Der große Tablet-Vergleich: Die besten Tablets für unter 250 Euro

03.10.2012 18:06 von Tuan
Android tablets Vergleich

Nachdem es ziemlich viele Diskussionen um meinen Artikel zum Google Nexus 7 und auch entsprechende Anfragen gab, soll es heute um die Frage gehen, wie sich die verschiedenen Tablets im Vergleich schlagen. Natürlich besitzen alle bekanntlich ihre Vor- und Nachteile, doch welches Tablet kauft man sich nun für wenig Geld?

Um euch bei der Beantwortung dieser Frage zu helfen, werde ich im Folgenden eine ganze Reihe unterschiedlicher Tablets durchgehen, die sich preislich in Deutschland um die 250 Euro bewegen. Das Google Nexus 7 in der 16-GB-Version gibt hier die Messlatte vor, die 8-GB-Version gibt es natürlich noch günstiger, allerdings werden selbst weniger anspruchsvolle Nutzer mit den 4-5 GB verfügbarem Speicher schnell in Bedrängnis kommen.

Deshalb habe ich das preisliche Spektrum ein wenig erweitert, entsprechende Kauflinks findet ihr ebenfalls. Mitunter werdet ihr auch einige Tablets finden, mit denen ihr vielleicht nicht unbedingt gerechnet hättet. Pro und Contra erklärt sich von selbst, nicht genannte Punkte sind neutral zu bewerten und wer selbst der Sache auf den Grund gehen möchte, findet beim Verkaufslink auch das komplette Datenblatt sowie einen Link zu einem Test oder Hands-On.

1. Google Nexus 7 – Preis: 199 bzw. 249 Euro

Das Tablet, welches die Welt veränderte – dem Nexus-Motto getreu gibt es immer aktuelle Updates, der Prozessor ist leistungsstark und das Display für diese Preisklasse außergewöhnlich gut. Die Verarbeitung geht trotz Colorbleeding (typisches ASUS-Problem) in Ordnung, die Haptik ist gerade für Zocker aufgrund der matten Rückseite exzellent. Die Akkulaufzeit ist mit 9 Stunden sehr ordentlich, der einzelne Lautsprecher geht in Ordnung. Wo Licht ist, ist auch Schatten – primär sind hier der fehlende microSD-Slot und HDMI-Output zu nennen sowie die Tatsache, dass keine 3G-Version geplant ist. Insgesamt eines der interessantesten Tablets des Jahres.

Unser Test zum Google Nexus 7: Link

2. Huawei MediaPad 7 (Lite) – Preis: 210 Euro (noch nicht erhältlich, vorbestellbar)

Das Huawei MediaPad 7 ist meiner Meinung nach das beste 7-Zoll-Tablet auf dem Markt. Für 308 Euro erhält man ein Tablet mit 1280×800 Pixel scharfem Display, 3G-Konnektivität und – bis auf die durchschnittliche Dual-Core-CPU – alles an Ausstattung, was das Herz begehrt. Leider sprengt der Preis die vorgegebene Grenze, ein Huawei MediaPad 7 in der Wi-Fi-Only-Version wäre eine würdige Nexus-7-Alternative gewesen.

Bleibt also nur der Griff zum Huawei MediaPad 7 Lite. Das Tablet ist sehr ordentlich verarbeitet und liegt dank Aluminium-Gehäuse gut in der Hand. Die Performance geht in Ordnung, ist aber kein Vergleich zum Nexus 7 da es nur einen Single-Core-Prozessor besitzt. Dafür gibt es einen microSD-Slot und 3G, doch auf HDMI muss man auch hier verzichten. Insgesamt für 3G-Nutzer eine sehr günstige Option, wer auf 3G verzichten kann ist jedoch mit anderen Geräten besser beraten.

Unser Hands-On zum Huawei MediaPad 7 Lite: Link

3. Lenovo IdeaTab A2107a – Preis: 199 Euro

Ein eher unbekanntes Tablet aus dem Hause Lenovo, welches nicht nur mit einem, sondern sogar 2 SIM-Schächten aufwartet. Für absolute Vielsurfer, die immer mit High-Speed Videos unterwegs streamen wollen, ist das im Moment mangels unbegrenzter Datentarife vielleicht eine Option. Auch ansonsten lässt sich Lenovo nicht Lumpen und bietet eine komplette Vollausstattung – microSD, microHDMI, 3-MP-Rückkamera und natürlich auch GPS WLAN und Bluetooth 4.0. Die Leistung ist mit Single-Core-CPU und 1 GB RAM ist zumindest ausreichend, die Haptik sehr angenehm bei einer Dicke von 11,5 mm und knapp 400 g Gewicht.

 4. Acer Iconia Tab A110 – Preis: Vorauss. 229 Euro

 

Der Ausstattung nach zu urteilen ein direkter Konkurrenz für das Nexus 7. Acer liefert Updates ohnehin im rekordverdächtigen Tempo aus, wobei die Software hin und wieder doch mehr rumzickt als gewollt. Das Iconia Tab A110 besitzt zwar kein ganz so scharfes Display wie das Nexus 7, bietet dafür aber einen microHDMI-Output und microSD-Slot. Eine rückseitige Kamera vermisst man allerdings auch hier, den Tegra-3-Prozessor wiederum hat das Iconia Tab A110 mit dem Nexus 7 gemeinsam. Letzten Endes liegt die Kaufentscheidung in der Frage, ob man eher auf microSD und HDMI-Output, oder auf ein sehr gutes Display verzichten kann, auch die Optik könnte eine Rolle spielen.

Hier findet ihr ein Unboxing und Hands-On des Iconia Tab A110: Link

5. Samsung Galaxy Tab 2 7.0 – Preis: Ab 220 Euro

Vom Datenblatt her könnte man sich schnell fragen, welche Besonderheiten das Galaxy Tab 2 7.0 zu bieten hat. Das Tablet steht hier stellvertretend für Samsungs 7-Zoller, die sich nur geringfügig voneinander unterscheiden und optional auch mit 3G verfügbar sind. Mit Dual-Core-CPU, microSD und HDMI-Out via Adapter bietet das Tablet grundlegend alles was man braucht, das Display bietet sehr gute Farben und ist noch ein bisschen heller als das des Nexus 7. Samsung hat die Tablets mit einer TouchWiz-UI überzogen, die allgegenwärtig ist. Das ist Segen und Fluch zugleich, einerseits ist es eine Abwechslung vom einheitlichen ICS-Design, andererseits dauern Updates relativ lange oder erscheinen gar nicht.

Hier geht es zum Testbericht des Galaxy Tab 2 7.0: Link

6. BlackBerry Playbook: Preis: Ab 199 Euro

Ehrlich gesagt ist es ein wenig unfair, das Playbook hier zu listen – zum Release lag der Preis des Tablets zwischen 400 und 500 Euro und da ist es klar, dass es Hardware-Technisch den anderen Tablets voraus ist. Das Display ist zwar nur 1024×600 Pixel scharf, HD-Videos wirken auf dem Playbook aber geradezu plastisch – gar kein Vergleich zu den Displays anderer 7-Zoller, auch nicht zum Nexus 7. Helligkeit, Kontrast und Farbintensivität sind hier auf höchstem Niveau. Die Lautsprecher sind extrem laut ohne zu übersteuern und die 3- und 5-Megapixel-Kameras im Playbook machen in Verbindung mit den sehr guten Mikrophonen um Welten bessere Fotos und Videos als jedes andere Tablet. Die Haptik ist hervorragend und auch wenn der microSD-Slot fehlt ist microHDMI zumindest mit an Bord.

Leider gibt es wie immer einen Haken und das ist das Betriebssystem, welches dem Tablet seinen verdienten Verkaufserfolg kostete. Es ist durchaus möglich, mit dem Android-Player Android-Apps auf dem Tablet zu nutzen, allerdings funktionieren viele Apps nicht – gerade die aufwendigeren Spiele. Mit dem neuesten Update auf die Versionsnummer 2.1 hat sich einiges verbessert, dennoch ist das Playbook im Moment eher ein Geheimtipp für Multimedia-Fans, die auf Android verzichten können.

Hier findet ihr einen älteren Bericht von mir über das Playbook im Test: Link 

7. Archos 80 G9 Turbo – 189 Euro

Das Archos 80 G9 Turbo ist das erste der hier genannten Tablets, die etwas größer sind als 7 Zoll. Angesichts des geringen Preises soll uns das aber nicht stören, das Display ist mit 8 Zoll noch im handlichen Bereich. Das Tablet ist gerade für Film-Fans sehr interessant, da ab Werk fast alle erdenklichen Codecs unterstützt werden. Darüber hinaus besitzt das Tablet einen vollwertigen USB-Anschluss, über den man sehr bequem Festplatten und externe Datenträger aller Art nutzen kann. Das Streamen auf den Fernseher ist drahtlos oder über den HDMI-Port ebenfalls kein Problem, die Leistung ist mit dem TI-OMAP-Prozessor auf 1,5 GHz Taktung recht gut. Als Manko ist hier definitiv die Verarbeitung zu nennen – die Haptik ist nicht sonderlich hochwertig und der Touchscreen aus Kunststoff.

Hier findet ihr unseren Testbericht des Archos 80 G9 Turbo: Link

8. Sony Tablet S – Preis: 249,99 Euro 

Das Sony Tablet S ist mit das teuerste Tablet in der Liste und mit einem 9,4-Zoll-Display auch größer als die meisten 7-Zoller. Dafür bietet es ein sehr helles und kontrastreiches Display, die aktuellste Android-Version und eine umfangreiche Entertainment-Suite von Sony. An der Ausstattung gibt es absolut nichts zu bemängeln, die Bildschärfe ist zufriedenstellend und die Performance dank Tegra 2 ordentlich. Lediglich die Haptik ist ein wenig gewöhnungsbedürftig mit dem ungewöhnlichen Formfaktor, doch da das Sony Tablet S nur ein Stückchen größer als 7-Zoll-Tablets ist, ist es für den einen oder anderen sicherlich einen Blick wert.

Hier geht es zu unserem Testbericht des Sony Tablet S: Link

9. Amazon Kindle Fire (HD) – 159 bzw. 199 Euro

Eigentlich war das Google Nexus 7 als Rivale des Kindle Fire in aller Munde, doch nachdem damals immer mehr Informationen zum Nexus 7 bekannt wurden, wurde schnell offenbar, dass der Vergleich hinkt. Einzig der Preis erinnert noch an die direkte Rivalität, mit dem relativ eingeschränkten Amazon-OS sind die Kindle-Tablets allerdings primär für Content-Konsum gedacht. Das Kindle Fire HD besitzt zwar einen ebenso scharfen Screen wie das Nexus 7, ist aber um einiges größer und nur mit einer Dual-Core-CPU ausgestattet. Vorteile sind der HDMI-Ausgang und die besseren Lautsprecher. Das originale Kindle Fire für 159 Euro erscheint mir interessanter, da es handlicher ist und bis auf das schwächere Display sowie den fehlendem HDMI-Ausgang ähnliches bietet. In Deutschland wird zudem direkt die überarbeitete Version erscheinen, zeitgleich mit dem Kindle Fire HD am 25. Oktober.

Hier geht es zu unserem Testbericht des Amazon Kindle Fire HD: Link 
Und hier findet sich ein Testbericht zum Amazon Kindle Fire: Link

Fazit: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das Google Nexus 7 hat den Preiskampf eingeleitet und bis Weihnachten wird sich noch so einiges tun – vielleicht sehen wir ja sogar in Zukunft 7-Zoller mit Windows 8, die den Markt nochmal aufwirbeln könnten. Bereits jetzt gibt es aber schon zahlreiche gute Tablets für relativ wenig Geld, die alle ihre Stärken und Schwächen besitzen.