preis: 229€ Das Asus FonePad ist ein preiswertes 3G Tablet mit hochwertiger Verarbeitung und gutem Display.
Vorteile- Verarbeitung
- Display
- 3G
- Telefonfunktion
- Preis
Nachteile- mittlere Performance

Im Test konnte uns das Asus FonePad jedenfalls überzeugen. Für so einen günstigen Preis hätten wir uns nicht solch ein gutes 3G Android Tablet erwartet. Es erfüllt beinahe alle Wünsche und zeigt sich mit gutem Display, hochwertiger Verarbeitung und passender Performance. Die Telefonfunktion ist wahrscheinlich für einige fragwürdig, doch in manchen Situationen könnte sie durchaus nützlich sein, auch wenn es sich etwas merkwürdig und vor allem ungewohnt anfühlt, mit einem Tablet am Ohr zu telefonieren. Wer das vermeiden möchte, sollte sich jedenfalls ein Headset zulegen.

Ist das Asus FonePad sein Geld wert? Das in jedem Fall. Wer ein High-End Tablet will und auf bessere Grafik, z.B bei Spielen, nicht verzichten möchte sollte eher zu einem Nexus 7 oder anderen Tablets greifen oder gar auf die zweite Generation des Nexus 7 warten, der sogar mit einem Full HD Display ausgestattet sein sollte. Wer aber einen guten, hochwertigen und vor allem günstigen kompakten Begleiter mit 3G sucht, wird mit dem Asus FonePad viel Freude haben.

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Haptik / Verarbeitung 9 Display 8 Batterie 7 Performance 6 Konnektivität 8 Software 9 Preis / Leistung 9