5 Gründe, die gegen den Kauf eines Google Nexus 7 sprechen und Alternativen
Das Google Nexus ist sicherlich ein sehr gutes Gerät und durchaus auf der Höhe der Zeit – nun, man kann viel um den heißen Brei herumreden aber letzten Endes ist es wohl doch das Preisschild ab 199 Euro, welches dem Kunden das Tablet äußerst schmackhaft macht. Meiner Meinung nach ist der Hype um das Nexus 7 im Endeffekt aber nicht gerechtfertigt gewesen. Es ist zwar ein sehr gutes Tablet, es gibt jedoch einige gute Gründe, die gegen einen Kauf sprechen.

Im Folgenden möchte ich 5 Gründe nennen, die mich am Google Nexus 7 am meisten stören. Ich besitze das Tablet selbst seit rund einem Monat und trotz aller positiven Faktoren gibt es doch einige Dinge, die das Nexus 7 zu einem zweischneidigen Schwert machen.
1. Kein microSD-Slot

Es wurde immer wieder kurz angerissen, dass das Nexus 7 keinen microSD-Slot hat, aber nur selten erklärt, welche Auswirkungen dies im Alltag hat. Für jemanden, der sein Tablet nur als Reader nutzt, wahrscheinlich gar keine. 16 GB Speicher erscheinen üppig und das sind sie auch, sofern man nicht vorhat viele Filme und Serien auf dem Tablet abzuspeichern. Viel schlimmer noch als die begrenzte Speicherkapazität wiegt für mich jedoch die Tatsache, dass ich z.B. die Fotos von meinem Smartphone, die auf der microSD abgespeichert sind, nicht auf dem Tablet ansehen kann.
Gleiches gilt für Speicherkarten voller Filme und Serien, die man mühsam am PC auf das Nexus 7 ziehen muss. Es fehlt nicht nur der Speicher, sondern die Funktion des Tablets als Cardreader, gerade wenn man mehrere microSD-Karten in verschiedenen Smartphones und Tablets verwendet wie ich. Zusammen mit dem nächsten Punkt wird das Nexus 7 für Medien-Fans eigentlich unbrauchbar:
2. Kein USB-OTG
Das Google Nexus 7 unterstützt ab Werk keine USB-OTG-Funktion, sprich: selbst mit dem entsprechenden Adapter, den es für 5 Euro bei Amazon gibt, werdet ihr nicht ohne weiteres USB-Sticks oder Festplatten öffnen können. Eine unbequeme Lösung ist der Nexus Media Importer, der allerdings Geld kostet und vom Komfort her nicht einmal ansatzweise an die externe Festplattenverwaltung bei Tablets mit nativer OTG-Funktion heranreicht.
3. Kein HDMI-Output

Ich weiß nicht ob man dies noch als negativen Punkt betrachten kann, wenn man ohnehin höchstens einen HD-Film auf das Nexus 7 bekommt. Abgesehen vom Filmgenuss auf dem heimischen Fernseher verzichtet man aber auch auf die Nutzung der Android-UI auf einer größeren Bildschirmfläche.
Das ist besonders deshalb bitter, weil Google bei den nächsten Android-Versionen angeblich vermehrt Desktop-Funktionalität bringen möchte und Android-Tablets zu PCs umfunktioniert werden könnten. Ohne Möglichkeit eines HDMI-Outputs – MHL über microUSB wird ebenfalls nicht geboten – ist das Nexus 7 hiervon allerdings jetzt schon ausgeschlossen. Von Cloud-Möglichkeiten wie OnLive oder RTD-Diensten ganz zu schweigen.
4. Kein Flash

Nun, das ist ein Punkt für den ASUS nichts wirklich kann, denn Adobe hat anscheinend einvernehmlich mit Google beschlossen den Support für Flash ab Android 4.1 Jelly Bean einzustellen. Das Problem: Während man bei Tablets, die noch unter ICS ausgeliefert wurden, einfach auf eine entsprechende Custom-ROM zurückgreifen oder das Update verweigern kann, sieht das beim Nexus 7 eher schlecht aus.
Es gibt auch keine ICS-Custom-ROMs für das Nexus 7 und unter Android 4.1 kann man zwar Flash über Umwege nutzen, die Performance ist aber schlicht und ergreifend unterirdisch. Videos hakeln oder stürzen ab, von Flash-Spielen braucht man gar nicht erst reden. Einer der größten Vorteile der Androiden gegenüber dem iPad geht somit verloren.
5. Keine Kamera + kein 3G

Ja, das Nexus 7 hat keine rückseitige Kamera und das ist mir natürlich vor dem Kauf auch völlig bewusst gewesen. Es hat allerdings auch überhaupt keine Kamera-App, sodass man nicht einmal die Frontkamera verwenden kann. Lustige Fotos mit Freunden vor der Kamera sind dadurch also nicht ohne weiteres möglich, sofern man nicht eine Kamera-App nachinstalliert. Viel Auswahl gibt es hier nicht, die meisten Apps zeigen im Play Store an, dass das Nexus 7 nicht kompatibel sei.
Mittlerweile gibt es wenigstens dank der App “Nexus 7 Camera Starter” eine Möglichkeit, Fotos und auch Videos mit der Frontkamera aufzunehmen. Das Fehlen der rückseitigen Kamera schmerzt nicht wirklich, Google hätte aber definitiv von Anfang an eine Kamera-App bereitstellen sollen. Auch eine 3G-Version gibt es im Moment leider nicht, sodass für Vielsurfer ohnehin zu Alternativen gegriffen werden muss.
Fazit und Alternativen

Das Google Nexus 7 besitzt meiner Meinung nach sehr positive Eigenschaften – günstiger Preis, gute Verarbeitung, gutes Display und schneller Prozessor – aber im Gegenzug dafür eben auch viele Mängel, die man nicht vergessen sollte. Der Preis anderer 7 Zoller ist mittlerweile auch stark gesunken, mögliche Alternativen sind das Acer Iconia A110, die vielen verschiedenen Samsung Galaxy Tab 7 und auch das Huawei MediaPad 7 Lite, welches sogar mit 3G-Modul kommt.
Mit diesen Alternativen im Hinterkopf fällt es mir schwer, das Nexus 7 als den König der 7-Zoll-Tablets zu küren, für den es oftmals gehalten wird – es ist letzten Endes ein gutes Tablet mit Schwächen wie alle anderen auch und man sollte sich vor dem Kauf definitiv überlegen, was einem wichtig ist und worauf man verzichten kann.
Preis ab: EUR 154,52



