Die Akzeptanz von Tablets in der Schule

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Ich kenne es aus meiner eigenen Schulzeit noch zu gut. Technische Geräte, allem voran Tablets, sind im Unterricht bei vielen Lehrern nicht gern gesehen, auch wenn sie dort einen praktischen Nutzen haben können. Natürlich gibt es bei der ganzen Sache auch Ausnahmen, da diese ja bekanntlich die Regel bestätigen. Diese lassen sich vor allem sicherlich in technischen Ausbildungsberufen finden. In anderen Bereichen ist dem leider des Öfteren nicht so und man bekommt Anweisungen, das Gerät doch bitte einzupacken.

Da fragt man sich leider, warum viele Lehrer das so handhaben. An diesem Punkt kommt oft der Einwand, dass man sich mit einem solchen Gerät leicht vom Unterricht ablenken kann. Ehrlich gesagt: Das kann man auch ganz einfach mit einem Stift und einem Blatt Papier.

Meiner Meinung nach bringt ein Tablet im Unterricht viele Vorteile mit sich. Sei es, um das ewige Zettelchaos zu vermeiden oder um einfach vieles immer dabei zu haben. Natürlich gibt es auch da andere Lerntypen, welche das zu Lernende gern auf einem Blatt Papier vor sich haben. Das ist natürlich auch in Ordnung und da möchte ich auch nichts gegen sagen, nur sollte man von der Lehrerseite aus auch mal positiv auf neue Methoden blicken und vielleicht selbst für sich schauen, was diese für Vorteile für sich selbst mit sich bringen können.

Als positives Beispiel erinnere ich mich nach wie vor gern an mein letztes Jahr in der Schule zurück. Dort hatte ich einen Lehrer, der seinen Alltag mit einem iPad organisiert hat und auch gegenüber den Schülern offen war, wenn sie solch ein Gerät zur Organisation nutzten. In aktuellen Lehramtsstudiengängen wird inzwischen auch ein großer Schwerpunkt auf Medien im Allgemeinen gesetzt und dazu kann ich nur sagen: Daumen hoch!

Vor allem letzterer Absatz lässt mich hoffen, dass man bald auch mal den Schülerinnen und Schülern an vielen Schulen, an denen es aktuell noch nicht so ist, die Chance gibt, sich auch mit modernen Geräten wie Tablets zu organisieren. Denn vielleicht bekommt so der ein oder andere “Faulpelz” dann doch noch Appetit darauf, sich für die Schule besser zu organisieren.

Mich würde zu diesem Thema eure Meinung und vor alllem eure Erfahrung interessieren. Wie ist das bei euch bzw. in eurem Umfeld? Werden Geräte wie Tablets im Unterricht zugelassen oder sind sie ein No-Go? Kennt ihr jemanden, der die Chancen der modernen Technik nutzt und damit seinen Schulalltag organisiert?

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  • Stefan Sigl

    Ich habe ja meine Schulzeit schon länger hinter mir aber ich hätte oft einige Vorteile gesehen wenn Tablets erlaubt worden wären. Eine Voraussetzung ist jedenfalls ein gut funktionierender Stift oder S-PEN wie beim Galaxy Note 2. Eventuell würde sich das Galaxy Note 10 anbieten.

  • Gast

    Ich bin Lehrer und verwende seit einem Jahr ein Tablet für meinen Unterricht, v.a. für Organisatorisches. Möchte es nicht mehr missen.

  • felix

    Ist unser Schule schon bereit, sich auf “neue” Technik einzulassen. Ich bin selber schon lange nicht mehr in der Schule. Ich würde es jedoch begrüßen, auch könnte man noch mehr Vorteile nutzen. Bessere Präsentationen, Präsentationen im Schulnetz direkt zum Download, in der Cloud anbieten. Interaktives Arbeiten im Klassenzimmer, ohne die Sitzordnung ändern zu müssen…
    Aber meistens ist es halt so. Wer einen Computer als Schreibmaschine mit Fernseher sieht, wird Lehrer…

  • Kastor

    “Damals” 08/09 im letzten Abijahr saß ich immer alleine mit Notebook und iPhone für die Internetverbindung im Unterricht. Kein Lehrer hat es mir verboten gehabt, allerdings sah mein Klassenlehrer das als Wettbewerbsvorteil an.

  • Tobi Dax

    http://www.grenzecho.net/ArtikelLoad.aspx?a=ADC1D54E-9CD6-4DF2-ACD1-D0251001A049&mode=all
    Belgien ist da dank meiner Uni schon etwas weiter als wir;)
    Vor allem rechtliche Grundlagen behindern uns darin das mbook auch für Deutschland zu produzieren.
    Das system des mbooks ist genial, das Design schön und die Anwendung an sich intuitiv.
    Gibt noch ne ganze reihe weiterer Berichte dazu, falls sich wer interessiert wie der schulaltag in 5 Jahren spätestens aussehen sollte.

  • Jonas

    Unsere Lehrer lassen nicht einmal smartphomes zu, gescheeigedenn tablets oder notebooks und das ist echt blöd! Ich finde auch dass teachnische Geräte wie z.B. Tabletts oder Notebook den Unterricht ganz neu gestalten könnten, z.B. Könnte man viel Papier sparen, aber nein die Lehrer sind einfach zu stur um sich auf etwas neues einzulassen :((( …

  • Hens

    Ich bin Referendar und an einer sehr großen Schule mit mehr als 100 Lehrern und 1000 Schülern tätig. Ich kenne also von beiden Seiten viele ; ). Ich finde, dass sowohl der Artikel, als auch die Kommentare sehr Klischebeladen und einseitig sind – gerade was den Artikel betrifft ist das sehr schade, denn ich schätze diesen Blog eigentlich.

    Bitte bedenkt, dass wir bis vor kurzem ein sehr altes Lehrerkollegium in Deutschland hatten. Die Lehrer haben sich meiner Meinung nach ganz normal für ihre Generation verhalten.
    Derzeit werden jedes Jahr viele junge Lehrer eingestellt und mit ihnen kommt eine andere Selbstverständlichkeit für die Nutzung neuer Medien an die Schulen.
    Die jungen Lehrer sind heute Mitte Zwanzig und benutzen Tablets und Smartphones genau so wie alle anderen Menschen auch (Lehrer gehören nämlich auch zu dieser Spezies…), um sich ihren Alltag zu organisieren. Es gibt schließlich genung Lehrer-Apps, die einem das Leben erleichtern… Auch ich persönlich habe eine sehr hohe Affinität zu Tablets und ähnlichen Geräten. Das bedeutet aber nicht, dass ich den Schülern generell erlaube, jegliches Medium jederzeit benutzen zu dürfen und auch nicht, dass sie es gar nicht dürfen. Gerade bei jüngeren Schülern ist die sinnvolle Nutzung solcher Medien immer auch ein Lernprozess.
    In meiner Ausbildung wird im übrigen sehr viel Wert auf Medienkompetenz
    und den sinnvollen Einsatz moderner Medien im Unterricht gelegt

    Ich würde mir wünschen, dass ein Autor, der von sich selber sagt, dass er studiert, immer auch in der Lage ist, eine Frage von mehreren Seiten zu beleuchten und thematisch klar abzugrenzen. Von welcher Altersstufe wird hier eigentlich gesprochen? Oberstufe? Dritte Klasse? Ich weiß ja, dass jeder Mensch in Deutschland 9 bis13 Jahre seines Lebens damit verbracht hat, Lehrern bei der Arbeit zuzuschauen, aber die Schülerperspektive alleine reicht einfach nicht aus, um sich fachgerecht und qualifiziert zu äußern.

  • damianduchamps

    Selbst nutze ich als Lehrer ein iPad seit der ersten Generation täglich im Unterricht. Für mich war das ein wichtiger Schritt in Richtung papierlose Schultasche. Was ich mir für mich wünschen würde, wären digitale Versionen der Lehrwerke an meiner Schule für das iPad (und andere Tablets), die ich legal nutzen kann. Dabei würde es mir für den Anfang noch reichen, wenn ich lediglich eine PDF Version hätte (aber bitte nicht etwas wie das digitale Schulbuch der deutschen Schulbuchverlage in Version 1.0 !!!). Besser wäre jedoch eine Version, welche interaktiv ist, Veränderungen zulässt und soziale Funktionen hat.

    Ich würde mir wünschen, meine Schüler hätten Tablets. Als ich zum Beginn der iPad Ära das englischsprachige Buch App zur Toy Story sah, war ich begeistert. Man kann sich dort den Text vorlesen lassen und während man vorliest, wird der gerade gelesene Text hervorgehoben. Außerdem kann man den Text selbst einsprechen in das App. Was für eine Chance für den Fremdsprachenunterricht, dachte ich. So können Schüler endlich besser das Lesen lernen. Es gäbe so viele Möglichkeiten der Interaktivität in solchen Apps, mit denen Sprache gelernt und trainiert werden könnte, jedes Kind nach seinem individuellen Lerntempo und mit seinem eigenen Weg.

    Davon sind wir aber noch ein riesiges Stück entfernt. Zum Einen haben bisher nur wenige Schulen die Möglichkeit, Klassen mit Tablets auszustatten. Auf der anderen Seite sind bisher auch nur sehr wenige Apps für diesen Bereich entstanden, da wegen fehlender Tablet Verbreitung in den Schulen der Markt für viele Entwickler noch nicht attraktiv genug ist. Ein Problem bei der Einführung von Tablets in Schulen sind nicht nur die Kosten, sondern auch die Vorbehalte von Seiten der Lehrenden. Wie im Beitrag richtig festgestellt, haben wir viele Lehrer der älteren Generationen in den Schulen. Die sind mit anderen Medien groß geworden und das prägt. Auch wer ein starker PC User ist, muss nicht unbedingt eine Affinität zum Tablet entwickeln. Viele dieser User brauchen ihre Tastatur – in Hardware und nicht virtuell auf Glas. Trotzdem zeigen einige Schulen, dass es durchaus möglich ist, mit Tablets guten Unterricht zu machen (auch ohne die Apps, von denen ich träume), auch ohne, dass alle Lehrer dieser Schulen sich darauf einlassen müssen.

    Tablets in der Klasse und was dann? Auch das macht Lehrern oft Angst. Können sie das in ihren Unterricht integrieren und wie? Tablet-Nutzung kann sich auf reine Nutzung von Apps beschränken, doch wird ihrem dem Potential gerecht? Tablets online nutzen zur Kollaboration setzt schon wieder mehr Kenntnisse auf Seiten der Unterrichtenden voraus. Kann man verhindern, dass die Schüler damit herumspielen oder kommunizieren, wenn das Tablet in einer bestimmten Phase des Unterrichts eben mal nicht benötigt wird? Schummeln die Schüler nun bei Klassenarbeiten mit dem Tablet unter dem Tisch und ich merke es nicht? Kontrollverlust ist eine Horrorvision der Unterrichtenden.

    Unterricht im Gleichschritt erreicht selten alle Schüler. Immer wieder klinken sich welche aus, die das nicht interessiert, die das schon können oder die abgehängt worden sind. Hier ist die Gefahr groß, dass Ablenkung mit einem Tablet gesucht wird. Die Frage ist dann, muss Unterricht so oft im Gleichschritt erfolgen? Brauchen Tablets vielleicht einfach einen anderen Unterricht? Wäre ein schülerorientierter, stärker individualisierter Unterricht nicht ohnehin besser?

    Wie sieht es aus, wenn nur einzelne Schüler Tablets mitbringen? Sollte man das zulassen im Unterricht?Ist es nicht ungerecht? Meist haben die Schüler, welche Tablets mitbringen, nichts dagegen, ihre Geräte mit anderen gemeinsam zu nutzen. Und wenn doch, dann können sie zumindest mit ihrem Gerät zu einem gemeinsamen Arbeitsauftrag beizutragen.

    In dem Moment, wo Schüler ihre eigenen Geräte mitbringen (BYOD) zerbricht natürlich die schöne Homogenität der verfügbaren Geräte und das gemeinsame Arbeiten mit bestimmten Apps funktioniert nur noch eingeschränkt, sei es dass es das jeweilige App nur für ein mobiles OS gibt, es nur ab einer bestimmten Version des OS läuft oder das App auf Geräten mit kleinen Displays nicht sinnvoll zu nutzen ist. Aber auch hier ist guter Unterricht ebenso möglich. Es kommt letztlich immer darauf an, wie man die Geräte sinnvoll in den Unterrichtsablauf integriert. Das Internet bietet auch ohne installierte Apps ausreichend Möglichkeiten, mobile digitale Endgeräte einzusetzen.

  • F. Bergmann

    Kompletter Verzicht auf Papier – zugunsten TabletPCs
    http://www.schloss-neubeuern.de/de/SchuleUndInternat/Digital_Ink/index.html

  • Erik

    Ich finde diese Idee sehr gescheit weil bei uns sagen die lehrer immer man muss zu Unterichtsbeginn die Sachen vor sich auf dem Platz liegen haben. Mit dem Tablet ist das dann um einiges leichter. Bei mir in der Schule gibt es manchmal aber nur ganz selten Stundem wo wir mit unserem tablet,Handy,I pod
    , ect. Infos zum Tema sammeln dürfen. Wenn das immer so währe fände ichs toll