Acer Iconia Tab W700 im Test

Acer Iconia Tab W700

Bereits letzten September hatte Acer das Iconia Tab W700 auf der IFA in Berlin vorgestellt und im Dezember vereinzelt auf den Markt gebracht. Doch leider gab es kaum Shops, die das Gerät lagernd hatten und zudem gab es einige Probleme, mit denen die Käufer des W700 zu kämpfen hatten. Inzwischen hat Acer eine Art Neuauflage herausgebracht und liefert, anstatt einer Dockingstation mit externer Bluetooth-Tastatur, ein Case mit integrierter Bluetooth-Tastatur mit. Im Vergleich zu anderen Windows 8 Tablets, die momentan am Markt erhältlich sind, bietet das W700 so ziemlich das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch wie schlägt sich das 11,6 Zoll große Acer Iconia Tab W700 im Test und ist es eine gute Alternative zum Microsoft Surface Pro? Hier kommt die Antwort:

Testgerät:Acer Iconia Tab W700 mit Intel Core i5 und 128GB – Preis ab ca. 899€ bei Amazon
Software: Windows 8

Acer Iconia Tab W700 Test – Video und Bilder

[nggallery id=271]

Hardware:

Acer W700 Seitlich oben

Mit dem 11,6-Zoll-Display und der Ausstattung eines Ultrabooks kann man sich vorstellen, dass das W700 nicht gerade zu den kompaktesten Tablets zählen kann. Mit Maßen von 295 x 191 x 11.9 mm und einem Gewicht von 950 g wirkt es recht klobig. Dafür hat man allerdings einen wirklichen Ultrabook-Ersatz in der Tasche. Bei der Verwendung des mitgelieferten Cases kommen jeweils noch ein paar Millimeter hinzu und so kommt man auf ein Gesamtgewicht von knapp 1,5 kg.

Von der Verarbeitung sind wir recht beeindruckt. Beim W700 setzt Acer auf hochwertiges Aluminium, durch welches das W700 auch sehr solide wirkt. Selbst bei den Lautsprecher-Aussparungen legt Acer Wert auf das Detail und hinterlegt die Auslassung mit einem roten Gitter. Auf der Rückseite findet man lediglich eine weiße schmale Kunststoffabdeckung, bei der man minimale Spaltunterschiede erkennen kann.

Acer W700 Links

Die Anschlüsse finden sich am Rand um das Iconia Tab. Auf der linken Seite gibt es eine kleine Benachrichtigungsleuchte, einen Micro-HDMI Ausgang, einen vollwertigen USB 3.0 Anschluss und eine einen Strom Anschluss. Auf der Unterseite befinden sich die angesprochenen Aussparungen für die zwei Lautsprecher und ein Mikrofon. Rechts findet man unter dem Standby-Button die Lautstärkeregler und einen Audio-Anschluss. Auf der Oberseite zeigen sich die Schlitze für den Lüfter und noch ein Regler für die Bildschirm-Rotationssperre. Auf der Vorderseite findet man lediglich den physischen Windows-Button und die 1,3 Megapixel Kamera, während man auf der Rückseite eine 5 Megapixel Kamera findet. Vielen mag hier gleich in den Sinn kommen, wo der Einschub für eine Speicherkarte ist. Doch hier müssen wir etwas enttäuschend sagen, dass es keinen gibt. Es gibt also keine Möglichkeit den internen Speicher einfach zu erweitern, außer über eine externe Festplatte, was für unterwegs wohl nur eine Notfalllösung ist. Beim Microsoft Surface Pro bekommt man zumindest einen Micro-SDXC Slot und wir sehen beim W700 auch keinen wirklichen Grund, warum man diesen nicht verbaut hat. An Platzproblemen dürfte es sicherlich nicht gelegen haben.

Man konnte bisher mehrere Berichte lesen, dass es beim Iconia Tab W700 Probleme mit dem Wlan geben sollte, bei dem das W700 einfach die Verbindung zum Router verliert. In den vergangen Tagen haben wir hierbei natürlich genauer darauf geachtet und bisher keinen Verbindungsabbruch verzeichnet. Neben dem Wlan mit der Unterstützung für 802.11 a/b/g/n Netzwerken, gibt es noch Bluetooth 4.0 für drahtlose Verbindungen.

Acer W700 Lautsprecher

Die beiden Lautsprecher bieten einen recht guten Klang, doch die Position auf der Unterseite ist nicht optimal, wenn man das W700 mit dem Smart Case benutzt.

Acer W700 Kamera

Die 5 Megapixel Kamera auf der Rückseite ist gut für Schnappschüsse und nimmt auch Videos in Full HD auf. Für die Kamera findet man ähnlich wie beim Acer Iconia Tab W510, eine eigene Kamera-App mit einem etwas übersichtlicheren Menü.

Display

Beim Display setzt Acer auf ein IPS-Panel mit einer Größe von 11,6 Zoll und einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixel. Im Großen und Ganzen machte das CineCrystal Display einen guten Eindruck.

Acer W700 neben Surface Pro

Farben wirken satt, die Betrachtungswinkel sind hoch, wie man das von einem IPS-Panel kennt. Auch bei der Helligkeit zeigt sich das Display mit rund 350 Nits in den meisten Situationen als ausreichend hell. Alles in allem kann es aber nicht mit dem Clear Type HD Display des Microsoft Surface Pro mithalten, welches einen etwas besseren Kontrast bietet und z.B weiß natürlicher darstellt. Zudem lassen sich beim Display (bei schwarzen Hintergründen) des W700 einige Lichthöfe erkennen.

Durch die hohe Auflösung wirken Texte z.B. auf Webseiten auch bei geringerer Zoom-Stufe gut ablesbar. Doch wie auch schon beim Surface Pro bringt das hochauflösende Display seine Nachteile. So fällt die Bedienung im alten Desktop-Modus ohne Zoom recht schwer, weshalb Acer wohl das W700 mit der maximalen Zoom-Stufe von 150% ausliefert, was allerdings auch bei externen Monitoren angewandt wird, wo man es nicht bräuchte. Im Vergleich zum Surface Pro kann man hier bei geringerem Zoom keinen “richtigen” Stylus verwenden, da das W700 keinen Digitizer integriert hat. Ein Stylus für kapazitive Displays kann hier die Eingabe zumindest etwas verbessern. Zu viel sollte man sich aber nicht erwarten. Zudem ist uns aufgefallen, dass der Touchscreen hin und wieder aussetzt und in Folge Eingaben nicht annimmt.

Performance, Lüfter und Akku

Wie schon erwähnt, kommt das W700 mit der Ausstattung eines Ultrabooks. Hierzu zählt unter anderem ein Intel Core i5 Dual Core Prozessor der 3. Generation, 4 GB RAM und eine flotte SSD. Das Ganze führt zu einem grundlegenden flüssigen Windows 8 Erlebnis und selbst aufwendigere Programme lassen sich mit dem W700 starten. Auch Spiele wie Diablo 3 oder Star Craft 2 liefen bei niedrigeren Einstellungen ohne Ruckler auf dem W700. Der Start von Windows 8 braucht lediglich 8 Sekunden und aus dem Stand-by lediglich 2sek. Somit ist es auch schnell einsatzbereit, wenn man es braucht, sowie man es sich von einem Tablet erwartet. Das ist unter anderem durch die flotte 128GB SSD (ca 90GB frei) möglich. Diese bietet bei uns im Test eine Lesegeschwindigkeit von 426,4 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 355 Mb/s.

Bei verschiedenen Benchmark-Werten muss sich das W700 hinter dem Surface Pro einreihen und das obwohl die beiden Tablets eine ähnliche Ausstattung bieten. Aber auch in der Praxis zeigt sich das Surface Pro etwas ausgereifter, denn beim W700 mussten wir hin und wieder unerklärliche Gedenksekunden bemerken:

Hier findet ihr einige Benchmark-Ergebnisse im Vergleich mit dem Iconia Tab W700:

Acer Iconia Tab W700 (Core i5)Microsoft Surface ProLenovo ThinkPad Tablet 2Asus Vivo Tab Smart ME400CAcer Iconia Tab W510Samsung ATIV Smart PC
PC Mark 7430647051439141413061241
3D Mark 0632994928459465460370
Windows-Leistungsindex5,45,63,23,23,33,2
SunSpider154ms159ms708,7696,1ms720,1ms707,1ms
Peacekeeper:16891676415416373405

Acer W700 Lüfter

Das System mag natürlich auch gut gekühlt werden und hier machen sich die Lüfter bemerkbar. Die Lüfter arbeiten im W700 wesentlich mehr als beim Microsoft Surface Pro und das auch bei einer etwas höheren Lautstärke. Selbst bei der normalen Bedienung in der Modern UI oder beim Surfen im Web fangen die Lüfter an zu drehen, wo sich das Surface Pro wesentlich “cooler” zeigt. Bei leistungsintensiveren Anwendungen steigt die Drehzahl natürlich nochmals. Die Lautstärke kann teilweise störend sein, wenn man z.B einen Film ansieht. Hier können wir hoffen, dass Acer durch ein Update noch etwas bei der Lüftersteuerung nachbessert.

Dafür kann das W700 im Test bei der Akkulaufzeit überzeugen. In unserem Akku-Test hielt es 6,5 Stunden bei voller Helligkeit, verbundenem Wlan und durchgehender Videowiedergabe. Im täglichen Gebrauch hielt der Akku bei verschiedenen Anwendungen (kurzes spielen, Musik hören, Internet surfen) rund 5,5h.

Windows 8 und Acer Ring

Acer W700 Ring Ui

Neben Windows 8 bringt Acer einige vorinstallierte Programme und die Acer Ring UI auf das W700. Die Ring UI lässt sich einfach durch ein Zusammenziehen von fünf Fingern öffnen. Über die Oberfläche hat man Zugriffe auf verschiedene Acer eigene Programme für Dokumente, Bilder, Videos oder auch die Gerätesteuerung und seine Favoriten-Apps. Zudem kann von hier aus auch die Musik oder die Lautstärke geöffnet werden.

Des Weiteren hat Acer Programme wie z.B. Acer Crystal Eye, Acer clear.fi, Acer Ring, SocialJogger, AcerCloud, Acer Instant Update Utility aber auch Testversionen von z.B der McAfee Internet Security Suite vorinstalliert.

Smart Case mit integrierter Bluetooth-Tastatur

Acer W700 Case

Es ist sehr zu loben, dass Acer dem W700 das Case mit der Bluetooth- Tastatur beilegt. Das macht den Preis sicherlich noch einmal interessanter. Doch das Case bietet leider nicht die beste Verarbeitung, macht da W700 noch einmal klobiger und die Tastatur ist ebenfalls nicht optimal.

Damit das Acer Iconia Tab W700 im Case bleibt, gibt man es in eine recht starre und nicht passgenaue Silikon-Halterung. Anschlüsse bleiben hier zwar frei, möchte man aber das Tablet aus dem Case entfernen und hat einen USB-Stick oder Sonstiges eingesteckt, muss man diesen zuvor entfernen. Etwas störend wirken dann auch die Tasten für den Standby und die Lautstärke. Diese sind nämlich ebenfalls von dem Silikon verdeckt und daher schwer zu drücken.

Acer W700 in Case vorne

Die Bluetooth Tastatur wird über Micro-USB geladen. Hierzu findet man im Lieferumfang ein kurzes Micro-USB Kabel, damit man die Tastatur gleich über das Tablet selbst laden kann. Die Tasten sind leider relativ schwergängig und haben keinen optimalen Druckpunkt, was durchaus etwas Gewöhnungszeit benötigt. Störend ist ebenfalls, dass das Keyboard nicht erkennt, wenn man die Tastatur hinter das Tablet klappt, um es als normales Tablet zu nutzen. Hier bleibt die Tastatur aktiv und ungewollte Eingaben sind vorprogrammiert. Abhilfe schafft nur die Deaktivierung der Bluetooth-Tastatur oder die Herausnahme des Tablets aus dem Case. Letzteres wird man bei vermehrter Nutzung nur selten machen, da sich das W700 durch die starre Silikon-Halterung nicht so leicht entfernen lässt. Ein Touchpad sucht man übrigens vergebens.

Dafür kann das Case mit der Tastatur gleich nach dem Start verwendet werden, ohne die Bluetooth-Tastatur selbst koppeln zu müssen.

Fazit

Acer Iconia Tab W700
Befriedigend
70%
04/2013
Preis: 899€ Das Acer Iconia Tab W700 ist ein starkes Windows 8 Tablet mit gutem Display für einen vernünftigen Preis.
Vorteile- Verarbeitung
- Display
- mitgeliefertes Zubehör
- Akku
- Preis
Nachteile- kein SD Slot
- Lüfter
- klobig

Für einen Preis von 899€ bzw. 699€ bekommt man ein Windows 8 Tablet mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis. Es bietet eine starke Ausstattung, eine gute Verarbeitung und ein gutes Display. Allerdings zeigt sich das recht klobige Acer Iconia Tab W700 im Test mit einigen Macken, wie z.B. der nicht optimalen Lüftersteuerung. Das Smart Case mit der integrierten Bluetooth-Tastatur ist sicherlich gut gemeint aber nicht optimal umgesetzt. Trotzdem stellt sie für den Käufer einen Mehrwert dar.

Wer ein etwas kompakteres Windows 8 Tablet mit ähnlicher Ausstattung und akzeptablen Preis sucht, könnte sich das Microsoft Surface Pro ansehen (zu unserem Surface Pro Test), welches für uns im Vergleich mit dem integrierten Digitizer, besserem Kühlungssystem und Display ein besseres Gesamtpaket bietet, auch wenn die Akkulaufzeit nicht so gut ist und keine Tastatur mitgeliefert wird. Der Hacken ist allerdings, dass man auf das Surface Pro noch etwas warten müsste, bis es nun endlich im Laufe des zweiten Quartal auf den Markt kommt.

Anzeige:

Haptik / Verarbeitung 8 Display 8 Batterie 7 Performance 7 Konnektivität 6 Software 7 Preis / Leistung 8